Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Dritter Band): Braunschweigische Eisenbahnen - Eilgut — Berlin, Wien, 1912

Page: 306
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Deutsche Eisenbahnen.

jeweils letzten amtlichen Statistiken auf 1 Mill.
Reisende Tötungen und Verletzungen

in Deutschland
„ der Schweiz
„ Frankreich .

0'47 (nur für Vollspurbahnen)
091
0 98 (nur die bei Zugunfällen
vorgekommenen Tötungen
und Verletzungen)
2'02 (Voll- und Schmalspur-
bahnen)
2’07 (ohne die Reisenden auf
Zeitkarten)
Belgien .2-65
Vereinigte Staaten
von Nordamerika . 12*87
C. Verkehrs- und Tarif wesen.

Österreich-Ungarn
Fngland ....

1. Allgemeines. Der Hauptzweck des
Betriebs der Eisenbahnen ist die Beförderung
von Personen und Gütern, der Verkehr.
Dieser zerfällt naturgemäß in 2 Hauptteile,
den Personen- und den Güterverkehr. Nach
feststehendem Gebrauch rechnet man ersteren
auch die Beförderung des Reisegepäcks und
des nach ähnlichen Grundsätzen behandelten
sog. Expreßguts hinzu, während zu den Gütern
auch die Tiere gerechnet werden, so daß der
Tierverkehr eine besondere Abteilung des
Güterverkehrs bildet. Beide Arten des Verkehrs
regeln sich in Deutschland in erster Einie
nach der Eisenbahnverkehrsordnung
(EVO.) vom 1. April 1909, die nach ihrem
§ 1 auf allen dem öffentlichen Verkehr
dienenden Haupt- und Nebeneisenbahnen
Deutschlands gilt, für den internationalen
Verkehr jedoch nur so weit, als dieser nicht
durch besondere Bestimmungen geregelt ist.
Hiermit ist namentlich das sog. Berner inter-
nationale Übereinkommen über den Eisenbahn-
frachtverkehr (IÜ.) vom 14. Oktober 1890 ge-
meint, dessen jetzige Fassung vom 10. Okto-
ber 1901 an gültig ist.
Näheres über die EVO. und das IÜ. s. in
den besonderen Artikeln.
Auf Grund der EVO. werden von den D.
Tarife aufgestellt, die alle für den Beförderungs-
vertrag maßgebenden Bestimmungen, die Be-
förderungspreise, die Nebengebühren u. s. w.
enthalten. (Näheres s. Gepäck-, Güter-, Per-
sonentarife u. s. w.)
2. Personenverkehr.

Die Gesamtzahl der beförderten Personen betrug
im Jahre 1910 rund E6 Milliarden, die Gesamtzahl
der gefahrenen P/kni rund 35 Milliarden. Auf
1 km durchschnittliche Betriebslänge entfallen
616.524 P/Zv«, jede Person ist durchschnittlich
22 97 km weit befördert worden. Die Einnahme aus
der Personenbeförderung betrug rund 835 Mill. M.,
auf 1 km Betriebslänge 14.543 M., auf 1 Pjkm
2*36 Pf. Diese letztere Einnahme, die entscheidende
Zahl für die durchschnittliche Höhe der Tarife, ist
seit Jahren fortgesetzt im Fallen, sie betrug im
Jahre 1905 noch 2-58 Pf.
Die Verteilung des Personenverkehrs auf die
einzelnen Wagenklassen erhellt aus folgenden Zahlen:

