Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Achter Band): Personentunnel - Schynige Platte-Bahn — Berlin, Wien, 1917

Page: 331
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Schienenprüfung. - Schienenrücker.

auch häufig auf Rechnung des Eisenbahn-
betriebs zu setzen. Es ist hier manchmal schwer,
eine scharfe Grenze zu ziehen. Sehr feine Risse,
wie sie auch beim Bohren der Schienen ent-
stehen können, haben schon häufig den Anlaß
zu Dauerbrüchen gegeben. Um diesen vorzu-
beugen, ist es daher ein unbedingtes Erfordernis,
der Herstellung der Schraubenlöcher die größte
Beachtung zu schenken und deren Ränder auf
beiden Stegflächen abzufasen. Der guten Er-
haltung des Stoßes ist gleichfalls große Sorgfalt
zuzuwenden.
Die Prüfung der Ursachen einer ab-
normal starken Abnutzung der Schienen
ist auch häufig der Gegenstand von Labora-
toriumuntersuchungen. Im allgemeinen ist man
mit der auch als Maßstab für die Härte des
Schienenstahls dienenden Zugfestigkeit ausge-
kommen, u. zw. besonders dann, wenn es sich
um Materialien gleicher Erzeugungsart und Her-
kunft handelte. Es haben sich jedoch immer
wieder Bestrebungen geltend gemacht, den Wider-
stand des Stahls gegen Abnutzung durch ein Ab-
nutzungs-, Schleif-, auch Verreibungsverfahren
zu ermitteln. Gegen die Brauchbarkeit der Zug-
festigkeit für diesen Zweck wurde der Einwand
erhoben, daß weiche Schienen oft weit verschleiß-
fester als harte sind. Diese Ansicht war häufig

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von alten, angeblich „besondersverschleißfesten"
Schienen, die viel widerstandsfähiger sein sollen
als die späterer und auch neuester Erzeugung,
trotz deren weit größeren Härte. Man übersah
dabei zumeist, daß die Schienen mit vieljähriger
Liegedauer nur dort anzutreffen sind, wo der
Angriff der Fahrbetriebsmittel ein geringer ist,
während solche gleichen Geburtsjahres, die in
stark beanspruchte Gleise eingebaut waren, bald
ausgeschieden werden mußten. Zumeist wußte
man dies nicht oder hatte es doch zumindestens
vergessen. Die Abnutzungsversuche werden in
verschiedener Art ausgeführt. Es werden
Schienenstücke mit mineralischen Scheiben
oder auch Stahlscheiben angeschliffen, man
läßt Rollen aus Schienen- und Radreifenstahl
gegeneinander reiben u. dgl. Alle diese sowie
auch die für andere Zwecke unternommenen
Abnutzungsversuche haben bisher nur das eine
Ergebnis gezeitigt, daß man ganz besonders
bei diesem Versuch bemüht sein muß, die im
Betrieb sich abspielenden Abnutzungsvorgänge
möglichst genau nachzuahmen. Unter allen
Umständen werden Abnutzungsversuche zur
Ermittlung der Verschleißfestigkeit des Schienen-
stahls erst dann einen praktischen Wert haben,
wenn der Beweis erbracht sein wird, daß ihre
Ergebnisse mit denen des Eisenbahnbetriebs in


Übereinstimmung ste-
hen. v. Donnus.
Schienenrücker
(rail slewers ; appareils
ä deplacer les rails
longitudinalement; ap-
parecchi per spostare
J le rotciie longitudinal-
mente), Vorrichtungen,
mittels welcher bei
Längsverschiebungen
des Gestänges die
Schienen auseinandergetrieben bzw. zusammen-
gezogen werden.
In einfachster Weise wird das Zurechtrücken
der Schienen durch Schlagen auf ihre Stirn-
fläche mittels eines schweren Hammers oder
Schlägels bewirkt, nachdem vorher die ge-
. preßten Schienen entfernt wurden. Diese Art
nicht begründet, sie stützte sich auf wenig verläß- des Zurechtrückens hat aber den Nachteil daß
hebe Betriebsergebnisse. Das gleiche gilt auch damit die Verschiebungen der Gleise nur auf

[Abb. 203.
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