Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Dritter Band): Braunschweigische Eisenbahnen - Eilgut — Berlin, Wien, 1912

Page: 469
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Durchgehende (kontinuierliche)

M = ~ql2 = ^- s und hiernach 3= ^R — h}
worin q=g-\-p die Belastung f. d. Längen-
einheit und h die Trägerhöhe bezeichnet, setzt
man ferner das größte von der Belastung her-
vorgerufene Stützenmoment näherungsweise
ALj = 0*12 ql2, so folgt mit h = 0*1 l und für
. ., E 2,000.000 oixnn i kvu
Eisenträger mit—= “^800— = ^500 als Nahe-
rungsausdruck für die Änderung des Stützen-
momentes infolge Stützensenkung
J Af, — 125 - Mv
Beträgt sonach beispielsweise die Stützen-
senkung 8 = 00002 /, so vermindert sich das
Stützenmoment um rund 20 % .

VIII. Einfluß einer ungleichen Er-
wärmung.
Wenn die beiden Gurtungen eines kontinuier-
lichen Trägers verschieden erwärmt werden,
was leicht möglich ist, wenn die eine Gurtung
durch die Fahrbahn gedeckt, während die an-
dere der direkten Sonnenbestrahlung ausgesetzt
ist, so hat der Träger im allgemeinen das
Bestreben, sich zu krümmen und infolgedessen
entweder sich von den Zwischenstützen abzu-
heben oder im vermehrten Maß auf diese
zu drücken. Hierdurch werden die für eine
gleichmäßige Temperatur berechneten äußeren
und inneren Kräfte verändert. Besitzt der Ober-
gurt eine höhere Temperatur als der Unter-
gurt, so wird der Träger sich nach aufwärts
krümmen, sich also von den Stützen abzuheben
suchen. Die positiven Biegungsmomente werden
dann vergrößert, die negativen Momente, des-
gleichen die Drücke auf die Zwischenstützen
werden vermindert. Das Entgegengesetzte findet
statt, wenn der Untergurt wärmer als der
Obergurt ist.
Bei einer Temperaturdifferenz -y t zwischen
Ober- und Untergurt, dem Ausdehnungs-
koeffizienten a des Schmiedeisens, und bei der
Trägerhöhe h berechnen sich die durch die
ungleiche Erwärmung hervorgerufenen Stützen-
momente aus einem Gleichungssystem von der
Form

A4 /■—1 Ir ~r 2 . (Ir lr+l) A4 r “J“ A4 r-\-\ . /r_j_i-
_ . 2 E a t 3 (Jlr A- Ir -j-1)
h
Bei zwei gleichen Feldern würde hiernach
das Moment an der Mittelstütze

M

db

und

angenähert

3 E a 3 V
2 h
die hiervon herrührende Gurtspannung

u = -r E a t.

Für t= ± 10° wird o = ± ISO kg für
Quadratzentimeter, d. i. bereits mehr als 20%

eir

Balken. - Durchgehende Wagen.
der Beanspruchung durch die Belastung. Über
die Vor- und Nachteile der kontinuierlichen
Träger bei Brückentragwerken s. Eiserne
Brücken. Melan.
Durchgehende Gleise, alle direkten
Schienenverbindungen zwischen zwei Stationen
oder zwischen einer Station und solchen Stellen,
die als selbständige Anfangs- oder Endpunkte
für die Beförderung von Personen oder Gütern
in den veröffentlichten Tarifen bezeichnet sind.
Als Länge der D. zwischen je zwei Stationen
wird die in der Längsachse der Bahn ge-
messene Länge von Mitte zu Mitte der Stations-
gebäude angesetzt.
Bei Abzweigungen auf freier Strecke ist die
Zungenspitze der Anschlußweiche als Anfangs-
punkt des abzweigenden Gleises angenommen.
Zu den durchgehenden Gleisen zählen dem-
nach nicht alle von den D. auf den Bahnhöfen
abzweigenden Gleise, also auch nicht das zweite
Hauptgleis auf Bahnhöfen eingleisiger Bahnen,
die Überholungsgleise, ferner Rangier-, Lade-,
Stockgleise u. s. w.
Durchgehende Wagen (through ccirri-
ages; voitures directes; vetture dirette) wer-
den für den Verkehr zwischen zwei oder
mehreren Orten eingerichtet, wenn dieser
zwar lebhaft aber nicht so groß ist, daß er
durch besondere Züge (s. Durchgangszug)
bedient werden kann. Dies gilt sowohl für
den Personenverkehr als auch für den Güter-
verkehr. Im Güterverkehr*bilden bei Beför-
derung von Wagenladungen D. die Regel.
Ob auch das Stückgut in D. zu befördern ist
oder auf Unterwegsstationen umgeladen wer-
den muß, wird allein vom wirtschaftlichen Stand-
punkte aus geprüft und bestimmt. Soweit der Um-
fang des Verkehrs es irgend rechtfertigt, ist man
bestrebt, auch hier D. zu bilden und Um-
ladungen zu vermeiden. Für den regelmäßigen
Verkehr werden auf Grund besonderer An-
ordnung und Vereinbarung mit den beteiligten
Verwaltungen D. in ein für allemal bestimmte
Züge eingestellt. Außerdem werden die Ver-
sandstellen ermächtigt, D. als geschlossene
Stückgutwagen zum Versand zu bringen,
wenn bestimmte Mengen Stückgut für eine
Empfangs- oder Umladestation vorhanden sind.
Im Personenverkehr kommen wesentlich
andere Gesichtspunkte für die Einrichtung von
D. in Frage. Ob hier ein D. zur Verfügung
gestellt werden kann, hängt in weit höherem
Maße als beim Güterverkehr von den Betriebs-
einrichtungen ab. Die Bequemlichkeit, die
darin liegt, daß der Reisende beim Antritt
der Fahrt einen bis zum Zielpunkt der
Reise durchgehenden Wagen vorfindet, wird
mit Zunahme der allgemein gebotenen Reise-
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