Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Achter Band): Personentunnel - Schynige Platte-Bahn — Berlin, Wien, 1917

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Philadelphias Schnellbahnen.

ausdehnung bereits auf 208 km. Die 1892 - 1895
durchgeführte Elektrisierung hat den Ent-
wicklungsgang außerordentlich beschleunigt;
Ende 1912 waren 910 km Gleise im Betrieb.
Dabei hat sich der bebaute Stadtraum in einer
Weise erweitert, daß die Benutzung der
Straßenbahn auf die größeren Entfernungen zu
zeitraubend geworden ist. Der Verkehr der
weiteren Umgebung wird durch gut gelegene
Vorortbahnen bedient (insbesondere die Penn-
sylvanische sowie die Philadelphia und Rea-
dingbahn), die ihrerseits wieder in einem aus-
gedehnten Netz elektrischer Schnellbahnen ihre
Ergänzung finden werden, deren erstes Glied

kehrsgesellschaft als reines Privatunternehmen
angegliedert ist, wurde in den Jahren 1907 und
1908 in Betrieb genommen. Bei der 69.Straße be-
ginnend (Abb.56), durchzieht sie den westlichen
Teil der Marktstraße bis über den Schuylkill
als Hochbahn (Abb. 57); nach dessen Über-
schreitung (Abb. 58) setzt sie sich als Tiefbahn
(Abb. 60) und nach beiderseitiger Umfahrung
des Rathauses in der östlichen Marktstraße fort
(Abb. 59); sie steigt am östlichen Ende dieser
Straße innerhalb eines Häuserblocks wieder zur
Hochbahn empor, die in südlicher Richtung
in die Delaware Avenue einbiegt. Die Länge
des Tunnelabschnitts beträgt 3,3 km, jene der


Abb. 60. Tiefbahn zwischen Schuylkill und Rathaus. (Schnellbahn mit außenliegenden Straßenbahngleisen.)

die im Betrieb befindliche Marktstraßen-Schnell-
bahn ist. Auch der Überlandverkehr hat sich
durch den Bau zahlreicher elektrischer Eisen-
bahnen bereits stark entwickelt.
Das gesamte Straßenbahnwesen ist heute in
den Händen der Schnellverkehrsgesellschaft
(Philadelphia Rapid Transit Co.) vereinigt,
die auch die Marktstraßen-Schnellbahn zur
Durchführung gebracht hat. Bis 1912 hat die
Gesellschaft einen Nutzen nicht zu erzielen
vermocht; während der Verlust 1912 noch
2/3 Milk M. betrug, schloß das Jahr 1913 zum
ersten Mal mit einem Gewinn von rd. 2,2
Milk M. ab. Im Jahre 1912 betrug — ohne die
Schnellbahn - die Zahl der beförderten
Personen 410 Milk; die Einnahmen beliefen
sich auf 80 Milk M.
1. Die elektrischen Schnellbahnen.
a) Die Marktstraßen-Schnellbahn. Die
Marktstraßen-Hochtiefbahn, die der Schnellver-

westlichen und östlichen Hochbahnstrecken 5,9
; und 1,3 km\ die Gesamtlänge mit Rampen und
I Flachstrecken beläuft sich auf 12,1 km. Die Spur-
! weite der Straßenbahn von 1,58 m ist auf die
Schnellbahn übernommen.
Gleichzeitig mit der Schnellbahn ist auch
eine von Westen kommende Straßenbahn
mittels der „Rathausschleife" unterirdisch in das
Geschäftsgebiet geführt. Der Straßen-und Schnell-
bahntunnel sind auf 2 km Länge zu einem einzi-
gen Bauwerk vereinigt. Die Straßenbahnstationen
sind für 3 hintereinander haltende Einzelwagen
eingerichtet; doch selbst bei dieser geringen
Wagenzahl ist eine ordnungsmäßige Abfertigung
an den Bahnsteigen in Stunden starken Ver-
kehrs nicht zu erreichen. In einigen Halte-
stellen kann zwischen den niedrigen Bahn-
steigen der Straßenbahn und den hohen
Schnellbahnsteigen umgestiegen werden. Die
Weite des 2gleisigen Schnellbahntunnels be-
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