Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Dritter Band): Braunschweigische Eisenbahnen - Eilgut — Berlin, Wien, 1912

Page: 461
Citation link: 
http://tudigit.ulb.tu-darmstadt.de/show/48-A-1089-03/0480
License: Creative Commons - No rights reserved (CC0)
0.5
1 cm
facsimile
461

Durchbiegungszeichner.

Enden der aus Stahl hergestellten kräftigen
Spiralfeder B sind gelenkartig mit den Schrau-
benklemmen D verbunden. Das Lineal H,
das an der oberen Schraubenklemme durch
die auf demselben senkrecht stehende Achse J
drehbar angebracht ist, gleitet derart in einer
Führung des drehbaren Bleistiftträgers K, daß
der Stift L stets in einer zur Achse des
Lineals H senkrechten Ebene bleibt. Die
Klappe K enthält die Hülse des Stifts und
wird durch einen auf zwei Häkchen sitzenden
Gummiring leicht gegen das Lineal gezogen.
Der Graphitstift kann mittels eines auf der


Abb. 332. Abb. 333.

Hülse verstellbaren Ringes vorgeschoben und
festgestellt werden.
Ein von der Rolle P sich abwickelnder
Streifen Papier wird durch die Klemmen M
an dem Lineal befestigt.
Ist die Zwinge Q in entsprechender Weise
wagrecht oder senkrecht, entweder mit Hilfe
einer Leiter von unten oder, falls dies un-
tunlich, nach dem Abheben einer Diele von
oben an der zu erprobenden Konstruktion be-
festigt, so wird das Gewicht U lotrecht unter
der Zwinge fest auf den Boden gestellt oder
samt dem mittels des Karabiners V unmittelbar
daran befestigten Draht mit Hilfe der Kette
und Leine von oben hinabgelassen.
Bei Gewässern mit stärkerer Strömung
werden zwei oder mehrere Gewichte so über-
einander gestellt, daß die Zacken des oberen
Gewichts in die entsprechenden Vertiefungen
des unteren eingreifen, sodann mit der Kette
umschlungen und versenkt.
Sind dieselben fest gelagert, so wird bei
der ersten Art der Anwendung (Abb. 332) der

Draht G schlaff hängend mittels der Klemm-
schraube T festgemacht. Bei Trägern mit
Gurtprofilen, an denen die Zwinge Q sich
nicht anbringen läßt, wird der Draht mehrmals
um den Träger oder Gurt gewunden; bei
Holzträgern und Gewölben befestigt man ihn
am einfachsten an einem in das Holz
oder in eine Gewölbfuge eingeschlagenen
starken Nagel.
Nun wird die Vorrichtung immer in der
am leichtesten zugänglichen Höhenlage, zuerst
mit der oberen Schraubenklemme, an den
schlaff hängenden Draht geklemmt und die
Schraube D fest angezogen, sodann wird
durch Ziehen an dem Griff E der unteren
Klemme die Feder B je nach der zu er-
wartenden Senkung mehr oder weniger ge-
spannt und nun die untere Klemme in der
Weise an dem Draht befestigt, daß sich zwi-
schen beiden Klemmen eine lose Drahtschleife
bildet.
Sind an den Brücken keine Querkonstruk-
tionen angebracht, so wird der D. mit der
Bleistiftklemme nach oben an den Draht ge-
klemmt, samt Draht und Gewicht hinabgelassen,
dann durch geringes Aufziehen des Drahts
die Feder B entsprechend gespannt und der
Draht mittels der Klemme T an der Zwinge
befestigt.
Wird nun die Bleistiftklappe K geschlossen
und durch ein geringes seitliches Verschieben
des Papierstreifens die Stelluug des Bleistifts
angezeigt, so verzeichnet der Stift auf dem
Papierstreifen die unter der Belastung der
Brücke erfolgende Senkung oder Hebung des
beobachteten Punkts in ihrer wahren Größe.
Bei der zweiten Art der Anwendung
(Abb. 333) wird der Draht G über die hier
lotrecht zu stellende Rolle S 'der Zwinge Q
gelegt und die Spule Z frei hängend belassen.
Hierauf wird der D., selbstverständlich wieder
in der am leichtesten zugänglichen Höhen-
lage, zuerst mit seiner oberen Klemme an
dem herabhängenden Draht, dann nach ent-
sprechender Anspannung der Feder mit seiner
unteren Klemme an dem aufsteigenden Draht
befestigt. Wird nun die Bleistiftklappe ge-
schlossen und die Brücke belastet, so zeichnet
der Stift die Senkung oder Hebung des
beobachteten Punkts in doppelter Größe, weil
auch bei dieser Anwendung die gespannte
Feder die obere Klemme samt Lineal und
Papierstreifen stets gegen die untere Klemme,
bzw. gegen den mit ihr verbundenen Zeichen-
stift zieht. Diese Art der Verwendung des
Apparats empfiehlt sich also vornehmlich für
Konstruktionen mit sehr geringen Senkungen,
Brücken von kleinen Spannweiten, Pfeiler u. s. w.
loading ...

DWork by UB Heidelberg
Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt   |    Imprint   |    Datenschutzerklärung   |    OAI   |    RSS   |    Twitter   |    seo-list