Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Dritter Band): Braunschweigische Eisenbahnen - Eilgut — Berlin, Wien, 1912

Page: 446
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Drucksachen Verwaltung. Dübel.

rialien bei Neubeschaffung oder Ergänzung der Be-
stände monatliche, Beschaffungspräliminarien abzu-
fassen und der Vorgesetzten Staatsbahndirektion
vorzulegen. Die Beschaffung der Drucksorten erfolgt
nach Maßgabe der hierüber geltenden Vorschriften
durch öffentliche oder beschränkte Ausschreibung
oder ohne solche durch Vertrag mit bestimmten
leistungsfähigen Geschäftsfirmen. Seyciel.
Druckknopfsperre s. Blocksperren.
Dübel (plug; cheville; caviglia), hölzerne
Einsatzstücke zur Verbesserung der Schienen-
befestigung auf hölzernen Querschwellen.
Zur Befestigung der Schiene oder ihrer
Unterlagsplatte auf den hölzernen Querschwellen
benutzt man Schienennägel oder Schwellen-
schratiben. Schienennägel haben den Vorteil
größerer Widerstandsfähigkeit gegen Seiten-
kräfte, Schwellenschrauben den der größeren
Haftfähigkeit, d. h. des Widerstandes gegen
Herausziehen. Man hat deshalb früher grund-
sätzlich auf der Innenseite der Schienen Nägel,
auf der Außenseite Schrauben angewendet.
Neuerdings ist man jedoch mehr und mehr
dazu übergegangen, durchweg Schrauben zu
verwenden, schon aus dem Grunde, weil
die Vorhaltung verschiedener Befestigungs-
mittel unbequem ist. Die Schwellenschrauben
stellen nun gewisse Anforderungen an die
Haltbarkeit der Holzfaser; in Weichholz ist
sowohl die Haftkraft wie auch der Widerstand
gegen Seitenkräfte nicht so groß wie in Hart-
holz, namentlich kommt auch hier ein Über-
drehen der Schrauben häufiger vor. Ein weiterer
Nachteil bei den Weichholzschwellen ist, daß
sich die Unterlagsplatte allmählich in das Holz
eindrückt, wobei zunächst die oben liegenden,
später auch die tiefer liegenden Fasern zerreißen.
Die Folge ist dann eine sowohl von der Ein-
drucksstelle der Unterlagsplatte wie auch von
den Löchern der Schwellenschrauben aus-
gehende Zerstörung der Holzfasern, wodurch
die im übrigen noch ganz gesunde Schwelle
unbrauchbar gemacht wird. Man pflegt derartig
unbrauchbar gewordene Holzschwellen dadurch
wieder brauchbar zu machen, daß man die
Unterlagsfläche nachdechselt, in die Schrauben-
löcher einen aus derselben Holzart bestehenden,
mit Teeröl getränkten Pflock eintreibt und bei
der erneuten Bohrung von Löchern die Schwelle
so verschiebt, daß gesundes Holz getroffen wird.
Der von A. Collet erfundene D. hat den
Zweck, die Schwellenschraube nur mit hartem,
für sie geeignetem Holz in Berührung zu
bringen, ln die Weichholzschwelle wird ein
mit Gewinde versehenes rundes Hartholzstück
von 40 mm Durchmesser eingeschraubt, das
am oberen Ende kegelförmig gestaltet und am
unteren Ende durch eine Metallkappe ver-
schlossen ist (Abb. 308). Auf diese Weise soll

erreicht werden, daß die Unterlagsplatte in
erster Linie nicht auf weichem, sondern auf
dem harten Holz der D. aufliegt und daß nicht
nur die Oberfläche der Schwede, sondern
auch die tieferen Schichten zum Tragen heran-
gezogen werden.
Die D. werden nicht nur in neue Schwellen
eingesetzt, sondern auch in alte Schwellen,
deren Schraubenlöcher bereits ausgeweitet
und deren Holzfasern in der Umgebung der
Löcher zerstört sind. Der Widerstand gegen
das Herausziehen soll bei alten Schwellen
um 80% erhöht werden. Die Herstellung der
Verdübelung wird in Deutschland von den
Dübelwerken in Charlottenburg übernommen,
ti. zw. jedesmal in größeren Mengen von
mindestens 5000 Stück, da die Arbeit mit
Maschinen bewerkstelligt wird und die Errich-


i tung eines kleineren Dübelbetriebes nicht wirt-
schaftlich ist. Der Dübelbetrieb wird auf einem
Schwellenlagerplatz eingerichtet. Alte Schwellen
gelangen zunächst unter eine feststehende
Hobelmaschine, bei der die Auflagerflächen
glatt gehobelt werden. Dann werden die
Schwellen in großer Zahl flach hintereinander
gelegt und auf ihnen Grubenschienengleise
befestigt, auf denen die fahrbaren Maschinen
laufen. Jede Maschine besteht aus einem Wagen
und zwei an ihm befestigten wagrecht dreh-
baren Armen, die je eine senkrechte Spindel
tragen. Die erste Maschine bohrt die Löcher
in die Schwellen, eine zweite Maschine schneidet
die Gewinde ein. Die D. sind vorher in der
Fabrik hergestellt, mit dem inneren Gewinde
für die Aufnahme der Schwellenschraube ver-
sehen und mit Kreosot getränkt worden. Eine
dritte Maschine dreht nun die D. in die Löcher.
Der obere, etwa 10 mm vorstehende Feil der
D. wird dann von einer vierten Maschine
bündig mit der Oberkante der Schwelle ab-
gefräst. Die zweite bis vierte Maschine sind
gleich und werden je von einem dreipferdigen
! Motor angetrieben. Nun sind die Schwellen
zur Versendung oder Aufstapelung fertig. An
einem Tage werden 700 — 2000 Schweren ver-
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