Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Achter Band): Personentunnel - Schynige Platte-Bahn — Berlin, Wien, 1917

Page: 247
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Rückvergütungstarif. - Rumänische Eisenbahnen.

Tarif an eine besondere Verwendung des Gutes
sei es im Inland, sei es zur Ausfuhr oder
sonstwie gebunden, so wird sich diese je nach
seiner Natur oder den Handelsgewohnheiten
und örtlichen Verhältnissen nicht selten erst
nach Wochen oder Monaten ermöglichen lassen.
In diesem Fall wird zunächst die Fracht nach
der regelrechten Tarifklasse berechnet und er-
hoben und später auf Antrag nach Beibringung
der tarifmäßig vorgeschriebenen Belege ein
Teil von ihr im Erstattungsweg rückvergütet.
Vom Standpunkt der Eisenbahnen betrachtet
bringt diese Form der Ausnahmetarife durch
die Bearbeitung der Erstattungsanträge eine
nicht unerhebliche Geschäftsbelastung mit sich;
die Frachtinteressenten beklagen Zinseinbußen,
ja sogar den gänzlichen Verlust des Anspruchs,
wenn sie aus Mangel an gehöriger Tarifkenntnis
die Stellung der Anträge versäumen. Das Ver-
kehrsinteresse kann trotzdem die R. nicht
entbehren. Vgl. auch in den deutschen Tarifen
§§15, 16 des deutschen Eisenbahngütertarifs
Teil I, Abt. B, über die Kontrollvorschriften
für Ausfuhrgüter bei Beförderung nach Binnen-
stationen, die Ausnahmetarife 14 für Zucker
zur Ausfuhr über Umschlagsplätze, 14a für
Rohzucker an Raffinerien, 9s für Schiffbaueisen
nach binnenländischen Werftstationen, ferner
im deutsch-österreichischen Seehafenverkehr
den Ausnahmetarif 88 für Düngemittel nach
Deutschland, 93g für Schiffbaueisen.
Bei den österreichischen Staatsbahnen
werden im Rückvergütungsweg gewährt: die
Ausfuhrtarife für Rohzucker und Spiritus nach
österreichischen Raffineriestationen, sowie für
Rohpetroleum (9a), ferner die Ausnahmetarife
für Holz zu Grubenzwecken, Schiffbau u. s. w.
(14a), Gerste bei Verarbeitung zu Malz in
Österreich (17c) u. s. w.
Im übertragenen Sinn gehören hierher auch
die Rabatt- und Refaktietarife (s. d.).
Rufzeichen, die zum Anrufen von Tele-
graphen- oder Fernsprechstellen dienenden
Zeichen, die die rufende Stelle durch wieder-
holte Stromschlüsse oder Stromunterbrechungen
hervorbringt und die auf der gerufenen Stelle
durch Aufschlagen des Schreibhebels oder
durch Ertönen eines Weckers, seltener einer
Hupe zu Gehör gebracht werden. Mit dem
hörbaren Zeichen wird zuweilen noch ein
Schauzeichen verbunden. Liegen mehrere
Stellen in einer Leitung, so muß für jede
Stelle ein besonderes R. festgesetzt werden,
das sich von den übrigen so unterscheidet,
daß Verwechslungen ausgeschlossen sind.
Stellen, die in mehreren Leitungen liegen,
müssen möglichst für alle Leitungen das gleiche
R. haben.

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Die R. für Telegraphenstellen werden aus
den Morsezeichen der Anfangsbuchstaben und
soweit erforderlich weiterer Buchstaben des
Namens der Stelle gebildet.
Auch die R. für den Anruf mit Wecker
und Hupen werden aus kürzeren und längeren
Zeichen in bestimmter Zusammensetzung
gebildet. Fink.
Ruhesignale s. Durchgehende Liniensignale.
Ruhestromschaltung, die Schaltung elek-
trischer Anlagen, bei der der Betriebsstrom
im Ruhestand den Stromkreis durchfließt, im
Arbeitszustand aber unterbrochen ist, im Gegen-
satz zur Arbeitsstromschaltung, bei der
im Ruhezustand die Leitung stromlos, aber im
Arbeitszustand vom Strom durchflossen ist.
Während im letzteren Fall der Strom selbst
die Nutzbarkeit leistet, wird sie bei der R. von
einer dem Strom entgegenwirkenden Kraft
(Feder oder Gewicht) geleistet.
In der Telegraphie kommen beide Schaltungen
vor. Die R. wird für den Betrieb solcher
Leitungen verwendet, die eine größere Anzahl
von Betriebsstellen umfassen. Bei der Arbeits-
stromschaltung müßte jede Betriebsstelle mit
einer so großen Batterie ausgestattet sein, daß
der durch sie erzeugte Strom im stände ist,
sämtliche Schreibwerke des Leitungskreises
zum Ansprechen zu bringen; bei R. genügt,
da sie mit Stromunterbrechung arbeitet, eine
solche Batterie, deren Elemente auf die einzel-
nen Betriebsstellen des Leitungskreises verteilt
werden können. Die R. ist daher auch die ge-
gebene Schaltung für Eisenbahntelegraphen-
anlagen.
Ferner ist die R. angebracht für alle die
selbsttätigen Fernmeldeanlagen, mit denen
Warnungs- oder Gefahrmeldungen gegeben
werden, weil bei ihr jede Leitungsstörung sofort
die Warnungs- oder Gefahrmeldung hervorruft.
Zu diesen Anlagen gehören u. a. Einbruch-
sicherungen, Feuermelder, Wasserstands- und
Gasstandsmelder, Signalmelder in Eisenbahn-
sicherungsanlagen. Fink.
Rumänische Eisenbahnen (mit Karte).
Inhalt: I. Geschichte. — II. Geographische Glie-
derung. — III. Verwaltung. — IV. Betriebsergebnisse.
- V. Tarifwesen. — VI. Technische Bahnanlage.
I. Geschichte.
Erst nachdem an Stelle der durch die Türkei
als Herrscher der Donaufürstentümer Moldau
und Walachei eingesetzten griechischen Günst-
linge (Phanarioten) einheimischen Fürsten das
Schicksal dieser Länder überantwortet wurde,
wendete sich das Interesse der letzteren der
Verbesserung der gänzlich ungenügenden Ver-
kehrswege zu. Zunächst war es der Fürst
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