Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Achter Band): Personentunnel - Schynige Platte-Bahn — Berlin, Wien, 1917

Page: 143
Citation link: 
http://tudigit.ulb.tu-darmstadt.de/show/48-A-1089-08/0153
License: Creative Commons - No rights reserved (CC0)
0.5
1 cm
facsimile
143

Privatwagen. — Privatwagendecken.

für den Wagen keinerlei Laufmiete bezahlt.
Die Beförderung des leeren Wagens erfolgt
gebührenfrei.
In den Niederlanden erfolgt die Ein-
stellung von P. in den Fahrpark einer Bau-
unternehmung kostenfrei.
Hinsichtlich der Bauart solcher Wagen sind
die Bestimmungen des „Algemeen Reglement
voor den Dienst op de Spoorwegen" und die
TV. maßgebend.
Nach den für die schweizerischen Eisen-
bahnen geltenden Bedingungen, betreffend die Ein-
stellung von Privaten gehörenden Güterwagen in den
Wagenpark einer schweizerischen Bahnverwaltung,
gestatten diese den Privaten und Geschäftsfirmen
eigene Güterwagen, die zur Beförderung besonderer
Güter dienen sollen und hierfür eingerichtet sein
müssen, in ihren Wagenpark unter nachfolgenden
Bedingungen einzustellen:
Die Wagen müssen den polizeilichen und tech-
nischen Vorschriften und Anforderungen entsprechen,
die für deren Zulassung und Übergangsfähigkeit
auf den verschiedenen Bahngebieten des In- und
Auslandes bestehen. Sie müssen auch mit einer ent-
sprechenden Bremsvorrichtung versehen sein.
Die endgültige Entscheidung über Aufnahme in
den Park der Gesellschaft findet erst nach technischer
Prüfung des erstellten Wagens statt. Die Kosten dieser
Prüfung hat der Eigentümer zu tragen.
Die aufgenommenen Wagen müssen mit den In-
itialen der aufnehmenden Verwaltung, der Nummer,
mit der üblichen Bezeichnung der Tara, der Trag-
kraft und des Radstandes, dem Vermerk und Datum
über die periodische Revision versehen sein.
Die Wagen sollen bei Nichtgebrauch in der Regel
auf der angeschriebenen Heimatstation zur Verfügung
des Eigentümers stehen.
Die Bahnverwaltung behält sich indessen vor, die-
selben nach mehr als 14tägigem Stillstand auf Kosten
des Eigentümers auch auf eine andere Station zu stellen.
Die Verfügung über die Wagen zu Verwendungs-
zwecken steht einzig dem Eigentümer zu, dagegen
dürfen die Wagen seitens des Eigentümers oder des
Versenders nur zur Beförderung solcher Güter be-
nutzt werden, für die sie angeschrieben sind.
Die Vermietung solcher Wagen an dritte oder
die Verwendung für Rechnung dritter ist nur mit
Zustimmung der Bahnverwaltung gestattet.
Die aufnehmende Verwaltung vergütet unter keiner
Form eine Wagenmiete an den Eigentümer, weder für
die Benutzung der Wagen auf den eigenen noch auf
fremden Bahnlinien, dagegen bleibt den Eisenbahn-
verwaltungen die Benutzung der Wagen, soweit solche
überhaupt tunlich ist, beim Leerlauf auf dem Hin-
oder Rückweg Vorbehalten.
Die in den Park einer Bahn Verwaltung aufge-
nommenen Spezialwagen verkehren als Wagen dieser
Verwaltung wie deren eigene Wagen auf den Bahnen
des In- und Auslandes. Für die Belade- und Entlade-
fristen dieser Wagen gelten demgemäß auch die
gleichen Bestimmungen, wie solche für alle übrigen
Wagen bestehen. Findet eine Überschreitung der
gestatteten Fristen statt, so sind die festgestellten
Verspätungsgebühren (Wagenmiete) zu bezahlen.
Die Stationierung der leeren Wagen auf der an-
geschriebenen Heimatstation während 14 Tagen, von
dem auf die Ankunft der Wagen folgenden Tag an
gerechnet, geschieht unentgeltlich; für eine längere
Stationierung der leeren Wagen auf der Heimatstation
oder einer andern Station hat der Wageneigentümer

