Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Dritter Band): Braunschweigische Eisenbahnen - Eilgut — Berlin, Wien, 1912

Page: 428
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Drehscheiben.

wählt man die Fahrbahnlänge um 0*8 bis
F0 m größer als den längsten Radstand der
in Betracht kommenden Fahrzeuge. Der Durch-
messer der D. wird dann noch etwas größer
ausfallen.
Bei regelspurigen Achsdrehscheiben beträgt
er 2 — 3 m, bei D. für Güterwagen 3*5 bis
6*5 m, für dreiachsige Personenwagen bis

namentlich für Lokomotiven, haben gewöhnlich
nur ein Gleis.
Die Drehachse ist in der Regel die senk-
rechte Schwerpunktachse des Scheibenkörpers,
eine Anordnung, die den einfachsten Aus-
gleich der Eigengewichte und daher die
kleinsten Bewegungswiderstände ergibt. In-
dessen müssen mit Rücksicht auf den verfüg-


Abb. 278. Kreuzdrehscheibe.



9 m, für vier- bis sechsachsige Personenwagen
16 — 20 //? und endlich für Lokomotiven 12*5
bis 22 m. Die Atchison-Topeka- und Santa Fe-
Eisenbahn hat in neuester Zeit für Mallet-
lokomotiven D. mit einem Durchmesser von
36*5 m gebaut. Bei der Wahl der Bauart sind
neben dem Radstand auch das Gewicht und
die Art des Fahrzeugs, der für die D. zur
Verfügung stehende Raum und schließlich die

baren Raum gelegentlich besondere Formen
gewählt werden, so die Sektordrehscheibe
(Abb. 280), auch Pendelscheibe oder Dreh-
weiche genannt, die Segmentdrehscheibe
(Abb. 281) und die D. mit zwei parallelen
Gleisen (Abb. 282), die erforderlich wird, wenn
z. B. in eng aneinanderliegenden Gleisen in
Straßen oder zwischen Gebäuden eine Scheibe


Art und Häufigkeit der Benutzung maß-
gebend.
Man unterscheidet ein- und mehrgleisige D.
Die Fahrschienen werden bei Achsen- und
Wagen-D. häufig als zwei rechtwinklig sich
schneidende Gleise (Kreuzdrehscheibe, Abb. 278)
seltener als drei unter einem Winkel von 60°
gegeneinander geneigte Gleise (Sterndreh-
scheibe, Abb. 279) angeordnet, wodurch die D.
zwar leistungsfähiger, aber auch infolge der
sich durchdringenden Hauptträger verwickelter
und teurer werden. Mehr als drei Gleise
werden kaum angewendet, da die große Zahl
der Stöße beim Befahren der vielen Schienen-
lücken zu nachteilig wirkt. Die größeren D.,

Abb. 282. Drehscheibe mit Parallelgleisen.
mit großem Durchmesser für lange Radstände
Platz finden soll.
D., die zur Sicherheit für Menschen und
Tiere oder mit Rücksicht auf starke Schnee-
fälle ganz abgedeckt sind, nennt man Voll-
scheiben zum Unterschied von den Teil-
scheiben (Drehbrücken), die nur zwischen
den Fahrschienen abgedeckt und daneben
zu beiden Seiten mit Laufstegen ausgerüstet
sind. Lokomotiv-D. sind in der Regel
Teilscheiben, da bei ihnen die volle Ab-
deckung besondere Träger mit Laufrädern
u. s. w. erfordern würde. An verkehrsreichen
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