Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Achter Band): Personentunnel - Schynige Platte-Bahn — Berlin, Wien, 1917

Page: 168
Citation link: 
http://tudigit.ulb.tu-darmstadt.de/show/48-A-1089-08/0178
License: Creative Commons - No rights reserved (CC0)
0.5
1 cm
facsimile
168

Räderversenkvorrichtungen. - Rahmen.

fahren, dort gehoben, der Tisch verriegelt und
das Räderpaar abgerollt.
Die R. müssen für eine Hubkraft gebaut sein,
die zur Überwindung des Federdrucks ausreicht,
was einerseits beim Einbinden der Achsen, ander-
seits zum Entlasten der Riegel zwecks leichten
Ausziehens derselben vordem Senken des Tisches
beim Ausbinden der Achsen erforderlich ist.
Bei der kombinierten R. sind zum Über-
rollen von Räderpaaren von einem Tisch auf das
freie Werkstättengleis Traversen 5 (Abb. 93 b)
aus normalen Schienen vorgesehen, die für eine
Tragkraft von 5 t bemessen sind.
Das Verfahren der beiden Senktische erfolgt
entweder motorisch oder von Hand aus; für den
letzteren Fall ist ein endloser Kettenzug vorge-
sehen, der mittels eines außerhalb der Grube
gelegenen Handwindwerks bewegt werden kann.
Das Überfahren des Senkschachtes wird
durch eine auf den Trägern T und auf den
Flächen /-"der Riegelkästen fahrbare Gleisbrücke
ermöglicht. Diese besitzt exzentrisch gelagerte
Laufrollen, die ausgerückt werden, wenn die
Grube überfahren werden soll. Der Schacht
wird oben abgedeckt oder ringsum mit Schutz-
geländern versehen, die über den Gleisen durch
Ketten geschlossen werden.
Beim Ausbinden eines Räderpaares bei den
R. mit Doppeltischen wird nur einer der beiden
Tische bei gelöster Verrieglung gesenkt und
gehoben, beim Ausbinden von Drehgestellen
werden gleichzeitig beide Tische benutzt.
Das Anlassen der Hubmotoren wird durch
einen doppelten Wendeanlasser bewirkt, dessen
Handrad mit den beiden Steuerwalzen so
gekuppelt ist, daß beim Auswechseln von
Räderpaaren bei den R. mit Doppeltischen
jeder Hubmotor für sich und beim Auswechseln
von Drehgestellen beide Motoren gleichzeitig
angelassen werden können. Die Anlasser stehen
gewöhnlich am Grubenrand.
Die ältere Bauart der R. weist 2, die neue
4 Hubspindeln auf. Durch die Anordnung von
4 Hubspindeln und von durchgehenden
Führungssäulen ist eine vollkommene Stand-
sicherheit gewährleistet.
Die Bauhöhe der Grube ist vom größten
Spurkranzdurchmesser des auszubindenden
Räderpaares, von der Bauhöhe des Wagens
und Tisches und von der Höhe der Gleisbrücke
abhängig, da in der Regel gefordert wird, daß
die Räderpaare unter der Gleisbrücke hinweg
zum nächsten Gleis befördert werden können.
Dadurch, daß die Hubspindeln frei nach
aufwärts ragen, ist eine Beschädigung im
Betrieb nicht ausgeschlossen. Um diesen Nach-
teil zu beseitigen, werden in neuerer Zeit R.
ohne den Versenktisch durchdringende Spindeln

gebaut. Hierdurch wird es auch möglich, mit
3 Spindeln für jeden Versenktisch der R. für
das Ausbinden von Drehgestellen das Aus-
langen zu finden, wobei eine volle Gewähr
für das satte Aufliegen des Tisches auf den
oberen Bunden der Muttern geboten ist.
Insbesondere in kleineren Betrieben finden
hydraulische (durch Handpumpen zu betäti-
gende) Achssenken Anwendung, bei denen
der Kolbenoberteil gleich als Achsträger aus-
gebildet ist. Spitzner.
Räumungsscheibe, ein bei den sächsischen
Staatsbahnen übliches Mastsignal mit einer oder
mehreren runden, weiß und rot gestrichenen
Scheiben, das zur Veranlassung der Räumung
und Freihaltung bestimmter Gleisstrecken dient
(s. Signalwesen).
Rahmen für Lokomotiven (longerons;
frarnes; lungheroni), Platten oder Barren, die in
Verbindung mit Querträgern (Kesselträger) und
wagrechten Absteifungen als Träger für den Kes-
sel, dieDampfmaschine u.s.w. dienen. Besitzt eine
Lokomotive bewegliche Drehgestelle (Truckge-
stelle, Bisselgestelle u.s.w.), so unterscheidet man
zwischen Hauptrahmen und Drehgestellrahmen.
Die R. der ersten Lokomotiven bestanden aus
Holzbalken, die an den Stellen, die zur Aufnahme
der Achslager bestimmt waren, mit Blechplatten
armiert wurden. Größere Widerstandsfähigkeit
gegen Verbiegen der R. in wagrechter Richtung
erzielte man durch Anwendung zweier dünner
Blechplatten (8 — 12 mm dick), die oben ver-
mittels eines durchgehenden Futterholzes, später
Futtereisens (etwa 50 X150), zwischen den Achs-
lagerpartien und an den Enden durch kleinere
Füllstücke (etwa 50X80) verbunden sind. Diese
Form der R.; heute noch viel vorhanden (mei-
stens bei Lokomotiven mit außenliegenden R.),
und die R. aus einfachen, starken Blechplatten
sind die auf dem Festland üblichen Ausfüh-
rungsarten.
Zu Beginn der Dreißigerjahre des verflossenen
Jahrhunderts wurden in England R. aus Schmiede-
eisen — Barreneisen — hergestellt (Lokomotiven
von Bury u.s.w.). Diese Bauart wird in verbesser-
ter Weise heute bei allen amerikanischen Lokomo-
tiven — mit wenigen Ausnahmen — ausgeführt.
Die R. (Abb. 94 a —c) bestehen im all-
gemeinen aus 2 Platten mit Ausschnitten
für die Achslager A, Schieberkasten S bei
Lokomotiven mit Innensteuerung und Aus-
schnitten G, die die Zugänglichkeit zu inner-
halb der R. liegenden Teilen ermöglichen und
auch oft nur den Zweck der Gewichtsver-
minderung haben. Am vorderen und hinteren
Ende sind die beiden Rahmenplatten durch
wagrechte Bleche verbunden, die einerseits als
Querversteifung, anderseits zur Aufnahme der
loading ...

DWork by UB Heidelberg
Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt   |    Imprint   |    Datenschutzerklärung   |    OAI   |    RSS   |    Twitter   |    seo-list