Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Dritter Band): Braunschweigische Eisenbahnen - Eilgut — Berlin, Wien, 1912

Page: 448
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Dübel.— Durchbiegung.

gering. Die Schienen können mittels der ge-
wöhnlichen Unterlagsplatten auf den Einsatz-
platten befestigt werden, u. zw. entweder mit
Schrauben oder mit Nägeln. Auch ist eine un-
mittelbare Auflagerung der Schienen zulässig;
die Oberfläche der Einsatzplatte erhält dann
die vorgeschriebene Neigung (Abb. 310). Die
Einsatzplatte macht also die eiserne Unterlags-
platte gewissermaßen entbehrlich. Die Breite
der Einsatzplatte ist so bemessen, daß die
Schwelle auch für Krümmungen Verwendung
finden kann. Bei Verwendung der Einsatzplatte
brauchen an die Abmessungen der Schwelle
nicht so große Anforderungen gestellt zu
werden; Schwellen zweiter Klasse genügen.
Die Hobelung der Auflagerflächen fällt fort.
Durch die Einsatzplatte wird der Druck auf
eine große Unterfläche verteilt und die Schwelle
geschont. Eine Verminderung der Biegungs-
festigkeit findet nicht statt, da an der Zugseite
die Schwelle nicht verändert wird. Es empfiehlt
sich, die Faser des Hartholzes diagonal anzu-
ordnen. damit keine Kante der eisernen Unter-
lagsplatte parallel zur Holzfaser liegt und sich
in das Holz eindrückt. Sind die Einsatzplatten
schlecht geworden, so können sie zerschlagen
und durch neue ersetzt werden. Diese Aus-
wechslung kann sogar erfolgen, ohne daß
Schiene und Schwelle aus dem Gleis entfernt
werden. Mit der Matthäi sehen Einsatzplatte
sind Versuche in größerem Umfange auf
deutschen und ausländischen Bahnen begonnen
worden.
Als Doppeldübel werden wagrechte Stifte
bezeichnet, die dazu dienen, zwei unmittelbar
aneinander liegende Stoßschwellen zu einer
Doppelschwelle zu vereinigen. Abb. 311 zeigt
den Doppeldübel der preußischen Staatseisen-
bahnverwaltung. Das Gewicht eines Doppel-
dübels beträgt 0*45 kg) zur Vereinigung zweier
Holzschwellen benutzte man fünf D. Die An-
ordnung ist wieder verlassen worden, da sie
sich nicht sonderlich bewährt hat; an Stelle
der Doppeldübel treten jetzt durchgehende
Sch rauben bolzen.
Literatur: Rev. gen. Februar 1900. — Bulletin de
la societe d’encouragement pour l'industrie nationale.
Juni 1900. - Glasers Ann. 1903, Bd. 53, Nr. 634.
Rev. gen. industrielle. 16. Juni 1904. — Organ, Januar
1905. — Ztschr. d. österr. Ing.-V., 1905, tieft 36 und
37. — Ztg. d. VDEV., 29. Januar und 1. Februar 1908.
Eis.-T. d. G., 2. Band, 2. Abschnitt. Wiesbaden
1908, S. 230. — Organ, Dezember 1908. — Hb. d.
Ing.-V., 5. Teil, Der Eisenbahnbau. 2. Band, Leipzig
1906, S. 194 und 346. — Zeitschrift des Vereins
technischer SekreLäre. März — April 1909. — Glasers
Ann. 1912, Bd. 71, Nr. 847. Schimpff.
Dufour-Feronce, Jean Marc Albert, Leip-
ziger Kauf- und Handelsherr, geboren am 20. De-
zember 1798 zu Leipzig, hatte sich auf Reisen in

England 1822- 1830 eingehende Kenntnis des
Eisenbahnwesens erworben und bildete zugleich
mit dem bekannten Nationalökonomen Friedrich
List und den Leipziger Kaufleuten Wilhelm
Seyffert, Gustav Harkort und Karl Lampe ein
Komitee, das im Herbst 1833 auf An-
regung des Zuerstgenannten »zur Beratung
über den Nutzen einer Eisenbahn von Leipzig
nach Dresden" zusammentrat und mit Tatkraft
und Unternehmungslust die ersten Schritte
tat, um diese erste größere Lokomotivbahn
Deutschlands ungeachtet der entgegenstehenden
großen Hindernisse zur Verwirklichung zu
bringen. In diesem Komitee, sowie später als
Mitglied des am 3. April 1834 gewählten Eisen-
bahnkomitees, entwickelte er eine rastlose und
erfolgreiche Tätigkeit. Bei der Konstituierung
des Direktoriums am 15. Juni 1835 wurde er
zum Direktorialmitglied gewählt, in welcher
Stellung er bis zu seinem am 21. November
1861 während einer Geschäftsreise in London
erfolgten Ableben verblieb.
Durchbiegung (sagging or hogging;
flexion; flessione) im weiteren Sinne die Größe
der infolge von Krafteinwirkungen bei einem
(stab- oder plattenförmigen) Körper sich er-
gebenden Änderung des Abstands seiner
Punkte von einer Geraden oder Ebene, die
man sich durch bestimmte Stützpunkte des
Körpers gelegt denkt; D. im engeren Sinn,
Einbiegung, auch Einsenkung, ist das Maß
der senkrechten Verschiebungen, die einzelne
Punkte der Längsachse eines stabförmigen
Trägers erleiden, wenn dieser auf zwei oder
mehr als fest vorausgesetzten Stützpunkten
aufliegt und entweder bloß durch sein eigenes
Gewicht, oder noch durch äußere Kräfte oder
Lasten beansprucht wird.
Die durch den Einfluß einer Last hervor-
gerufene D. verschwindet nach Aufhören der
Kraft (nach der Entlastung) entweder ganz
oder nur teilweise. Die wieder verschwindende
Änderung nennt man die elastische, die
andere die bleibende (permanente) D.
Bei den Probebelastungen von Baukonstruk-
tionen, hauptsächlich von Eisenbrücken (s.
Brückenprobe), wird nach Messung der ge-
samten D. die Probelast wieder entfernt und
die bleibende D. bestimmt. Der Unterschied
der beiden D. gibt sodann die elastische, die
mit der gerechneten in Vergleich gebracht
wird und nicht zu sehr davon abweichen soll.
Die bleibende D. soll in der Regel nicht
mehr als =7^ der Stützweite betragen. Bleibende
5000
D. sollen nur bei der erstmaligen Belastung
auftreten und nur von der unvermeidlichen
Unvollkommenheit der Anarbeitung, nicht
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