Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Achter Band): Personentunnel - Schynige Platte-Bahn — Berlin, Wien, 1917

Page: 140
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Preußische Eisenbahnen."- Privatwagen.

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(jährlich, seit 1905). — Die Verwaltung der öffentlichen
Arbeiten in Preußen 1890—1900 und 1900—1910.
Berlin 1901 — 1911. v. der Leyen.
Preußisch-hessische Eisenbahngemein-
schaft s. Preußische Eisenbahnen.
Preußische Militärbahn s. Militärbahnen.
Prinz Heinrich-Bahn s. Luxemburgische
Eisenbahnen.
Prioritätsaktien s. Aktienwesen, Anleihen.
Prioritätsobligationen, auf den Inhaber
ausgestellte Teilschuldverschreibungen; sie ge-
nießen vielfach gewisse Vorrechte (Vorzugsrecht
neuerer gegenüber später ausgegebenen Schuld-
verschreibungen für Kapital und Zinsen) sowie
die Sicherstellung hierfür durch Verpfändung
des unbeweglichen Vermögens der ausgebenden
Verwaltung (vgl. wegen des Pfandrechtes für
P. Art. Eisenbahnbücher).
P. bilden einen erheblichen Teil des An-
lagekapitals der Privatbahnen (vgl. Anlage-
kapital, Anleihen u. Eisenbahnbücher).
Privatanschlußgleis, Privatverbin-
dungsgleis (private sidings; raccordements
prive, embranchements particulier; raccordo
privato o allaciamento privato)) von einer dem
öffentlichen Verkehr dienenden Eisenbahn auf
einem Bahnhof oder auf der freien Bahnstrecke
abzweigendes Gleis, das nur zur Beförderung
der für den Gleisbesitzer ankommenden oder
von ihm der Eisenbahn zur Beförderung zu
übergebenden Güter sowie allenfalls für son-
stige angeschlossene Betriebe bestimmt ist.
Über die Zulassung der P. und die Bedin-
gungen derselben sowie über den Betrieb der
P. s. Anschlußbahn, Anschlußbedienung,
A nsch 1 ußgebühr.
Vgl. auch die ausführlichen Mitteilungen
über die Verhältnisse in den einzelnen Ländern
in der Ztschr. f. d. i. Eisenbtr. Bd. VI, S. 772
bis 805.
Ergänzend sei beigefügt, daß in Ungarn P. auf
Grund der Bestimmungen des Gesetzartikels XLI vom
Jahre 1881 und III vom Jahre 1907 vom Handels-
minister konzessioniert werden, u. zw. ähnlich wie
in Österreich nach vorausgegangener politischer Be-
gehung. Der Betriebskonsens wird der Regel nach
auf die Dauer von 20-50 Jahren erteilt. In den
Niederlanden ist für den Bau von P. die Genehmi-
gung des Ministeriums für Wasserbau erforderlich,
die Herstellung und Unterhaltung der P. erfolgt
durch die Bahnunternehmung auf Kosten des An-
schlußbesitzers.
Literatur: Löwe, Über die privatrechtliche und
wirtschaftliche Natur des Privatanschlußgleises. Arch.
f. Ebw. 1898. Breusing.
Privatbahnen, dem öffentlichen Verkehr
dienende Eisenbahnen, die im Eigentum von
Privatpersonen (Einzelpersonen oder Erwerbs-
gesellschaften) stehen. Den Gegensatz hierzu
bilden die Staatsbahnen, ferner die Bahnen im

Eigentum öffentlicher Körperschaften (Länder,
Kreise, Bezirke, Gemeinden u. s. w.).
P. stehen entweder im Selbstbetrieb der
Eigentümer oder es ist die Betriebführung ver-
tragsmäßig dem Staat oder einer andern Privat-
eisenbahnunternehmung übertragen (s. Eisen-
bahn, Eisenbahnpolitik).
Als P. werden wohl auch von einzelnen
Schriftstellern unrichtigerweise die dem pri-
vaten Verkehr dienenden Eisenbahnen (Privat-
anschlußgleise, s. d.) bezeichnet.
« Privatwagen (private owners wagons /
xvagons appartenants aux particuliers; carri di
proprietä privata) im allgemeinen Eisenbahnwa-
gen, die Privaten gehören und für deren Zwecke
unter den tarifmäßig oder durch besondere Ver-
einbarung festgestellten Bedingungen im Eisen-
bahnverkehr zugelassen werden. Derartige P.
kommen sowohl für Personen- als auch für
Güterbeförderung vor. Meist handelt es sich um
Wagen, die mit besonderen Einrichtungen für
bestimmte Zwecke versehen und wegen ihrer
beschränkten Benutzbarkeit von den Eisenbahn-
verwaltungen gar nicht oder nicht in ausrei-
chender Zahl angeschafft werden, beispielsweise
im Personenverkehr um Salon-, Speise-, Schlaf-
wagen u.dgl., im Güterverkehr um Kesselwagen
(s. d.), ferner um Wagen zur Beförderung von
Bier, Butter, Milch, Fischen, Geflügel, Pferden
u. s. w.
I. Privatpersonenwagen. Die Bedingun-
gen ihrer Inbenutzungsnahme auf den Eisen-
bahnen sind sehr verschieden.
Salonwagen, die Privaten gehören, werden
von den Eisenbahnverwaltungen gewöhnlich
gegen Bezahlung derselben Gebühren im Ver-
kehr zugelassen, die für bahnseitig gestellte
Salonwagen tarifmäßig zu entrichten sind. Die
Verwaltung, die die Verwahrung eines Privat-
salonwagens übernimmt, wird hierfür von dem.
Eigentümer besonders entschädigt.
Wegen des Laufs von Schlaf- und Speise-
wagen werden von den Unternehmern mit den
beteiligten Bahnverwaltungen meist besondere
Abmachungen getroffen, u. zw. übernehmen die
Bahnverwaltungen die Einstellung der Wagen
in der Regel unter der Bedingung, daß die die
betreffenden Wagen benutzenden Reisenden den
vollen Fahrpreis zu gunsten der Bahnanstalt
und außerdem einen Zuschlag zu gunsten des
LJnternehmers entrichten.
Die Eisenbahngesellschaften behalten sich
häufig einen Anteil am Reinerträgnis vor, leisten
dagegen der Unternehmung eine Laufmiete,
falls diese verpflichtet wird, einzelne Abteilungen
des Schlafwagens für Reisende mit gewöhn-
lichen Fahrkarten zur Verfügung zu halten.
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