Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Achter Band): Personentunnel - Schynige Platte-Bahn — Berlin, Wien, 1917

Page: 306
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Sanitätszüge. —
1. Fahrbare Verköstigungsstationen;
2. Sanitätsrüstwagen;
3. mobile Labezüge.
In Frankreich unterscheidet [man 3 Arten von
Lazarettzügen: solche für Schwerverwundete mit
fester Lazaretteinrichtung, solche für Leichtverwundete,
die aber noch liegend reisen müssen, und Behelfs-
züge für Verwundete, die sitzen können.
Jeder Lazarettzug besteht aus 16 Wagen, die 200
oder 400 Mann fassen, je nachdem, ob sie sitzend
oder liegend zu befördern sind. Insgesamt stehen etwa
250 Züge in Verwendung.
Der Zug für Schwerverwundete besteht aus 16 Wa-
gen, die z. T. Durchgang und Übergangsbrücken
besitzen. 8 Wagen sind zum Verwundetentransport
bestimmt. Von den 8 Wagen, die nicht zum Kranken-
transport bestimmt sind, enthält einer die Apotheke
und den Operationsraum, einer die Küche und den
Ofen zum Verbrennen der gebrauchten Verbandstoffe,
einer die Vorräte an Wäsche u. s. w. Ein Wagen
dient den beiden Ärzten, einer dem Pflegepersonal
als Wohnung.]; ! Garlik.
San Salvatore-Bahn, Drahtseilbahn, die
von Lugano (Vorstadt Paradiso) auf den 909 m
ü. M. liegenden Monte Salvatore führt. Mittels
der Bahn wird bei einer wagrechten Länge
von 1524 m, einer geneigten Länge von 1651 m
und einer größten Steigung von 60 % eine
absolute Höhe von 601-6 m erklommen. Das
Gleis besteht aus 95 mm hohen Schienen und
hat 1 m Spurweite. Die Schwellen sind von
Eisen und in einem gemauerten Fundament
verankert. In der Mitte sind 2 Zahnlamellen
System Abt angebracht, in die das Zahnrad
eingreift, wenn der Wagen zum Stillstand zu
bringen ist.
Genau in der Mitte der Bahn befindet sich
die Station Pazallo. An ihr begegnen einan-
der der aufwärts und abwärts fahrende Wagen;
sie stellen sich genau nebeneinander und die
Reisenden steigen von einem Wagen in den
andern um. Das Drahtseil aus Tiegelgußstahl
ist 1650 m lang.
In der Mittelstation befindet sich der elek-
trische Motor, der mit Dreiphasen-Wechselstrom
von 400 Volt Spannung und 46 Perioden
betrieben wird, und die Dampfmaschine, die
ihn nötigenfalls ersetzt.
Das Bremsen und das Anhalten der Wagen
wird vom Maschinisten von der Mittelstation
aus besorgt. Im Fall des Bedarfs kann der
Schaffner im Wagen die Fallbremse lösen, die
den Wagen, indem sie auf die Zahnstange wirkt,
sofort zum Stehen bringt. Sollte das Drahtseil
reißen, so wirkt die Fallbremse automatisch.
Zur Regelung der Geschwindigkeit befindet
sich außerdem im Maschinenbaus ein Regler,
der automatisch auf eine Bremse wirkt. Ein
Distanzanzeiger gibt dem Maschinisten jeder-
zeit zu erkennen, an welcher Stelle die beiden
Wagen sich befinden.

Schafbergbahn.
Die Bahn ist seit 1890 im Betrieb. Sie hat
Ende 1913 im ganzen 650.290 Fr. oder
393.877 Fr. f. d. km gekostet. 1912 wurden
67.720 Personen befördert, 96.331 Fr. verein-
nahmt und 55.705 Fr. verausgabt. Dietler.
Sao Thome. Die portugiesische Insel, nahe
dem Äquator, südwestlich von Kamerun gelegen,
besitzt 21 km Bahnen von 75 cm Spurweite,
die als Kleinbahnen anzusehen sind. Durch
kgl. Verordnung vom 20. März 1906 wurde
der Bau einer 40 km langen Staatsbahn vom
Hafen Anna de Chaves nach San Sebastian
genehmigt. Vollendet ist die Strecke bis Tri-
nidad und von Cruzeira nach Abbade.
Die Pflanzungen haben meist eigene schmal-
spurige Bahnen, einige bis zu 150 km Be-
triebslänge.
Der Gouverneur Botto Machado plant den
Bau der Strecken von Monte Cafe und Lemos
nach Magdalena und vom Hafen entlang der
Küste nach Norden, sowie eine Querbahn durch
die Insel nach San Miguel im Südwesten.
Die Lokomotiven der Staatsbahn sind deut-
sches Erzeugnis. Baltzer.
Sardinische Eisenbahnen s. Italienische
Eisenbahnen.
Sattelschienen, Schienen, deren Quer-
schnitt aus dem Kopf und 2 nach auswärts
gerichteten Schenkeln besteht.
Die S. wurde von W. Barlow 1849 er-
funden und hatte wegen des anfänglichen guten
Verhaltens, trotzdem die Stoßverbindung schwer
auszuführen war, ausgebreitete Anwendung. In
der Folge traten bei stärkerer Abnutzung des
Schienenkopfes Spaltungen in diesem auf, so
daß die S. nicht mehr in den Hauptgleisen
belassen werden konnten und bald außer Ge-
brauch gesetzt wurden.
Über S. s. auch Haarmann, Das Eisenbahn-
gleis, Leipzig 1891, S. 64.
Schachtbau s. Tunnelbau.
Schadenverhütungsprämien s. Prämien.
Schädliche Neigung (schädliche Steigung)
s. Neigungsverhältnisse.
Schafbergbahn. Von St. Wolfgang (544 m
ü. M.) am Abersee, an der Grenze von Ober-
österreich und Salzburg, führt eine eingleisige
reine Zahnbahn nach Bauart Abt mit PO m
Spurweite, 80 m und 100 m Krümmungshalb-
messer, 255 °/00 größter und 44°/00 kleinster Stei-
gung auf den 1780 m hohen Schafberg und
endigt etwas unter dem Gipfel auf 1732 m ü. M.,
so daß bei 5*7 km wagrechter Länge 1188 m
erstiegen werden.
Etwa in halber Bahnlänge auf 1015 m ü. M.
befindet sich eine Ausweiche und Wasser-
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