Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Achter Band): Personentunnel - Schynige Platte-Bahn — Berlin, Wien, 1917

Page: 307
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Schafbergbahn.

Schiebebühnen.

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Station, auf der 1361 m hohen Schafbergalm
eine Ausweiche mit Haltestelle.
Der Oberbau besteht aus Eisenquerschwellen
von 35 kg, Laufschienen von 2\'8kg/m und
Abtscher 2teiliger Zahnstange; der gesamte
Oberbau wiegt etwa 138*5 kgjm. In Steigungen
bis zu 80°/00, die nur in ganz kurzen Längen
am Anfang der Bahn vorhanden sind, ist
die Zahnstange einteilig, daher das Oberbau-
gewicht entsprechend geringer.
Der Betrieb erfolgt mit Dampflokomotiven
von 17*5 t Dienstgewicht und 2 Zahntrieb-
rädern. Von den Personenwagen ist einer
2achsig mit 20 Sitzplätzen und 2*2 t Ge-
wicht; 3 Wagen haben 2 zweiachsige Dreh-
gestelle, je 60 Sitzplätze und ein Eigen-
gewicht von 6*4 t. Jeder Wagen hat ein Brems-
zahnrad.
Die Fahrgeschwindigkeit beträgt für Berg-
und Talfahrt S km/Std. und 7 km/Std.; die
Aufenthalte in den Ausweichen eingerechnet
dauert die Bergfahrt etwa 1 Stunde.
Die Bahn wurde im August 1893 dem Be-
trieb übergeben und ist Eigentum der Salz-
kammergutlokalbahn (s. d.).
Das Anlagekapital wird mit 1,800.000 K
angegeben. Dolezalek.
Schaffner s. Zugpersonal.
Schaffnersitz s. Bremsersitz u. Dienst-
abteil.
Schantungbahn (China) s. Bd. III, S. 195 ff.
Nach der Eroberung von Tsingtau durch die
Japaner im Oktober 1914 ist die S. von diesen
mit Beschlag belegt und in Betrieb genommen.
Ihr weiteres Schicksal hängt von dem Verlauf
des Krieges ab. Betriebsergebnisse werden nicht
mehr veröffentlicht.
SchatzaSpbahn s. Bergbahnen.
Scheibensignale s. Signalwesen.
Scheiteltunnel s. Tunnelbau.
Schiebebühnen (traversers, travelling-plat-
forms; chariots transbordeur, pont roulant; car-
relli trasbordatore, ccirri di servizio).
Allgemeines. Eine S. ist ein senkrecht zu
seiner Längsrichtung verschiebbares fahrbares
Gleisstück. Sie kreuzt eine Gruppe paralleler
Aufstellungsgleise und ermöglicht Eisenbahn-
fahrzeugen, von einem oder mehreren Zufahrt-
gleisen aus auf jedes beliebige Gleis der Gruppe
zu gelangen und umgekehrt, von jedem Auf-
stellungsgleis das oder die mit den Zufahrt-
gleisen häufig identischen Abfahrtgleise zu
erreichen oder endlich auch von einem Auf-
stellungsgleis auf ein anderes zu gelangen. Die
S. dienen demnach, wie man kurz sagen kann,
der Verbindung paralleler Gleise, im Gegen-

satz zur Drehscheibe, die die Verbindung
radialer Gleise vermittelt.
Die raumersparende Wirkung der S. bei
erheblicher Anzahl der Aufstellungsgleise ist
aus dem Vergleich der Abb. 178 u. 179 leicht
zu erkennen; die Weichenstraße liefert an sich
dieselben Verbindungsmöglichkeiten, aber die
von der „Gleisharfe“ bedeckte Grundfläche
übertrifft bei weitem die des ganzen oder halben
Schiebebühnenfeldes; die Hälfte braucht nur
in Betracht gezogen zu werden, wenn die S.
nach beiden Seiten die Aufstellungsgleise
bedient und man bei gleicher Leichtigkeit des
Verkehrs demnach zweier Weichenstraßen be-
dürfte. Die raumersparende Wirkung tritt umso-
weniger hervor, je geringer die Zahl der Gleise
ist, um schließlich von den höheren Kosten
der S. gegenüber denen weniger Weichen ab-
gelöst zu werden. Und noch in einem Fall
kann sie ausscheiden, wenn nämlich die nutz-
bare Aufstellungsgrundfläche nicht, wie in
Abb. 178 u. 179 angenommen, notwendig eine
rechteckige Gestalt zu haben braucht, sondern
auch die außerhalb des Rechtecks gelegenen
Gleisstücke, soweit sie bereits den erforderlichen
Abstand voneinander aufweisen, zur Aufstellung
benutzt werden können. Da nun das Rechteck
die Grundform der Gebäude ist, so ergeben
sich aus dieser kurzen Betrachtung sofort als
Hauptanwendungsgebiete der S. Lokomotiv-
schuppen und Werkstättengebäude für Loko-
motiven und Wagen von genau oder wesent-
lich rechteckigem Grundriß oder endlich Werk-
stättenhöfe zwischen rechteckigen Gebäuden,
sämtlich bei einer nicht zu geringen Zahl von
Aufstellungsgleisen. Wagenschuppen scheiden
hier aus, da die Wagenzüge des Betriebs nicht
in ihre Einzelfahrzeuge aufgelöst werden,
sondern geschlossen bleiben, und S. für ganze
Züge oder selbst nur Zugteile nicht nur uner-
schwinglich teuer sein, sondern auch mit ihrer
gewaltigen Grundfläche die raumersparende
Wirkung gegenüber der Weichenstraße oder
-gruppe von Haus aus vermissen lassen
würden.
Absolut genommen ist der durch das Schiebe-
bühnenfeld der nutzbaren Grundfläche ent-
zogene Platz naturgemäß immerhin bedeutend,
und die S. ist deshalb nicht allein ein Beför-
derungsmittel nur für Einzelfahrzeuge (beim
Lokomotivschuppen Lokomotive und Tender
als Einheit betrachtet), sondern sie wird auch
noch in ihrer Länge dem jeweiligen besonderen
Zweck angepaßt, wodurch sie gleichzeitig
möglichst leicht und billig in Anschaffung und
Betrieb wird. Ausführlicher gesagt wird man
lange S. (von etwa 20 m Länge) nur für
Lokomotivschuppen, wo sie die längsten Lokc-
20*
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