Die Anzahl der in der I. Wagenklasse gefahrenen
Personen////« beträgt rund 334,/2 Mill. = 0 94% der
oben angegebenen Gesamtzahl, jede Person ist in
der I. Klasse durchschnittlich 134T4 km weit be-
fördert. Die Einnahmen aus der Personenbeförderung
I. Klasse beträgt rund 25 Mill. = 3% der oben an-
gegebenen Gesamteinnahmen des Personenverkehrs.
Auf 1 Personen//?/« entfallen 7 49 Pf. Die Anzahl
der Personen'///« II. Wagenklasse beträgt rund
3*6 Milliarden = 10 24% der Gesamtzahl, jede Person
ist durchschnittlich 29-34///« weit befördert. Die
Einnahme aus der II. Klasse beträgt rund 146 Milk,
d. s. 17 50% der obigen Gesamteinnahme, auf das
I Personen////« entfallen 4 03 Pf.
Die Anzahl der Personen////« III. Klasse beträgt
rund 13 9 Milliarden — 39*17% der Gesamtzahl, die
durchschnittliche Reiselänge für jede Person beträgt
2P86 km, die Einnahme aus der III. Klasse beläuft
sich auf rund 350 Mill. = 4E97% der Gesamtein-
nahme; auf das Personen////« entfallen 2 53 Pf.
In der IV. Klasse ist die Anzahl der gefahrenen
Personen/^/« = rund 16*2 Milliarden, d.s. 45*71%
der Gesamtzahl, die Reiselänge auf die Person ist
= 2E22/z/«, die Einnahme aus der IV. Klasse be-
i trägt rund 299 V4 Mill. = 35*84% der Gesamtein-
I nähme, auf 1 Personen//«« entfallen 1*85 Pf.
Auf Militärfahrscheine und -karten sind insgesamt
rund P4 Milliarden Personen////« befördert = 3-94%
der Gesamtzahl. Die Einnahmen von rund 14 Mill.
bildet nur E69% der Gesamteinnahme, auf 1 Per-
sonen//«« entfällt 101 Pf.
Auf die Beförderung von Gepäck und Hunden
entfällt eine Einnahme von rund 30 Mill. M. An
Gepäck sind befördert 114,323.104 /////«.
Die Verkehrseinnahmen aus dem Personen- und
Gepäckverkehr betragen 871,299.733 M. = 28-65%
der Gesamteinnahmen.
3. Güterverkehr.
Die Güterverkehrseinnahmen der D. im Jahre
1910 betrugen insgesamt 1.962,340.0S8 M., das sind
64-52% der Gesamteinnahme. Auf 1 km Betriebs-
länge entfallen danach 33.485 M. Diese letzte Ziffer
ist in fast fortgesetztem Steigen begriffen, sie belief
sich im Jahr 1905 noch auf nur 29.086 M., stieg bis
1907 auf 32.080 M., sank für 190S auf 30.465 und
hob sich seitdem wieder.
Von den Güterverkehrseinnahmen entfallen auf
Eil- und Expreßgut 80,086.685 M., auf Frachtgut
1,756 834.101 M., auf Postgut 2,642.121 M., auf
Militärgut 6,692.005 M., auf Vieh einschließlich
Pferde, ausgenommen Hunde, 47,980.482 M., auf
Reichen 1,076.276 M., auf frachtpflichtiges Dienstgut
einschließlich Baumaterialien 10,515.181 M., auf
Nebenerträge 56,504.246 M.
Die Anzahl der gegen Frachtberechnung ge-
fahrenen tkm beträgt rund 52 Milliarden, genau
51.814,876.440. Auf das gefahrene tkm entfällt eine
Einnahme von 3'67 Pf. Diese für den Durchschnitts-
preis der Güterbeförderung maßgebende Zahl ist
seit 1905 nur geringen Schwankungen unterworfen
gewesen, im genannten Jahr war sie der von 1910
gleich, sank 1907 auf 3‘64 Pf. und hob sich seitdem
wieder auf die jetzige Höhe.
Von den beförderten Gütermengen entfallen
auf Eil- und Expreßgut 476,284.187 tkm = 0'92%
der geförderten Gesamtmenge, auf Frachtgut
1.758,335.796 tkm — 92 39% der Gesamtmenge, auf
Militärgut 101,579.515 tkm = 0-20%, auf Vieh
599,638.468 tkm 116% der Gesamtmenge..
Das geförderte Frachtgut in tkm verteilt sich auf
die einzelnen Tarifklassen in Prozenten der Gesamt-
beförderung folgendermaßen:
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