Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Dritter Band): Braunschweigische Eisenbahnen - Eilgut — Berlin, Wien, 1912

Page: 264
Citation link: 
http://tudigit.ulb.tu-darmstadt.de/show/48-A-1089-03/0279
License: Creative Commons - No rights reserved (CC0)
0.5
1 cm
facsimile
264 Decken- und Bindemittel.
Unbenutzt bleibende Lademittel sind spätestens
innerhalb zweier Tage nach der auf die Entladung
des betreffenden Wagens folgenden Mitternacht auf
dem Wege, auf dem der Wagen gekommen ist,
frachtfrei an die Versandstation zurückzuschicken.
Lademittel, die aushilfsweise zur Benutzung für
eine nach der Eigentumsbahn bestimmte Sendung
der Beladestationen fremder Bahnen zugeschickt
werden, sind ebenfalls frachtfrei zu befördern.
Die Beförderung der Eademittel auf dem
Rückweg soll mit tunlichster Beschleunigung und,
soweit ausführbar, eilgutmäßig, jedenfalls aber
innerhalb der für jede Verwaltung zu berechnenden
Ladefristen erfolgen.
Bei verspäteter Rücksendung und verzögerter
Beförderung loser Wagendecken hat die schuldige
Verwaltung an die Deckeneigentümerin eine Ver-
zögerungsgebühr von 0-5 M. für jede Decke und
jede angefangenen 24 Stunden zu entrichten, soweit
die Verzögerung nicht durch besondere im Überein-
kommen bezeichnete Umstände veranlaßt worden ist.
Ansprüche in betreff verloren gegangener, be-
schädigter oder unrichtig abgefertigter Lademittel
brauchen nur berücksichtigt zu werden, wenn sie
innerhalb dreier Monate, vom Tage der Abfertigung
der Gegenstände auf der ursprünglichen Versand-
station an gerechnet, geltend gemacht werden.
Der Schriftwechsel über Verlust, Beschädigung
und unrichtige Abfertigung von Lademitteln ist
zunächst zwischen den beteiligten Stationen zu
führen; die Vorgesetzten Dienststellen oder die
Direktionen sollen erst dann mit den betreffenden
Ansprüchen befaßt werden, wenn der zwischen den
Stationen geführte Schriftwechsel erfolglos geblieben
ist, oder wenn es sich um Verrechnung der Ent-
schädigungsbeträge oder Geldbußen handelt.
Was die Aufbewahrung und Behandlung
der Wagendecken und der sonstigen Lade-
inittel auf den Stationen anlangt, so be-
stehen hierüber bei jeder Bahn verschiedene,
den örtlichen Verhältnissen angepaßte Vor-
schriften.
Bei den belgischen Staatsbahnen werden
dem Absender gehörende Decken mit der
Sendung dem Empfänger zugestellt, der für
die Rücksendung mittels Frachtbriefes Sorge
zu tragen hat. Für die Rücksendung wird eine
Taxe von 050 Frs. ein geh oben, ohne Rück-
sicht auf die Zahl der Decken bei Beförderung
als Frachtgut. Dem Absender gehörende Lade-
mittel werden frachtfrei rückbefördert, wenn sie
für Dienstsendungen verwendet worden sind.
Auf den französischen Bahnen bestehen
für die Beförderung der Lademittel keine
allgemeinen Vorschriften.
Decken, die zum Schutz aufgelieferter oder
angelang er Güter, insbesondere wenn diese
im Freien lagern müssen, dienen, werden
seitens der Eisenbahnen fast überall unent-
geltlich beigestellt.
Auf den italienischen Bahnen gewähren
die Verwaltungen den Absendern, die für die
in offenen Wagen zu befördernden Güter ihre
eigenen Decken gebrauchen wollen, deren
freie Beförderung auch für den Rückweg,

— Deckungssignale.
wenn sie innerhalb 3 Monaten erfolgt. Gleiche
Vergünstigung gewähren sie für Ketten und
Rungen, die zur Befestigung von Langholz
oder anderen Gegenständen auf den Wagen
gedient haben.
Die im Eigentum von Privaten befindlichen
Decken, Ketten oder Rungen müssen mit
einer Nummer und Marke des Absenders
versehen sein.
Die Rückbeförderung erfolgt in Eilfracht,
aber ohne Verantwortlichkeit für eine Ver-
zögerung, sofern die für Frachtgutsendungen
festgesetzte Lieferfrist nicht überschritten ist.
Wenn der Versender für solche Güter,
die die Verwaltung in offenen Wagen zu
befördern berechtigt ist, auf dem Frachtbrief
die Verwendung einer oder mehrerer Decken
verlangt, so wird bei Eilgut eine Gebühr von
0*0116 L. für die Decke und km, mindestens
aber El6 L. für jede gelieferte Decke, bei
Frachtgut eine Gebühr von 0*0103 L. für die
Decke und km, mindestens aber 1*03 L. für
jede gelieferte Decke erhoben.
Die Verwaltung ist zur Lieferung von
Decken nur verpflichtet, soweit solche vor-
rätig sind, und kann sie verweigern, sofern
sie wegen der Beschaffenheit der Güter be-
schädigt werden können.
Nach den allgemeinen Tarifvorschriften der
schweizerischen Bahnen findet die Über-
lassung von Decken an den Absender auf
dessen Antrag seitens der Eisenbahn nur
statt, soweit solche verfügbar sind und eine
Beschädigung durch das zu verladende Gut
nach dem Ermessen der Versandstation nicht
zu befürchten ist. Das Auflegen der mietweise
überlassenen Decken obliegt dem Absender.
Dem Absender gehörige Decken werden unter
ähnlichen Bedingungen wie in Deutschland,
Österreich und Ungarn mit der Ladung-
frachtfrei und auf dem Rückwege zu sehr
ermäßigten Frachtsätzen befördert. Auch für
die Beförderung der Ladegeräte, Wärme- und
Kälteschutzmittel des Absenders gelten nahezu
gleiche Vorschriften wie bei den deutschen,
österreichischen und ungarischen Eisenbahnen.
v. Rincildini.
Deckung der Züge, s. Zugdeckung.
Deckungssignale (signal for protection
of trains, train-protecting signal; signal de
coavcrture des trains; segnale di protezione
del treno) sind alle Signale, die dazu bestimmt
sind, einen Zug vor einem hinter dem Signal
hegenden Gefahrpunkt zum Fialten zu bringen.
Der durch ein solches Signal zu deckende
Gefahrpunkt kann verschiedener Art sein. Es
kann ein Punkt der Strecke sein, der dauernd
besondere Aufmerksamkeit erfordert, wie die
loading ...

DWork by UB Heidelberg
Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt   |    Imprint   |    Datenschutzerklärung   |    OAI   |    RSS   |    Twitter   |    seo-list