eine Standgebühr von 25 Ct. für den angebrochenen
Tag und Wagen zu bezahlen.
Die Bahnverwaltung besorgt durch ihre Organe
und auf eigene Rechnung die erforderliche Revision,
äußere Reinigung, das Schmieren und den übrigen
laufenden Unterhalt mit Ausnahme desjenigen der
besonderen Einrichtungen (Reservoirs u. s. w.).
Die Erachtberechnung für die in den Wagen verla-
denen Güter sowie der leeren Wagen erfolgt nach den
tarifarischen Vorschriften für ganze Wagenladungen.
Für Kesselwagen gelten besondere Bestimmungen.
Nach den Tarifbestimmungen der französischen
Eisenbahnen werden als P. die für die Beförderung
gewisser Güter besonders eingerichteten Wagen zu-
gelassen, deren Benutzung dem durch die Wagen-
anschrift bezeichneten Privaten zusteht. Über die
Einstellung eines solchen Wagens entscheidet die
Verwaltung, in deren Wagenpark der Wagen auf-
genommen werden soll. Die Fracht wird für das
Gewicht der verladenen Güter nach der für das Gut
zutreffenden Tarifklasse, mindestens jedoch für das
bei Aufgabe in Wagenladungen festgesetzte Minimal-
gewicht berechnet. Übersteigt jedoch das Eigengewicht
des Wagens 15.000 kg und ist das frachtpflichtige
Gewicht der Ladung niedriger als das Eigengewicht,
so wird V3 des 15.000 kg übersteigenden Eigen-
gewichts dem frachtpflichtigen Gewicht der Ladung
hinzugerechnet. Wenn aber das frachtpflichtige Ge-
wicht höher ist als 15.000 kg, so wird nur if3 des
das frachtpflichtige Gewicht übersteigenden Eigen-
gewichts dem frachtpflichtigen Gewicht zugeschlagen.
Die leeren P. werden frachtfrei befördert. Fracht-
pflichtig ist jedoch die Beförderung der leeren Wagen
zum Zweck der Einstellung in den Wagenpark oder
der Umstationierung.
Die Fristen für das Beladen und Entladen der P.
sind die gleichen wie für gewöhnliche Güterwagen.
Privattierwagen sind die für die Beför-
derung gewisser Tiere besonders eingerichteten
Wagen, deren Benutzung dem durch die Wagen-
anschrift bezeichneten Privaten zusteht.
Sie werden nach dem deutschen Eisenbahn-
tiertarif nur zur Beförderung von Pferden (Privat-
stallungswagen) sowie von Geflügel zugelassen.
Über die Tarifierung von Pferden in Privat-
stallungswagen vgl. Pferdebeförderung.
Die Eracht für Geflügel wird nach der Lade-
fläche des benutzten P. oder nach der Anzahl der
in ihm verladenen Stücke berechnet, je nachdem
die eine oder die andere Berechnungsweise eine
billigere Fracht ergibt, jedoch wird mindestens die
Fracht für 10 m2 nach Klasse L3 oder L4 erhoben.
Die leeren P. werden frachtfrei befördert. Fracht-
pflichtig ist jedoch ihre Beförderung zum Zweck der
Einstellung oder Umstationierung.
Der österreichisch-ungarische Tiertarif Teil I
enthält keine Bestimmungen über die tarifarische
Behandlung von Privattierwagen.
Privatwagendecken, zum Schutz der La-
dung verwendete oder bestimmte Decken. Solche
werden für Wagenladungen, die nach dem Tarif
in offenen Wagen befördert werden dürfen, da die
Eisenbahn zu ihrer Beistellung nicht verpflichtet
ist, vielfach von den Absendern beigegeben.
Nach dem deutschen Eisenbahngütertarif
Teil I, Abteilung B werden P. für Sendungen,
für die Wagenladungsfracht erhoben wird, fracht-
frei befördert.
loading ...

DWork by UB Heidelberg
Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt   |    Imprint   |    Datenschutzerklärung   |    OAI   |    RSS   |    Twitter   |    seo-list