Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Dritter Band): Braunschweigische Eisenbahnen - Eilgut — Berlin, Wien, 1912

Page: 333
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Dienstabzeichen. - Dienstalterszulagen.

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bei Personenzügen ein rotes Tragband, bzw.
eine rote Tasche, die Pförtner tragen ein
Messingschild mit der eingestanzten Bezeich-
nung „Pförtner," die Bahnpolizeibeamten ein
gleiches Brustschild mit der Inschrift „Bahn-
polizei," die Gepäckträger ein Mützenschild
mit der Bezeichnung „Gepäckträger Nr —,"
die Dienstfrauen eine Armbinde, die Schaffner
bei Personenzügen und die Bahnsteigschaffner
am Mützenstreifen die Dienstnummer u. s. w.
Das D. hat seine Bedeutung sowohl für
das Publikum, das dadurch ei fährt, an wen
es sich zu wenden hat, wie auch für die
den Dienst kontrollierenden Vorgesetzten, denen
unmöglich jeder unterstellte Bedienstete von
vornherein persönlich bekannt sein kann. Zu-
gleich trägt aber das D. auch dazu bei,
das Pflichtbewußtsein seiner Träger zu
steigern (Näheres s. Dienstkleid). Seydel.
Dienstaltersgrenze. Die Erreichung eines
bestimmten Alters, die den etatsmäßig an-
gestellten Beamten die Möglichkeit gewährt,
unter erleichterten Bedingungen ihre Versetzung
in den Ruhestand nachzusuchen, anderseits
aber auch die Eisenbahnverwaltung in die Lage
versetzt, derartige Beamte unter gewissen Voraus-
setzungen auch gegen ihren Willen in den
Ruhestand zu versetzen. AlsD. ist auf Grund der
entsprechenden Pensionierungsbestimmungen
bei den meisten Verwaltungen, wie bei den
badischen, bayerischen, preußisch-hessischen,
sächsischen, württembergischen, ferner bei den
österreichischen Staatsbahnen u. s. w., das
65. Lebensjahr festgesetzt, das ja auch sonst
in mancherlei Beziehung Befreiung von staats-
bürgerlichen Pflichten mit sich bringt.
Seydel.
Dienstalterszulagen, durch dieBesoldungs-
ordnungen festgesetzte Gehaltszulagen, Gehalts-
vorrückungen, die nach je einer bestimmten,
in derselben Gehaltsstufe zurückgelegten Zahl
von Dienstjahren fällig werden.
D. werden nach jedesmaligem Ablauf der
Wartefrist mit der Beschränkung gewährt, daß,
wenn der Bedienstete das Höchstgehalt seiner
Klasse erreicht hat, weitere D. entfallen. Die
D. werden unter der Voraussetzung bewilligt,
daß der einzelne Bedienstete seit der letzt-
gewährten Zulage sich dienstlich wie außer-
dienstlich zufriedenstellend geführt hat. Die
Zeitabschnitte, nach deren Ablauf die Dienst-
altersstufen anfallen, sind sehr verschieden und
schwanken zwischen einem und fünf Jahren.
Bei den preußisch-hessischen Staats-
eisenbahnen sind für jede Beamtenklasse (von
wenigen Ausnahmen abgesehen) Mindest- und
Höchstgehalt festgesetzt. Das Aufrücken inner-
halb einer Beamtenklasse erfolgt bei sämt-

lichen Beamten in Dienstaltersstufen von 3
zu 3 Jahren. Ein Rechtsanspruch auf Ge-
währung von Gehaltszulagen steht keinem
Beamten zu. Hat das Verhalten eines Be-
amten dazu geführt, ihm ausnahmsweise eine
der Zeit nach fällige D. einstweilen vor-
zuenthalten, so ist ihm der Grund der
Nichtbewilligung von Amts wegen mitzuteilen.
Die Zulage wird demnächst gewährt, sobald
die Anstände behoben sind. Bei den höheren
Beamten bedarf es sowohl zur einstweiligen
Vorenthaltung, wie auch, wenn diese verfügt
ist, zur späteren Bewilligung der D. der Ge-
nehmigung des Ministers der öffentlichen Ar-
beiten. Die einstweilige Vorenthaltung einer
D. hat für sich allein nicht die Wirkung, daß
dadurch der Zeitpunkt für das Aufsteigen in
die nächstfolgende Gehaltsstufe hinausgeschoben
wird.
Die Einführung der D. bei den preußisch-
hessischen Staatsbahnen, die auf alle Beamten-
klassen der Eisenbahnverwaltung ausgedehnt
ist mit Ausnahme der Eisenbahndirektions-
präsidenten, die Einzelgehälter von 12.000 M.
beziehen, hat sich als ein geeignetes Mittel
erwiesen, um den vielfachen Unzuträglichkeiten,
die bis dahin mit der Gehaltsverteilung nach
Gehaltsklassen infolge der häufigen und um-
fangreichen Verschiebungen des Beamten-
Personals der Eisenbahnverwaltung verbunden
waren, mit Erfolg vorzubeugen.
Bei den elsaß-lothringischen Reichs-
eisenbahnen besteht bezüglich der Gewährung
von D. dasselbe Verfahren wie bei den preußisch-
hessischen Staatsbahnen. Nur aus Gründen dis-
ziplinärer Natur kann das Verbleiben eines
Beamten auf der bisherigen Gehaltsstufe auch
nach Ablauf des Zeitraumes von 3 Jahren verfügt
werden.
Auch bei den bayerischen Staatseisenbahnen
erhalten mit Ausnahme der Ministerialdirektoren
und der Präsidenten der Eisenbahndirektionen,
die Einzelgehälter beziehen, die etatsmäßigen
Beamten D. in Zwischenräumen von 3 zu 3
Jahren.
Bei den sächsischen Staatsbahnen werden
einzelnen Beamtenklassen D. in Zwischenräumen
von je 2 Jahren gewährt, im allgemeinen sind
aber auch hier Vorrückungsfristen von 3 Jahren
üblich.
Für die Beamten der badischen Staatsbahnen
sind in der Regel D. in zweijährigen Zwischen-
räumen vorgesehen, während bei den württem-
bergischen Staatsbahnen das Vorrücken in die
höheren Gehaltsstufen, sofern nicht durch Gesetz
oder Etatsverabschiedung andere Vorrückungs-
fristen festgesetzt sind, je nach Ablauf von
3 Jahren erfolgt.
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