Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Dritter Band): Braunschweigische Eisenbahnen - Eilgut — Berlin, Wien, 1912

Page: 345
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Dienstgut.

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b) wenn die Beförderung von Massengütern,
wie Kies, Sand, Erde, Steine, in den Zügen
des öffentlichen Verkehrs aus betrieblichen
oder wirtschaftlichen Gründen unzweckmäßig ist.
Die D., soweit sie nicht ausschließlich mit
Arbeitszügen oder auf Kosten Dritter mit Fracht-
briefen des öffentlichen Verkehrs befördert
werden, sind im preußisch-hessischen Staats-
bahnverkehr mit Dienstgutfrachtbrief nach be-
sonderem Muster aufzuliefern. Frachtpflichtiges
und frachtfreies D. darf nicht mit einem
Frachtbrief aufgeliefert werden. Betriebsdienst-
kohlen sind nicht mit Dienstgutfrachtbrief,
sondern mit Begleitschein nach besonderem
Muster abzufertigen. Für D., das ausschließ-
lich in Arbeitszügen befördert wird, sind Be-
gleitpapiere nicht erforderlich. Im Verkehr mit
fremden Bahnen und für Sendungen auf
Kosten Dritter sind Frachtbriefe des öffent-
lichen Verkehrs zu verwenden.
Für die frachtfreie Beförderung anderer,
nicht zu den D. gehörenden Gegenstände
(Fade- und Ausrüstungsgegenstände zu Eisen-
bahnfahrzeugen, Ersatzstücke zu fremden
Wagen, verschleppte oder zurückgebliebene
Güter und Gepäckstücke, Umzugsgut von
Beamten) bestehen besondere Bestimmungen.
Bei den bayerischen Staatsbahnen
werden nach der vorläufigen Dienstanweisung
über dieVerfrachtung von D. vom 1. Oktober 1907
Betriebsdienstgüter frachtfrei befördert, während
Baudienstgüter frachtpflichtig sind und nur
unter bestimmten Voraussetzungen eine Fracht-
ermäßigung genießen (vgl. Ausnahmetarif für
Baudienstgüter vom 1. Januar 1907).
Jede Dienststelle, die Betriebsdienstgut an
eine andere Dienststelle abschickt, hat an
Stelle eines Frachtbriefs eine Dienstgutfracht-
karte als Begleitpapier beizugeben. An Private
dürfen Dienstgutfrachtkarten nicht abgegeben
werden. Für die Beförderung von Sendungen
auf Dienstgutfrachtkarte dürfen nur bayerische
Staatsbahnlinien, niemals fremde Bahnen be-
nutzt werden.
Baudienstgüter, die zwischen Dienststellen
der bayerischen Staatsbahnen versandt werden,
müssen von amtlich gefertigten Frachtbriefen
begleitet sein. Der Anspruch auf Anwendung
des Ausnahmetarifs für Baudienstgüter muß
im Frachtbrief amtlich bestätigt sein. Als
amtliche Bestätigung gilt auch die Verwendung
des Frachtbriefformulars für frachtpflichtiges
D. zu Bauausführungen, das ebenfalls an
Private nicht abgegeben werden darf.
Dienstgutsendungen von Privaten an Dienst-
stellen der bayerischen Staatsbahnen im inner-
bayerischen Verkehr werden wie Sendungen
des allgemeinen Verkehrs abgefertigt. Bei In-

| anspruchnah me der Frachtfreiheit oder der
Frachtermäßigung zum Baudienstguttarif ist
1 im Frachtbrief ein besonderer Vermerk anzu-
bringen.
Dienstgutsendungen von Dienststellen der
bayerischen Staatsbahnen an Private oder
andere Eisenbahnen sind, soweit nach den
Verträgen nicht Frachtfreiheit zugestanden ist,
wie Güter des allgemeinen Verkehrs zu be-
handeln.
Bei den sächsischen Staatsbahnen gelten
als D. (Dienstanweisung 1 zum Binnen-Güter-
tarif für die vollspurigen Pinien) Gegen-
stände, die der sächsischen Staatseisenbahn-
verwaltung gehören oder für sie bestimmt
sind. Die Dienstgutsendungen werden in fracht-
freie und frachtpflichtige eingeteilt. Zu den
: frachtfreien gehören die Sendungen zwischen
verschiedenen Dienststellen der Staatsbahnen,
die für deren eigene Zwecke benötigt werden,
zu den frachtpflichtigen dagegen Dienstgut-
sendungen von Privaten oder fremden Ver-
waltungen oder Behörden an Dienststellen
der Staatsbahnen oder von diesen Dienststellen
an Private u. s. w., ferner solche, die zur Ab-
gabe an Dritte oder zur Verwendung für
einen Dritten bestimmt sind oder auf Kosten
Dritter wiederherzustellen oder auszubesse n
| sind. Ausnahmsweise sind nicht als fracht-
pflichtige, sondern als frachtfreie Dienstgut-
sendungen zu behandeln: Wirtschaftsmaterialien
und Bekleidungsgegenstände unter bestimmten
Voraussetzungen, sowie Teile von Reichspost-
wagen und schmalspurige Reichspostwagen bei
Beförderung nach den Eisenbahnwerkstätten.
Frachtfreie Dienstgutsendungen sind mit
Fieferschein, frachtpflichtige mit vorschrifts-
mäßigen Frachtbriefen aufzugeben. Sendungen
im Gewicht von weniger als 20 kg werden
wie Eisenbahndienstbriefe und Dienstpakete
abgefertigt. Für Dienstgutsendungen in be-
: sonderen Zügen (Bauzügen) gelten besondere
1 Bestimmungen.
Nach den für die kgl. württem b er gischen
Staatseisenbahnen erlassenen Vorschriften
für die Beförderung dienstlicher Sendungen
sind als Beförderungsarten vorgesehen:
1. Beförderung durch die Bahn mit Fracht-
brief,
2. Beförderung in Arbeitszügen.
Alle D. sind unter Verwendung der For-
mulare zu dienstlichen Frachtbriefen nach
den Vorschriften für den öffentlichen Verkehr
mit der Bahn zu befördern. Sendungen, die
den Betrieb betreffen und Sendungen auf
Rechnung des Eisenbahnbaues oder der Dampf-
schiffahrtsverwaltung unter 1000 kg werden
ohne Frachtberechnung befördert, während
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