Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Dritter Band): Braunschweigische Eisenbahnen - Eilgut — Berlin, Wien, 1912

Page: 474
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Durchlässe.

sie hergestellt sind, in solche: A. aus Holz,
B. aus Eisen, C. aus Stein oder Stampfbeton,
D. aus Eisenbeton. Ferner unterscheidet man
offene und gedeckte, bzw. gewölbte D.,
je nachdem das Schotterbett des Oberbaues
innerhalb des D. unterbrochen ist oder durch-
läuft.
Den gedeckten und gewölbten D. ist un-
bedingt der Vorzug zu geben, da die Fahr-
bahn (Bettung und Schienen) keine Unter-

Ansicht. Längenscrmih.



Abb. 350.
brechung erleidet und da weiters das Auf-
lagern des Oberbaues auf unnachgiebigem
Mauerwerk bei offenen D. beim Darüberfahren
zu Stößen Veranlassung gibt, die durch die
Setzungen des Dammaterials vor und hinter
den festen Durchlaßwiderlagern -besonders
empfindlich und für den Betrieb nachteilig
wirken.
Die D. aus Holz sind entweder: 1. Stangen-
oder Knüppel-, 2. Rinnen-, 3. Deichei- und
4. Balkendurchlässe. Jene aus Eisen sind
1. Rohrdurchlässe oder 2. Eisenbalkendurch-
lässe (Schienen oder I-Eisen). Die D. aus
Stein oder Beton sind entweder: 1. Rohr-
durchlässe oder 2. gemauerte D., u. zw.: a) mit
Platten gedeckte, b) gewölbte. Eisenbeton-
durchlässe besitzen eine Platten- oder Platten-
balkendecke.
Zu den offenen D. sind nur die Holz- und
Eisenbalkendurchlässe zu zählen.
A. Hölzerne Durchlässe.
1. Stangen- oder Knüppel durch lässe
bestehen aus neben- und übereinander ge-
legten Stangen, die in ihren Zwischenräumen
das Wasser durchsickern lassen und zum
Schutz gegen Verunreinigung wohl auch dach-
förmig mit Steinen abgedeckt werden. Wegen
ihrer geringen Wirksamkeit und Dauerhaftig-
keit kommen sie selten und dann nur für

ganz untergeordnete Wege in waldreichen Ge-
genden zur Anwendung.
2. Rinnen durch lässe. Zweckmäßiger als
Stangendurchlässe sind die hölzernen Rinnen,
die halbrund aus einem nach der Länge durch-,
schnittenen Stamm oder auch rechteckig aus
3 — 6 cm starken Dielen gefertigt und mit
einer Diele überdeckt werden. Sind die höl-
zernen Rinnendurchlässe ganz von feuchtem
Boden umgeben, also in Sumpf-, Torf- oder
Moorgrund, so haben diese D. eine lange
Dauer, sonst faulen sie rasch und müssen
öfters erneuert werden.
3. Deicheidurchlässe sind hölzerne
Röhren (Deichein), die meist nur für längere
Wasserleitungen in Verwendung stehen; sie
kommen wegen ihrer geringen Weite zur
Durchführung atmosphärischer Niederschläge
selten mehr und dann nur an untergeordneten
Wegen zur Verwendung.
4. Balkendurchlässe. Die am häufigsten
vorkommenden Holzdurchlässe sind Balken-
durchlässe. Solche werden sowohl für Wege
als für Eisenbahnen unter gewissen Verhält-
nissen angelegt. Sie haben entweder hölzerne
oder steinerne Widerlager; erstere werden
nur in untergeordneten Straßen und bei be-
sonders schlechtem Untergrund oder bei pro-
visorischen Bauten ausgeführt.
Hölzerne Widerlager bestehen aus je einer
Pfahlreihe, die Pfähle in Abständen von 0’8 m
bis P2 m voneinander, mit aufgezapftem Holm,
auf dem die Tragbalken, von Widerlager zu
Widerlager reichend, aufliegen.
Über den Tragbalken und zu diesen senk-
recht, also parallel zur Durchlaßachse liegt für
Wegbrücken die Bedielung, die bei unter-
geordneten Wegen auch manchmal durch
Stangen ersetzt wird. Der Dielen- oder Stangen-
belag ist nicht selten noch mit einer Be-
schotterung überdeckt.
Bei Bahndurchlässen werden die Tragbalken
als einfache Langschwellen oder als gekuppelte
(verzahnte) Träger unter die Schienen gelegt,
der übrige Teil des D. wird einfach bedielt.
Die Anordnung eines Holzbalkendurchlasses
mit steinernem Widerlager für Eisenbahnen ist
in den Abb. 349 und 350 gegeben. Die Trag-
balken werden mit den auf den Widerlagern
ruhenden Auflagerschwellen verkämmt und
empfehlen sich für diese folgende Quer-
sch nitte:
für Hauptbahnen
bei Lichtweiten von 1 m 1‘2 m
Breite.0'26-0‘32 ü-26-0'32
Höhe . 0-26-0*32 0-29-0-34

bei Lichtweiten von L5 m 2 m
Breite.0-26-0’32 0*28-0-30
Höhe . 0*30-0-36 0-35-0‘38
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