Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Achter Band): Personentunnel - Schynige Platte-Bahn — Berlin, Wien, 1917

Page: 297
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Saison- oder Zeittarife. - Sandgleis.

Sie wollen so eine bessere Verteilung des
Verkehrs und eine Entlastung rder einzelnen
Wagengattungen zu bestimmten Zeiten er-
reichen. Große praktische Bedeutung haben
Ausnahmetarife für diesen Fall nicht, weil die
Ermäßigungen bei den frachtlich in der Regel
nicht unerheblich bevorzugten Gütern nicht
so groß sein können, daß diese Verbilligung
ihren vorzeitigen Bezug, der mit Zinsverlusten,
Verminderung des Gutes infolge längerer Lage-
rung u. s. w. r verbunden ist, für die Beteiligten
auch wirklich wirtschaftlich macht. Zeittarife
verdanken ihre Entstehung auch reinen Wett-
bewerbsrücksichten gegen die Wasserstraßen;
von besonderem praktischen Wert sind sie hier
kaum gewesen.
Saldierungsstelle s. Abrechnung.
Saleve-Bahn s. Bergbahnen.
Salonwagen s. Hofzügeund Personenwagen.
Salvador, mittelamerikanische Republik,
grenzt im Süden an die Südsee, im Südosten
an den Golf von Fonseca, im Osten und
Norden an Honduras, im Westen an Guatemala,
21.079 km2, etwa 1 Milk Einwohner. Länge
der durchweg schmalspurigen Eisenbahnen etwa
250 km. Die längste Bahn führt vom Hafen
Acajutla am Stillen Ozean nach der Hauptstadt
San Salvador (105 km). Eine Zweigbahn von
rd. 40 km verbindet Santa Ana mit Sitio del
Ninö. Eine Kleinbahn zwischen der Hauptstadt
und Santa Tecla soll weiter geführt werden
nach dem Hafen La Libertad. Eine Bahn von
San Miguel nach dem Hafen La Union (62 km)
ist im Jahre 1913 fertiggestellt. Sie soll von
San Miguel nach San Salvador weitergeführt
werden. v. der Leyen.
Salzkammergut-Lokalbahn, in Ober-
österreich und Salzburg gelegene schmalspurige
Privatbahn (Spurweite 0’76 m) mit dem Sitz
in Salzburg. Die Hauptlinie führt von Ischl
über den Wolfgangsee und St. Lorenz (Ab-
zweigung zum Mondsee) nach Salzburg (bl km).
Außerdem besitzt und betreibt die S. die
Zahnradbahn auf den Schafberg (s. Schafberg-
bahn).
Die Konzessionierung der S. erfolgte 1890,
die Betriebseröffnung 1890— 1893.
Die größte Steigung beträgt auf den Strecken
Ischl-Strobl, Mondsee-Salzburg und Strobl-St.
Lorenz 250/00, der kleinste Krümmungshalb-
messer 60, bzw. auf der Strecke Mondsee-Salz-
burg 75 m.
Sammelbahnhöfe s. Verschiebebahnhöfe.
Sammelgleise, Gleise, in denen Güter-
wagen aufgesammelt werden, Ausdruck, der
für die Richtungsgleise, aber auch für die
Ausfahrgleise oder für Leerwagengleise der

Verschiebebahnhöfe angewendet wird (s. Ver-
schiebebahnhöfe, Richtungsgleise). Cauer.
Sammelladungen. Mehrere Gegenstände
dürfen in denselben Frachtbrief aufgenommen
werden, wenn sie nach ihrer Beschaffenheit ohne
Nachteil zusammengeladen werden können und
keine Zoll-, Steuer- oder Polizeivorschriften ent-
gegenstehen. Da Wagenladungen aus verschie-
denartigen Gütern, auch aus verschiedenen
Haupttarifklassen gebildet werden dürfen, so
lassen sich auf diese Weise namentlich Stück-
güter zu Wagenladungen zusammenfassen. Das
Speditionsgewerbe macht hiervon sowohl im
eigenen Interesse als auch zum Vorteil der Eisen-
bahn vielfach Gebrauch. Die Fracht wird für
die ganze Sendung auf Grund des höchsten,
für einen Teil der Sendung geltenden Tarif-
satzes ermittelt, sofern sich nicht bei getrennter
Gewichtsangabe die Einzelberechnung billiger
stellt. Besondere Tarife für S. sind hiernach
nicht geschaffen, weil je nach dem Einzelfall die
Sätze der Allgemeinen Wagenladungsklasse oder
der Spezialtarife oder Ausnahmetarife oder auch
eines Serientarifs der Frachtberechnung zu
gründe gelegt werden. Grunow.
Sammelzug (goods collccting train; train
collecteur; treno collettore), Güterzug zur Auf-
nahme der auf den einzelnen Bahnhöfen im
Laufe des Tages oder in sonst angemessenem
Zeitraum angesammelten Güter, insbesondere
der Stückgüter, im letzteren Fall auch Ein-
oder Ausladezug genannt (s. Ausladezug,
Fahrplan u. Güterzüge). Breusing.
Sandgleis, Vorrichtung zum Auffangen von
Eisenbahnfahrzeugen oder ganzen Zügen durch
Sandbedeckung der Schienen.
Um ein Gegenstößen eines in einen Kopfbahnhof
einlaufenden Zuges gegen den Endprellbock zu ver-
hindern oder zu mildern, hat man häufig statt sonst
zu diesem Zweck angewendeter Prellböcke besonderer
Bauart (Wasserdruckbuffer, Rawiescher Prellbock)
lediglich die Fahrschienen auf eine gewisse Länge
vor dem Endprellbock mehrere ein hoch mit Sand
bedeckt.
Den Namen S. (oder auch Sandweiche) führt
eine von dem verstorbenen Geheimrat Dr.-Ing. Kopeke
in Dresden erfundene Vorrichtung, die dieselbe Wir-
kung des Sandes nicht auf dem eigentlichen Fahr-
gleis, sondern auf einem durch Gleisverschlingung
neben das Fahrgleis gelegten Gleisstück anwendet,
in das der aufzuhaltende Zug oder die aufzuhaltenden
Fahrzeuge mittels Weiche abgelenkt werden. Das S.
ist nicht nur, wie die Besandung des Fahrgleises, bei
stumpf endenden Gleisen, sondern namentlich auch
bei durchlaufenden Gleisen anwendbar. Es wird
dann auch an seinem hinteren Ende mittels Weiche
an das Fahrgleis angeschlossen, so daß bei nicht ganz
vollständiger Aufhaltewirkung der Zug u. s. w. zur
Vermeidung einer Entgleisung wieder in das Fahr-
gleis zurückgelenkt wird.
Abb. 164 zeigt solche Anordnung im Lageplan, Abb.
165 u. 166 zeigen den Querschnitt in 2 Ausführungs-
formen. Die beiden Schienen des S. sind gegen die
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