Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Achter Band): Personentunnel - Schynige Platte-Bahn — Berlin, Wien, 1917

Page: 211
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Rettungswesen.
Text geschehen ist): Zeit)mann, Vorschriften über
das R. bei Unfällen auf den kgl. bayerischen Staats-
eisenbahnen, München 1906, G. J. Manz. — Gilbert,
Der jetzige Stand des R. bei den sächsischen Staats-
eisenbahnen. Ztschr. f. Bahn- u. Bahnkassenärzte 1912,
Nr. 11. - Ressel-Fried mann, Der Rettungsdienst
bei den preußisch-hessischen Eisenbahnen. Breslau
1914, K. Dittmar. v. Eiselsberg-Rosmanit.
Reugeld (forfeit; arrhes; tassa di Storno),
tarifmäßige Nebengebühr, die erhoben wird,
wenn der Versender eines Gutes die Zurückgabe
desselben auf der Versand- oder einer Zwischen-
station der Beförderungsstrecke verlangt.
In Deutschland und Österreich-Ungarn
beruht die Einhebung des R. auf den Bestim-
mungen des § 73 der Verkehrsordnung und
des österreichisch-ungarischen BR.
Nach dem deutschen Eisenbahngütertarif
(Teil I) beträgt das R., das neben der tarif-
mäßigen Fracht für die vom Gut zurückgelegte
Bahnstrecke und etwaigen Ladekosten sowie
Lagergeldern erhoben wird: für Frachtstückgut
und für Güter der Wagenladungsklasse A 1
10 Pf., für Eilstückgut sowie für Eilgut in
Wagenladungen von mindestens 5000 kg
20 Pf., für Eilgut in Wagenladungen von
mindestens 10.000 kg 12 Pf., für andere Güter
in Wagenladungen 6 Pf. für 100 kg des der
Frachtberechnung zu gründe gelegten Gewichts,
für Eisenbahnwagen 1 M.
Nach den gemeinsamen Bestimmungen für
den Transport von Eil- und Frachtgütern u. s. w.
in Österreich-Ungarn (Tarif, Teil I) ist,
wenn über Verfügung des Absenders das Gut
in der Versandstation zurückgegeben wird,
außer den anrechenbaren Nebengebühren und
den baren Auslagen der Eisenbahn für Eil-
und Frachtgüter 6 h für 100 kg, mindestens
1 K für eine Sendung, zu entrichten.
Wird sofort nach Rücktritt vom ursprüng-
lichen Frachtvertrag das Gut mit neuem Fracht-
brief wieder aufgegeben, so wird das R. nicht
erhoben.
Wenn über Verfügung des Absenders das
Gut in einer Zwischenstation abgeliefert wird,
so ist nebst der tarifmäßigen Fracht für die
vom Gut zurückgelegte Transportstrecke und
nebst den erwachsenen Nebengebühren und
Barauslagen noch an R. bei Eilgut 20 h, bei
Frachtgut 12 h für 100 kg und mindestens
für eine Sendung 1 I< zu entrichten. .
In den Niederlanden wird, abgesehen von den
Kosten und der tarifmäßigen Fracht, für die vom
Gut zurückgelegte Strecke an R. erhoben: für Fracht-
und Eilgüter fl. 0 05 für 100 kg. Der Höchstbetrag
des R. ist mit der Hälfte der Fracht für die vom Gut
noch nicht durchlaufene Strecke festgesetzt.
In der Schweiz werden, wenn das Gut vor
Abgang desselben in der Aufgabestation zurück-
gegeben wird, nebst den allfälligen Barauslagen die

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Gebühren für Abwägung, Auf- und Abladen,
Lagerung und Wagen Verspätung erhoben.
Befindet sich das Gut schon unterwegs oder sind
die bahnseitigen Begleitpapiere schon erstellt, so
werden außer diesen Gebühren und der Fracht für
die durchlaufene Transportstrecke als Ersatz für die
durch die Ausführung der nachträglichen Verfügung
erwachsenden Kosten berechnet: für je 100 kg der
Sendung 25 Ct. und höchstens 2 Fr. für die Sendung.
Nach den Tarifen und Bedingungen für Transporte
auf den italienischen Eisenbahnen ist der Ver-
sender, der eine zur Beförderung bereits aufgegebene
Sendung, deren Transport aber noch nicht begonnen
hat, zurückzieht, zur Zahlung eines R. in der Höhe
von 25 Ct. für jede Sendung, nach 12stiindiger
Lagerung auch zur Zahlung der Lagermiete sowie
zur Erstattung allfälliger Vorauslagen verpflichtet.
Röll.
Reunion. Diese Insel, früher Bourbon ge-
nannt, 560 km östlich Madagaskar im Indischen
Ozean gelegen, 2000 km2 mit 175.000 Ein-
wohnern, steht unter einem Gouverneur und
ist im französischen Parlament durch 2 Abge-
ordnete und 1 Senator vertreten; sie ist vul-
kanischen Ursprungs, hat unwegsame Küsten,
ist sonst fruchtbar und besitzt zahlreiche Kul-
turen von Zuckerrohr; das Land erhebt sich
bis 3000 m Höhe und kommt deshalb für den
Bahnbau nicht in Betracht.
1875 wurde einer Gesellschaft die Konzession
zum Bau einer Küstenbahn vom Hafen Pointe
des Galets nach der Hauptstadt St. Denis
(20 km) und nach St. Benoit (39 km) und
südlich über St. Louis nach St. Pierre (67 km)
erteilt. Für die Anleihe von 34 Milk Fr. über-
nahm der französische Staat eine Zinsbürgschaft
von 5V2%, die Kolonie gewährt auf 30 Jahre
eine jährliche Unterstützung von 160.000 Fr.
Der Bahnbau wurde 1879 begonnen und Ende
1882 mit 126*2 km vollendet. Infolge finanzieller
Schwierigkeiten übernahm der Staat die Bahn
(nebst Hafen). Baukosten 18*6 Milk Fr. (= rd.
119.000 Mjktn). Spurweite 1 m, Schienengewicht
14, später 16 und 22 kgjm. Die Rentabilität
leidet unter dem Wettbewerb der Küstenschiff-
fahrt, der fortgesetzt zu Tarifermäßigungen
nötigte. Personentarif 10 und 6Ct. in 2 Klassen;
Gütertarif in 3 Klassen f. d. tkm: 15, 12*5 und
10 Ct. Sondertarif für Reis und Zucker seit 1891.
Die Insel hat, nächst Mauritius (s. d.), unter
den Kolonien den höchsten Besitzstand an
Eisenbahnen, nämlich 6*35 km auf 100 km2.
Baltzer.
Revisionsbureau, bei den preußischen
Eisenbahndirektionen bestehende, unter der
persönlichen Leitung des Rechnungsdirektors
stehende Abteilungen, denen es obliegt, die
Beachtung der Wirtschafts- und sachlichen
Verwaltungsgrundsätze und Vorschriften aus
den einzelnen Rechnungsbelegen zu über-
wachen.

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