Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Achter Band): Personentunnel - Schynige Platte-Bahn — Berlin, Wien, 1917

Page: 241
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Roncotunnel. - Rost.

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.iwendung der belgischen Bauweise in der
Iruckstrecke, wobei die Gewölbe längere Zeit
)<ine die Widerlager auf dem Gebirge ruhten,
■er sehr verspäteten Einziehung des Sohlge-
0)lbes sowie der unzweckmäßigen Form und
icr unzureichenden Abmessungen der Wider-
llger sind die Ausmauerungen verdrückt und
prstört worden, was zu wiederholten Um-
luten und schließlich zur Verwendung von
ij/iuerquerschnitten mit ganz außergewöhnlich
^oßen Abmessungen nötigte. So erhielten in
;cn ungünstigsten Strecken die Gewölbe 2'0 m,
ci Widerlager, welche auf 4*5 m unter
iShwellenoberkante gegründet wurden, oben
3) m, unten 3*5 m und das Sohlgewölbe
■2) m Stärke.
Die Tunnellüftung erfolgte z. T. mittels
zeier Ventilatoren am Südausgang und im
Siacht sowie der bei der Bahnstation Bussala
& alten Giovilinie aufgestellten Ventilatoren,
zT. durch die bereits bezeichneten Schächte
ir der angegebenen Weise. Die Tunnelbau-
k;ten werden für die Strecken, die beim ersten
Agriff fertiggestellt wurden, mit 2600 N[/m,
fi die schwierigen Strecken mit 3300 N[/m
aregeben. ln den ungünstigsten Strecken 1
sden die Kosten bis auf 6000 M m gestiegen
su.
.iteratur: Göring, Hilfslinie der Giovibahn.
Z1:hr. f. Bw. 1886. — Der große Tunnel von Ronco.
7j\ d. VDEV. 1887. — Die neue Eisenbahn über
Giovipaß. Arch. f. Ebw. 1889. — Tunnel de
R(CO. Genie civil, 1900. — Succursale dei Giovi.
Rcizione sugli studi e lavori eseguiti. 1885 — 1897.
Stfer. Mediterraneo, Rom 1900; Monitore delle
stile ferrate. 1887. — Curioni e Copello, Sülle
colizioni della grande galleria di Ronco. Turin
183 Dolezalek.
torschach-Heiden-Bergbahn (Schweiz),
ejii der ältesten nach System Riggenbach er-
sten Zahnbahnen, führt von Rorschach nach
e 806 m ü. M. und 412 m über dem Spiegel
de Bodensees liegenden Luft- und Molkenkur-
orHeiden. Die Bahn wurde 1875 dem Betrieb
üb'geben.
ie R. ist normalspurig und hat eine bau-
lich Länge von 5726 m, eine Betriebslänge
YO 7108 m. Sie zweigt nämlich 500 tn außer-
ha; des Bahnhofs Rorschach, bei der Berg-
stä^n Rorschach, von der Linie der ehemaligen
e inigten Schweizer-Bahnen (jetzt Bundes-
ähen) ab, fördert jedoch ihre Züge von
den Bergstation Rorschach bis nach Rorschach
d en). Die Gesamtkosten haben Ende 1913
c km Bahn rd. 421.000 Fr. betragen.
|ie stärkste Neigung beträgt 90 %, diedurch-
schittliche 53’95%0, der kleinste Bogenhalb-
meier 120 m.
Er Betrieb erfolgt mit Zahnradlokomotiven,
dieiuch auf der Adhäsionsstrecke von Ror-

schach-Hafen bis Rorschach-Bergstation ver-
wendet werden.
Die R. besitzt Anschluß an die Schweizer
Bundesbahnen in Rorschach.
Literatur: Abt, Die 3 Rigibahnen. Zürich 1887.
- Levy-Lambert, Chemins de fer ä cremailliere.
Paris 1892. Di etter.
Rost [grate; grille; graticola, griglia), im
Maschinenbau der untere Abschluß einer Feue-
rungsanlage, der dem Brennstoff als Unterlage
dient und derart geformt ist, daß die zur Ver-
brennung des Brennstoffs nötige Luft von unten
zu diesem gelangen kann.
Der R. besteht hiernach aus einem System
von Stäben und aus Trägern für die Stäbe.
Die anzuwendende Entfernung der Stäbe von-
einander (die Spaltenweite ebenso wie die
Breite der Roststäbe) richtet sich nach den
Eigenschaften des Brennstoffs und nach der
Menge der zur Verbrennung nötigen Luft.
Sie beträgt bei österreichischen Lokomotiven
20 - 22 mm.
Die Summe der durch sämtliche Luftspalten
offen gehaltenen Flächen nennt man die „freie
Rostfläche", die Größe der vom Brennstoff be-
deckten Fläche die „Rostfläche".
Über die Gesamtgröße der Rostfläche, über
die Größe der freien Rostfläche und das Ver-
hältnis der freien Rostfläche zur gesamten
Rostfläche s. Lokomotivkessel. Im allgemeinen
beträgt das Verhältnis der Rostfläche zur Heiz-
fläche bei Lokomotiven 1 : 50 oder 1 : 90.
Die freie Rostfläche beträgt etwa 55 — 60%
der gesamten Rostfläche.
Bauart des R. bei Lokomotiven (Abb.
144 a —c u. 145 a — d). Am Feuerbüchsschluß-
ring sind Kloben K angeschraubt, in die ver-



mittels Zapfen die Rostträger T eingesteckt
sind. Auf den Rostträgern liegen die Rost-
stäbe R entweder lose auf, in ihrer gegen-
seitigen Lage gehalten durch an die Stabenden
angestauchte oder angeschmiedete Ansätze
(Abb. 144 a u. b), oder sie finden ein Hindernis

Izyklopädie des Eisenbahnwesens. 2. Aufl. VIII.

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