Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Achter Band): Personentunnel - Schynige Platte-Bahn — Berlin, Wien, 1917

Page: 152
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Radiallokomotiven.

Scheibe oder das Lenkstück ist mit der Ein-
stellvorrichtung durch eine Parallelschwinge
verbunden. Abb. 76 zeigt die Anordnung mit
Beeinflussung der Einstellung vom Tender
oder Tendergestell aus, Abb. 77 eine solche,
bei der die Mittelachse die Einstellung be-
sorgt. Bei dieser letzten Anordnung ist das
Lenkstück und die Parallelschwinge mit dem
Kreuzkopf in Verbindung.
Klosesche R. sind hauptsächlich in Württem-
berg, in Bosnien und in der Herzegowina
mit gutem Erfolg hinsichtlich geringer Ab-
nützung der Spurkränze zur Einführung gelangt.


Abb. 77. Triebwerk von Klose (Wiirttembergische Staatsbahn)

Seitdem jedoch die verschiebbaren Gölsdorf-
Achsen und die Klien-Lindner-Achsen im Loko-
motivbau sich einbürgerten, ist die Klosesche
Anordnung zurückgedrängt worden.
b) Bauart Klien - Lindner. Die unter
„Hohlachsen« (s. d.) beschriebene Achse von
Klien-Lindner wird in der Originalausführung
oder mit der Abänderung von Orenstein und
Koppel bei Schmalspurlokomotiven, die sehr
scharfe Bögen zu durchfahren haben, häufig
angewendet. Bei Normalspur findet man diese
Anordnung nur selten. Um ein Hin- und Her-
pendeln der Hohlachse um den Mittelpunkt
zu hindern, werden die Klien-Lindner-Achsen
häufig in eine Art Deichsel- oder Bisselgestell
(z. B. von Hagans) gelagert oder es werden die
Endachsen durch Stangen und Hebel so mit-
einanderverbunden, daß sie einander bei Einlauf

in Bögen für die Winkelstellung gegenseitig
beeinflussen. Orenstein und Koppel verbindet
die Klien-Lindner-Achsen mit dazwischen liegen-
den verschiebbaren Achsen durch eine Art
Helmholtzgestell.
Die Klien-Lindner-Achsen haben sich irn
allgemeinen gut bewährt, die Abnutzung ihrer
Spurkränze ist im Vergleich zu steifen Achsen
gering. Sie stellen sich bei Einlauf in Bögen
richtig ein, als Hinterachsen laufen sie sogar
am äußeren Schienenstrang.
c) Bauart von Helmholtz. Die Abb. 78
zeigt die Anordnung zweier Krauß-Helmholtz-
Gestelle O mit den Drehzapfen cL
Die Endachsen c sind im Gestell G fest
gelagert, stellen sich somit radial ein. Die
Mittelachsen A werden durch die Zapfen e
geführt und sind achsial verschiebbar. In
der Mitte der Maschine sind die Drehge-
stelle durch den Zapfen b
verbunden, es beeinflußt
daher die Verdrehung
des einen Gestells auch
das andere Gesteh. Nach-
dem die Endachsen c
sich radial stellen, die
Mittelachsen A sich nur
seitlich verschieben, so
müssen die diese Achsen
verbindenden Kuppel-
stangen K entsprechend
verlängert oder verkürzt
werden. Dies geschieht
durch die in der mitt-
leren Kuppelstange /ge-
lagerten Winkelhebel /,
die durch die Gleit-
stücke g, die Stange /,
das Mittelstück h bei
Verschiebung des Zap-
fens b verdreht werden und hierdurch die
Verkürzung oder Verlängerung der Kuppel-
stangen K bewirken. Die beschriebene An-
ordnung wurde bei einigen Lokomotiven der
bosnisch-herzegowinischen Bahnen ausgeführt
und hat sich trotz ihrer Vielteiligkeit be-
währt.
Andere Mittel als die hier beschriebenen,
Lokomotiven kurvenbeweglich zu machen, sind
die Teilung des Triebwerks in 2 Gruppen, von
denen wenigstens die eine aus der Maschinen-
achse bei Durchlauf durch Bahnkrümmungen
auslenkt (Schemellokomotiven); das einfachste,
jedoch nur bei nicht übermäßig scharfen
Krümmungshalbmessern anwendbare Mittel
sind die Gölsdorfschen verschiebbaren Achsen
(s. auch die Art. Bisselgestell, Drehgestelle,
Deichselgestelle, Doppellokomotiven. Bezüglich
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