Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Dritter Band): Braunschweigische Eisenbahnen - Eilgut — Berlin, Wien, 1912

Page: 447
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Dübel.

dübelt; die Kosten der Verdübelung einer
Schwelle betragen rund 1*2 M. (L35K).
Das Verfahren hat sich in Frankreich
außerordentlich bewährt. Auf der Hauptstrecke
der Paris-Lyon-Mittelmeerbahn liegen beispiels-
weise Weichholzschwellen, die nach ihrer ersten
Auswechslung verdübelt wurden, in Haupt-
gleisen schon seit 16 Jahren. In Deutschland
sind die Erfolge nicht überall gleichmäßig ge-
wesen, stellenweise ist es vorgekommen, daß
die einmal eingetretene Zerstörung des Weich-
holzes außerhalb der D. weiter ging und die
D. sich lockerten. Auch wurde gelegentlich ein
ungleiches Aufliegen der Unterlagsplatte auf
der Oberfläche der D. beobachtet.

Wagrechtc Oberfläche, Draufsicht.



Abb. 309. Hartholz-Einsetzplatte von Matthäi.
Den vielen und unbestrittenen Vorzügen der
D. stehen gewiß Nachteile gegenüber. Einer dieser
Nachteile besteht darin, daß man sich durch die
Verdübelung auf eine bestimmte Oberbauform
festlegt und die einmal verdübelten Schwellen
nicht für andere Oberbauformen mit ab-
weichender Stellung der Schrauben verwenden
kann. Auch müssen für Krümmungen je nach
der Spurerweiterung besondere abweichende
Maße für die Stellung der D. angewendet
werden. Hierbei geht also der Vorteil, auch
in den Gleiskrümmungen Weichholzschwellen
verwenden zu können, zum Teil wieder ver-
loren. (Von einer allgemeinen Einführung ver-
stellbarer Unterlagsplatten für Holzschwellen,
bei der die Lochung der Schwelle unabhängig

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von der Spurweite vorgenommen werden kann,
ist von der preußischen Staatseisenbahnver-
waltung Abstand genommen worden.) Als ein
fernerer Nachteil kann angesehen werden, daß
die Biegungsfestigkeit der Schwelle, besonders
auf der Zugseite, gerade an der Stelle ver-
mindert wird, wo die größten Kräfte auftreten.
Diese Gründe haben den Regierungs- und
Baurat Matthäi vom Eisenbahnzentralamt in
Berlin veranlaßt, die Einsetzung einer Hart-
holzplatte in die Weichholzschwelle vorzu-
schlagen, bei der die geschilderten Nachteile
der D. vermieden sind (Abb. 309 und 310). In
die (neue oder gebrauchte) Weichholzschwelle
wird ein kreisrunder Ausschnitt gemacht, der




Abb. 311. Doppeldübel.

unterschnittene Ränder besitzt und dessen
Fläche kugelförmig ausgebildet ist. In diesen
Ausschnitt wird eine ebenso geformte, ge-
tränkte Hartholzplatte in der Weise eingesetzt,
daß sie zunächst rechtwinkelig zu ihrer End-
lage aufgesetzt und dann um 90° gedreht wird.
Der Ausschnitt wird vorher mit einer erwärm-
ten, in der Kälte steifen Teerflüssigkeit ausge-
gossen, die alle Fugen zwischen Weichholz
und Hartholz ausfüllt und nach dem Erkalten
eine innige Verbindung herstellt. Das Zurück-
drehen der Einsatzplatte verhindern dieSchienen-
befestigungsmittel. Die Einsatzplatten können
aus dem gesunden Teil alter unbrauchbarer
Eichenschwellen, Brückenbalken u. dgl. her-
gestellt werden. Ihre Materialkosten sind daher
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