Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Dritter Band): Braunschweigische Eisenbahnen - Eilgut — Berlin, Wien, 1912

Page: 459
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0.5
1 cm
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Durchbiegung. - Durchbiegungszeichner.

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Sodann wurde vom Punkte 9V par-

des Punktes 8 ermittelt. Dabei wurde vom fest-
gehaltenen Punkte 9' die E-fache Längenänderung
des Stabes 9 4, als gezogen vom Punkte 9X aus nach
abwärts aufgetragen 9X 4\ Und zwar wurden im
Längenmaßstabe der Zeichnung 4 Einheiten der
elastischen Gewichte = 1 cm gemacht. Es müssen
daher zum Schlüsse die Ordinaten der Biegungs-
linie, ebenfalls im Längenmaßstabe der Zeichnung
. 4
(1 : 50) gemessen, multipliziert werden mit -
_4 _ 1
- 2000 - 500'
allel zu 8 9 die elastische Größe als Druck zum
Knoten 9 nach rechts aus aufgetragen und an ihrem
Endpunkte eine Senkrechte errichtet. Von 4X die
Parallelen zu 8 4 und 3 4 gezogen, die elastischen
Gewichte im entsprechenden Sinne aufgetragen und
die Senkrechten errichtet, so daß im Schnittpunkte
der Punkt 8X sich nach der Verschiebung ergibt.
Dieses Verfahren wurde nun fortgesetzt, bis sich
sämtliche Punkte des ersten Verschiebungsplanes
9' . . . . 0X ergaben. Da das Fachwerk ganz sym-
metrisch ausgebildet und auch ganz symmetrisch
belastet erscheint, gelangen die Knotenpunkte des
festen und des auf einer wagrechten Ebene gleiten-
den beweglichen Auflagers in ein und dieselbe
Höhe, d. h. der zweite Verschiebungsplan wird hier
zu Null und die durch 0' gezeichnete Wagrechte
ist bereits die Schlußlinie des Biegungsvieleckes.
Durch Einprojizieren der Punkte des ersten Ver-
schiebungsplanes in die Lotrechte der entsprechen-
den Punkte des Fachwerkes ergeben sich die Punkte
des Biegungsvieleckes. In unserem Falle stellt die
gezeichnete Linie die Biegungslinie des Untergurts
dar.
Literatur: W. Ritter, Anwendungen der graphi-
schen Statik. Zürich 4 Bände. I, 1888, II, 1890,
III, 1900, IV, 1906. — Müller-Breslau, Neuere
Methoden der Festigkeitslehre. 3. Aufl. 1904; Die
graphische Statik der Baukonstruktionen. I. Bd.,
4. Aufl., 1905, II. Bd., 1. Abt., 4. Auf!., 1907, 2. Abt.,
1. Aufl. 1908. — Keck-Hotopp, Vorträge über
Elastizitätslehre. I. Teil, 2. Aufl., 1905, II. Teil,
2. Aufl., 1908. - Osten fei d, Technische Statik.
1904. — Mohr, Abhandlungen aus dem Gebiete
der technischen Mechanik. 1906. — Handbuch
der Ingenieurwissenschaften. II; Der Brückenbau.
III. Bd., 4. Auf]., 1909. — Mehrtens, Vorlesungen
über Ingenieurwissenschaften. I. Teil, Statik und
Festigkeitslehre. I. Bd., 1999, II. Bd., 2. Aufl., 1910.
— Otzen-Barkhausen, Zahlenbeispiele zur stati-
schen Berechnung von Brücken und Dächern.
2. Aufl., 1908. — Anhang zu den Zahlenbeispielen.
1. Aufl., 1909. — Otzen, Praktische Winke zum
Studium der Statik. 1911. — Foerster, Taschen-
buch für Bauingenieure. 1911. Nowak.
Durchbiegungszeichner (Einsenkungs-
messer, Deflektionsmesser) (defjection indicator;
indicateur de flexion; misuratore della flessione),
Instrumente, die zur Feststellung der Durch-
biegung belasteter Träger, insbesondere bei
Probebelastungen im Betrieb befindlicher
Brücken benutzt werden und um diese Durch-
biegungen graphisch aufzunehnen. Es sollen
hier aber auch jene Vorrichtungen und Me-
thoden mit angeführt werden, die Durch-
biegungen nicht graphisch, sondern durch
Ablesen an Meßskalen ergeben.

Diese Vorrichtungen können, wenn von
Nonienschiebern, Fühlhebeln u. dgl. (s. Brücken-
probe) abgesehen wird, nach den bei ihrer
Herstellung maßgebenden Grundsätzen in drei
Arten geteilt werden:
1. Die einfachste Vorrichtung zu diesem
Zweck ist die Schreibevorrichtung (Schreib-
apparat), die im Artikel Brückenprobe be-
handelt ist (s. d.).
Bei einer anderen Vorrichtung der gleichen
Art zeichnet ein Stift, dessen Träger an einem
Gerüstholz befestigt ist, auf eine glatte, an
der zu erprobenden Konstruktion festgemachte,
mit Papier überzogene Tafel die Durchbiegung
als lotrechten Strich. Ebenso kann auch auf
eine an der Brücke befestigte, durch ein Uhr-
werk bewegte senkrechte Trommel eine krumme
Linie gezeichnet werden,
deren Ordinaten die
Senkungen des beobach-
teten Punktes darstellen.
Stift und Trommel
kommen auch in um-
gekehrter Befestigungs-
weise zur Anwendung.
Diesem ähnlich, je-
doch wesentlich ver-
bessert, ist der D. von
Askenasy (Abb.327). Er besteht aus einem Bügel
A, der an einem entsprechenden Konstruktions-
glied des zu beobachtenden Trägers festge-
schraubt wird. Auf diesem Bügel ist mittels
eines Kugelgelenks eine Messingtrommel a von


Abb. 328.

Abb. 329.

10 cm Durchmesser und 9 cm Höhe befestigt,
die im Innern ein zehn Minuten lang
gleichmäßig gehendes Uhrwerk mit Hemm-
vorrichtung enthält. Die Messingtrommel ist
mit einem Papierstreifen umwickelt, auf
dem sich die Durchbiegung des Trägers
mittels^ des durch eine Feder angedrückten
Stifts b aufzeichnet, u. zw. nach Abb. 328,
wenn das Uhrwerk ausgeschaltet, nach
Abb. 329, wenn es in Bewegung gesetzt ist.
Der Bügel B, der den an einer Stange c ver-
schiebbaren Stift b trägt, ist an einem von
der zu beobachtenden Konstruktion unab-
hängigen Gegenstand zu befestigen. Die Vor-
richtung ist auch zur Aufzeichnung der wag-
rechten Schwankungen zu benutzen.
2. Die Vorrichtungen der zweiten Art be-
ruhen auf den Gesetzen kommunizierender
Gefäße und zeigen ähnliche Einrichtungen
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