Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Achter Band): Personentunnel - Schynige Platte-Bahn — Berlin, Wien, 1917

Page: 198
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198 Reservefonds. —
1 % von den Roheinnahmen auf, sie beginnt
jedoch wieder, sobald der zur Verfügung
stehende Betrag unter 6,000.000 Lei zurückgeht.
Die Hälfte des Betrags, um den die Rein-
einnahmen den etatsmäßigen Voranschlag über-
schreiten, fließt auf jeden Fall dem R. zu.
Roll.
Reservelokomotiven s. Hilfslokomotiven
u. Bereitschaftsdienst.
Retensionsrecht s. Pfändung.
Rettungsgleis s. Fanggleis.
Rettungswagen, Hilfs-, Geräte- und
Werkzeugwagen (ambulatice wagons; wagons
de secours; vagone di soccorso), Eisenbahn-
wagen mit Einrichtungen, die bei Bahn-
unfällen zur Freimachung der Gleise und zur
ersten Hilfeleistung bei Verunglückungen von
Personen erforderlich sind.
In vielen Fällen wurden gewöhnliche Ge-
päckwagen oder auch alte Personenwagen als
R. ausgerüstet; selbst Plattformwagen, auf denen
die erforderlichen Werkzeuge und Materialien
in Kisten untergebracht wurden, fanden als R.
Verwendung; die Mehrzahl der Bahnen besitzt
jedoch besonders gebaute und eingerichtete R.
Die Ausrüstung solcher Wagen hängt we-
sentlich davon ab, ob die Möglichkeit gewährt
werden soll, an der Unfallstelle auch gewisse
Ausbesserungsarbeiten ausführen zu können,
oder ob nur auf das Freimachen der Strecke
Wert gelegt wird.
Die meisten R. werden hauptsächlich mit
dem letzteren Zweck dienenden Gerätschaften
ausgestattet, während der Ausrüstung anderer
R. auch Werkbänke mit Schraubstöcken, trag-
bare Schmiedefeuer u. s. w. beigegeben werden.
R. der ersten Art werden zweckmäßig als
bedeckte Kastenwagen gebaut, die nicht nur
an den beiden Langseiten mit Schiebetüren
versehen sind, sondern auch an den Stirn-
wänden genügend breite Türen und Platt-
formen mit abnehmbaren Geländern besitzen
und das Herausnehmen der Einrichtungen
aus den Wagen leicht und von allen Seiten
gestatten.
Die R. erhalten in den Seitenwänden ge-
wöhnlich Fenster, um das Wageninnere tags-
über hinreichend zu erhellen; für die Be-
leuchtung kommen Gas-, Azetylen- und elek-
trische Beleuchtung in Verwendung.
R. sollen mit Spindelbremsen und mit den
für Schluß- und Signalwagen erforderlichen
Signalmitteln ausgestattet sein.
R. werden entweder in Hilfszüge eingereiht
(s. d.) oder selbständig verwendet (s. Rettungs-
wesen).
In betreff der R. enthalten die technischen
Vereinbarungen über den Bau und die Be-

Rettungswesen.
triebseinrichtungen der Haupteisenbahnen des
VDEV. die nachstehenden Bestimmungen (§ 177,
Absatz 2): Auf Stationen, wo solche Loko-
motiven stehen, sollen die zur Freimachung
und Wiederherstellung des Gleises bei Unfällen
erforderlichen Geräte bereitgehalten werden.
Zu diesem Zweck empfiehlt sich die Aufstellung
besonderer, mit allen nötigen Geräten aus-
gestatteter R. Garlik.
Rettungswesen. Das R. bei Unfällen im
Eisenbahnbetrieb ist naturgemäß auf den glei-
chen Grundsätzen aufgebaut, wie sie sonst in
Krieg und Frieden gelten. Es bietet aber infolge
der Eigenartigkeit der Unfälle, der verletzenden
Werkzeuge und der durch diese gesetzten
Wunden, der oft schwierigen Befreiung der
Verunglückten, der Art ihres Transports sowie
infolge der Beschaffenheit der Rettungsein-
richtungen, die diesen besonderen Verhältnissen
angepaßt sein müssen, doch mehrfache Sonder-
heiten.
Es kommt vor allem darauf an, die leitenden
wissenschaftlichen Grundsätze festzustellen, nach
denen ein modernen Anschauungen entsprechendes R.
geordnet sein soll. Auf die verschiedenen Möglichkeiten
ihrer praktischen Durchführung sowie die vielfach
wechselnden Bestimmungen und Einrichtungen der
einzelnen Staaten kann nachstehend nur insoweit ein-
gegangen werden, als sie nachahmenswert, ver-
besserungsfähig oder unzweckmäßig erscheinen und
so Schulbeispiele in diesem oder jenem Sinn darbieten.
Aber selbst mit dieser Beschränkung kann das meiste
nur angedeutet werden und müssen alle ausführ-
licheren Begründungen entfallen; ebenso muß die
geschichtliche Entwicklung des Eisenbahnrettungs-
wesens außer Betracht gelassen werden.
Im allgemeinen umfaßt das R. auch im
Eisenbahnbetrieb die vorsorgende Tätig-
keit, die einerseits auf möglichste Hintan-
haltung von Unglücksfällen aller Art, anderseits
auf tunlichste Milderung der Folgen stattgehabter
Unfälle bedacht ist, und weiterhin die unm ittel-
bare Hilfeleistung. Bei der Besprechung
muß
I. die unmittelbare Hilfeleistung
vorangestellt werden, weil ihre Art und die
dabei verwendeten Materialien für die Beschaf-
fenheit der vorsorgenden Rettungseinrichtungen
maßgebend sind. In den Bereich der ersten
Hilfeleistung bei chirurgischen Verletzungen
gehören:
1. Der provisorische Wundverband;
2. die provisorische Blutstillung;
3. die provisorische Ruhigstellung ge-
brochener oder verrenkter Körperteile;
4. die Befreiung Eingeklemmter;
5. die Schmerzstillung;
6. die Herrichtung zum Transport;
7. der Transport auf Bahren.
Einleitend sei kurz an die Arten von Ver-
letzungen erinnert, die der Eisenbahnbe-
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