Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Achter Band): Personentunnel - Schynige Platte-Bahn — Berlin, Wien, 1917

Page: 242
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Rost.

gegen Verschieben und Umfallen in Rechen R^
(Rechenrost), die an den Rostträgern ange-
schraubt werden (Abb. 145 a u. c).


Die österreichischen Staatsbahnen verwenden
Roststäbe mit umgebogenen Enden, die eine
Änderung der Spaltenweite in ziemlich weiten
Grenzen ermöglichen, indem die umgebogenen
Enden aufgebogen oder zusammengeschlagen
werden.
Der Roststab selbst ist meist aus einem Walz-
eisen durch Abschrägen der unteren Schmal-
seite und Anstauchen der Auflagen heraus-
gearbeitet.
Rechenroste bieten den Vorteil, daß vom
Walzeisen die Stäbe in beliebiger Länge ab-
geschlagen und ohne weitere Nacharbeit ein-
gelegt werden können.
Oft werden die Roststäbe auch aus Guß-
eisen hergestellt, dem eine kleine Menge von
Stahlspänen beigefügt wird. Roststäbe aus Guß-
eisen werden selten als gerade, glatte Stäbe
ausgeführt. Die obere Seite trägt fast immer
seitliche Ansätze, wodurch es möglich ist, bei
einer großen freien Rostfläche Brennstoff mit
kleinem Korn (Staub, Gries) zu verbrennen.
Bei langen Feuerbüchsen muß der R. in
der Mitte oder auch an 2 Stellen noch eine
Unterstützung erhalten; diese mittleren Rost-
träger sind gerade so gehalten wie die End-
rostträger.
Die R. sind in den seltensten Fällen wag-
recht, sondern meistens nach vorn geneigt,
nach der unteren Begrenzung der Feuerbüchse
sich richtend, gelagert.
Die Größe der Rostneigung soll bei Klein-
kohle nicht mehr als 1 : 6, bei guter Stück-
kohle nicht mehr als 1:4 bis 1 : 3 betragen.
Das Reinigen des R. von Schlacke und
Asche geschieht mit besonderen Werkzeugen:
der Schlackenzange und dem Rostspieß; größere
Schlackenstücke werden durch die Heiztür ent-

fernt, kleinere Stücke in den Aschenkasten durch-
gestoßen.
Um die Reinigung des R. rascher zu be-
werkstelligen, bringt man (insbesondere
bei Klein- oder Staubkohle) vorn bei
der Rohrwand einen Klapprost an
I/WUUg (Abb. 146). Dieser Klapprost, vom
i/- ^ Führerstand aus mit Schraube und
Zugstange beweglich, ist oft Ursache
des Rohrrinnens (s. d.), da in dem noch heißen
Feuerkasten durch das Umlegen des Klapprostes
eine große Menge kalter Luft die empfind-
lichste Stelle in der Feuerbüchse — die Rohr-
wand — trifft.


Besondere Bauarten. Auf den bisher ge-
nannten R. von etwa 15 — 25 mm oberer
Stabdicke und 15-22 mm Luftspaltenweite
kann nahezu jedes Brennmaterial wirtschaftlich
verfeuert werden. Besondere Bauarten werden
erst dann erforderlich, wenn es sich um Ver-
brennung ganz minderwertiger Staubkohle oder
um Verbrennung von schwer entzündlicher
Anthrazitkohle handelt.
Zur Verbrennung von Staubkohle, die große
Rostflächen erfordert, wurden früher bei den
belgischen Staatsbahnen R.von Belpaire (Behne-
Kool) verwendet. Die Roststäbe sind bei dieser
Bauart kurz, etwa 500 mm lang, 3 — 4 mm
dick und sind in Bündeln von je 5-6 Stück
vermittels Zwischenrollen und Nieten vereinigt
(Spaltenweite 4 — 5 mm).
Zur bequemeren Reinigung dieser langen
R. ist fast stets ein Klapprost angebracht.
Bei Verteuerung von Anthrazit werden in
Amerika für das Durchfahren langer Strecken
ohne Lokomotivwechsel Schüttelroste verwendet,
die das Reinigen des Feuers während der
Fahrt ermöglichen.
Schüttelroste sind dem Wesen nach nichts
anderes als die Verbindung einer Anzahl von
wagrecht angeordneten Klapprosten, deren
Drehungswellen untereinander gekuppelt sind.
Sie ermöglichen eine rasche Reinigung des R.,
indem durch einen Zug sämtliche Rostelemente
(ähnlich wie der Klapprost bei Belpaire) um-
gelegt werden können, wodurch alle Asche,
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