Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Dritter Band): Braunschweigische Eisenbahnen - Eilgut — Berlin, Wien, 1912

Page: 493
Citation link: 
http://tudigit.ulb.tu-darmstadt.de/show/48-A-1089-03/0512
License: Creative Commons - No rights reserved (CC0)
0.5
1 cm
facsimile
493

D-Züge. - East Indian Railway. - Ecuador.

Für Züge des großen Durchgangsverkehrs
finden jetzt fast in allen Ländern Wagen mit
innerem Durchgang und Übergangsbrücken
Verwendung. Von den Wagen deramerikanischen

und deutschen D-Züge unterscheiden sie sich
im allgemeinen nur durch das Fehlen nume-
rierter Plätze. — Eine besondere Art der D-
Zi'ige sind die Luxuszüge (s.d.). Breusing.

E.

East Indian Railway (eigene Linien, Ende
1910: 2213 engl. Meilen = 3563 km), eine der
größten Eisenbahnen in Britiseh-Ostindien,
ehemals Privatbahn, am 1. Januar 1880 vom
Staat übernommen, aber noch von der Ge-
sellschaft betrieben, geht von Howra (westlich
von Calcutta) nordwestlich zu dem frucht-
baren Gangestal und stellt insbesondere auch
die Verbindung mit dem reichsten Kohlenfeld
Indiens bei Karharbari her. Die Spurweite be-
trägt 5 Fuß 6 Zoll engl. (P68 m). Die Eröff-
nung der ersten Strecke erfolgte am 15. August
1854. Der Kaufpreis betrug 32,750.000 £.
Die Zahlung erfolgt in Form einer Jahres-
rente von 1,473.750 £, die bis 1953 zu zahlen
ist. Der fünfte Teil der Jahresrente, d. h. ein
Kapital von 6,550.000 £, ist ausgeschieden und
im Besitz der East Indian Railway Company,
die auf Grund eines Vertrags von 1877
und 1899 bis 1929 den Betrieb der Bahn
führt. Die Besitzer der ausgeschiedenen
Summe erhalten an Stelle der Jahresrente 4%
Zinsen des Kapitals von 6,550.000 £ und
einen Anteil an den etwaigen Überschüssen
bis zum Betrag der Jahresrente. Die E.
hat eine Reihe von Bahnen in Betrieb,
nämlich die Delhi-Umballa-Kalka-Eisenbahn
(209 km), die South Behar-Eisenbahn (\21 km)
und die Tackessur-Eisenbahn (35 km). Diese
Bahnen haben dieselbe Spurweite wie die
Hauptbahn. Außerdem hat die Bahn eine Reihe
von Vereinbarungen über Gemeinschaftsbetrieb
mit Nachbarbahnen.
Das Anlagekapital betrug 1910: 457,310.700
Mark, die Einnahmen beliefen sich auf 64,693.300
Mark, die Ausgaben auf 39,098.700 Mark, das
Anlagekapital verzinste sich mit 8*54%, das
Verhältnis der Ausgaben zu den Einnahmen
betrug 60*44 % . v. der Leyen.
Echarmeauxtunnel. Der zweigleisige,
4152*33 m lange Tunnel liegt auf der Linie
Paray le Monial-Lozanne, zwischen den Sta-
tionen Poule (Süd) 521*17 /// ü. M. und Belle-
roche (Nord), 513*69 m ü. M., und durch-
schneidet harten syenitartigen Porphyr; an
wenigen Stellen ist das Gestein zersetzt und
druckhaft. Die größte Überlagerung des Tunnels
durch das Gebirge beträgt 186 m. Die Wasser-
zuflüsse wurden auf der Nordseite mit 88 //St.,
auf der Südseite mit 73 / St. ermittelt.

1621 m vom Südausgange wurde ein 95///
tiefer Lüftungsschacht angeordnet.
Der Tunnel liegt in der Geraden, steigt
von Nord mit 4*5 °/00 bis an den Lüftungs-
schacht und fällt von da bis an den Süd-
ausgang mit 2*5°/oo-
Der Bau wurde mit einem Firststo’len be-
gonnen, der mit Preßluftbohrmaschinen der
Bauart Eerroux (185 kg Gewicht, 4 Atm. Luft-
pressung) aufgefahren worden ist. Im übrigen
wurde die belgische Bauweise, also die Mauerung
mit dem Gewölbe beginnend, eingehalten.
Die durchschnittlichen täglichen Fortschritte
der maschinellen Bohrung im Firststollen wer-
den mit 3*2 und 3*8 /// angegeben. Das Ge-
wölbe erhielt Stärken von 0*4 und 0*6 ///; in der
kurzen Druckstrecke kam 0*8 /// starkes First-
gewölbe und ein Sohlgewölbe zur Anwendung.
Besonders hervorzuheben ist die Abdeckung
des Gewölbemauerwerkes mit Blechtafeln, wo-
bei ziemliche Wasserdichtheit erreicht wurde.
Der Bau wurde in den Jahren 1892 —1896
ausgeführt. Die Kosten des Tunnels betrugen
ohne Schacht 1859 Fr.////, mit Schacht
1876 Fr.////.
Literatur: Souterrain des Echarmeaux. Annales
des ponts et chaussees. 1900. Dolezalek.
Ecuador (Äquator), Freistaat im Westen
von Südamerika, erstreckt sich zu beiden Seiten
des Äquators, grenzt im Westen an den Stillen
Ozean, im Norden und Nordosten an Columbia,
im Süden und Südosten an Peru, hat einen
Umfang von 307.243 km2, ohne die Indianer
1,204.200 Einwohner. Das Land wird von Norden
nach Süden durch die höchsten Gebirgstöcke der
Kordilleren durchzogen; unter den Bergen be-
finden sich auch solche vulkanischer Natur. Der
höchste Berg ist der Chimborazo (6310 ///). Die
Hauptstadt Quito mit 80.000 Einwohnern liegt
2850 /// hoch. Der größte Hafenplatz ist
Guayaquil.
An Eisenbahnen besaß Ecuador im Jahre
1910 536 km. Die bedeutendste ist die im Jahre
1908 fertiggestellte, 478 km lange Guayaquil-
Quito-Eisenbahn, die zunächst in östlicher
Richtung bis auf die Höhe der Kordilleren
und dann in nördlicher Richtung weiter führt.
Die Fahrt von dem Hafen nach der Hauptstadt
dauert 40 Stunden, früher dauerte die Beför-
derung mit Maultieren 12—15 Tage. Der Betrieb
loading ...

DWork by UB Heidelberg
Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt   |    Imprint   |    Datenschutzerklärung   |    OAI   |    RSS   |    Twitter   |    seo-list