Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Dritter Band): Braunschweigische Eisenbahnen - Eilgut — Berlin, Wien, 1912

Page: 269
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Deichselgestelle.

nutzung führenden Reibungswiderstände zu
vermindern.
Eine Abart dieses Haswellschen zweiachsigen
Pendelgestelles ist das ab 1877 durch viele
Jahre hindurch in Österreich bei Schnellzug-
lokomotiven oft angewendete zweiachsige
Kam per sehe D. und das einachsige D. von
Busse (dänische Staatsbahnen, Abb. 240au.b).
Im Grundgedanken gleich mit dem von
Haswell im Jahre 1852 vorgeschlagenen zwei-

Ein Mittelding zwischen D. und Drehge-
stellen bilden die ab 1860 an spanischen und
luxemburgischen Lokomotiven von Vaessen
in Belgien eingeführten Pendel-Deichsel-
gestelle, bei denen ein Drehgestell (Mittel-
zapfen zwischen den Räderpaaren) durch eine
den Mittelzapfen umfassende Deichsel mit
dem Hauptrahmen gelenkartig verbunden ist.
Bei diesem D. (Abb. 241) liegt der Deichscl-
drehpunkt in bezug auf die normale Fahrt-


Abb. 240 a. Abb. 241.

achsigen D. (s. Bisselgestelle) sind die das
Wesen der Engerth-Lokomotiven ausmachenden
D., die, den Feuerkasten umgreifend, einen
Teil des Kesselgewichtes und einen Teil des
Gewichtes der Vorräte tragen (s. Engerth-
Lokomotiven).
Eine Umkehrung der Radfolge der Engerth-
Lokomotiven zeigen die Mallet-Rimrott-Loko-
motiven (s. artikulierte Lokomotiven), bei denen
das unter dem Langkessel gelagerte D. die
Niederdruckzylinder trägt.
Aus den D. entstanden sind auch die Dreh-
gestelle von Helmholtz und Zara (s. Dreh-
gestelle).

richtung vor dem ersten Räderpaare, so daß
diese Deichsel das Drehgestell in gewissem
Sinne zieht. Derartige Gestelle werden ge-
zogene Gestelle genannt. Eine wirkliche Be-
deutung kommt dieser einst hoch angeschla-
genen Einrichtung nicht zu.
D. führen, da sie ihrer Bauart nach der
seitlichen Verschiebung wenig Widerstand (Ver-
drehung) entgegenstellen (s. Drehgestelle), bei
hohen Geschwindigkeiten und nicht gut an-
geordneten Gegengewichten in den gekup-
pelten Rädern zu unruhigem Lauf der Loko-
motive (Schlingern), wenn sie als führende
Gestelle verwendet werden.
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