Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Achter Band): Personentunnel - Schynige Platte-Bahn — Berlin, Wien, 1917

Page: 333
Citation link: 
http://tudigit.ulb.tu-darmstadt.de/show/48-A-1089-08/0346
License: Creative Commons - No rights reserved (CC0)
0.5
1 cm
facsimile
Schienensägen. — Schienenüberhöhung.

333

tätig durch eine regulierbare Federvorrichtung. Durch
ein Tropfgefäß für Seifenwasser ist für gleichzeitige
Schmierung der Schnittfläche vorgesorgt. Derartige
Sägen werden vielfach mit Erfolg verwendet.
Gleichen Zwecken wie die S. dient der Schienen-
abschneider von Ehrhardt; bei diesem wird die
umgelegte Schiene in den Apparat hineingeschoben
und befestigt und nun werden 2 Handhebel auf-
und niederbewegt. Dadurch werden 2 Schneid-
stähle in senkrechter Richtung gehoben und gesenkt,
die am Schienenkopf und Fuß gleichzeitig zu
schneiden beginnen und sich durch selbsttätige
Schaltzeuge gegen die Mitte des Schienenquer-
schnitts zu bewegen.
Auch solche tragbare Sägen mit geraden Schneid-
stählen in lotrechter oder wagrechter Führung stehen
in verschiedenen Ausbildungen in Gebrauch.
Die handlichsle Form solcher Schienenkaltsägen
zeigt die Abb. 205, die eine S. mit wagrechtem
Schneideblatt darstellt. Das gerade Sägeblatt ist in
einen Bügel eingespannt, der durch ein abnehmbares
Gewicht beschwert ist, um eine selbsttätige Nach-
stellung zu bewirken; gleichzeitig drückt es das
Sägeblatt an die zu schneidende Schiene an. Mittels
der in der Abb. 205 ersichtlichen Stange wird die
Säge betätigt; die
Übertragung der
Bewegung auf den
Schneidbügel wird
durch Gelenke er-
möglicht.
Bei ähnlichen
Bauarten erfolgt
die Nachstellung
mit Zahnrad und
Schraube.
Größere, für den
Streckendienst be-
stimmte, meist als
Kreissägen für
Handbetrieb aus-
gebildete S. werden
in der Regel in Abb. 205.
Verbindung mit
anderen Vorrichtungen (etwa einer Schienenbohr-
und einer Schienenbiegemaschine) auf Rollwagen
angebracht, können aber auch ohne Wagen für Werk-
stätten mit maschinellem Betrieb eingerichtet werden.
Die Kreissäge wird mittels eines Kurbelrades und
doppelter Räderübersetzung in rasche Umdrehung
versetzt und durch einen eisernen Hebel an die auf
dem Untergestell liegende Schiene niedergedrückt;
über der Säge ist der Wasserbehälter angebracht.
Das Kurbelrad wird mittels eines Riemens auch als
Antrieb für den am Wagen montierten Schienen-
bohrer verwendet. Das Vorschieben des letzteren
wird durch ein Handrad bewirkt. An der vorderen
Stirnseite befindet sich eine Schraubenpresse zum
Biegen der Schienen, in der zur Erleichterung des
Biegens ein Rädervorgelege eingeschaltet ist. Rück-
wärts ist eine Schleifmaschine angeordnet, um an
Ort und Stelle die Zähne der Säge nachschleifen
zu können. ‘ Hiller.
Schienenstoß s. Oberbau.
Schienenstromschließer (contact maker;
conjoncteur; inseritore) sind an den Fahrschienen
der Eisenbahnen angebrachte Vorrichtungen,
die beim Befahren der Schienen durch einen
Zug den Stromkreis einer Batterie schließen.
Der Stromschluß wird meistens durch einen

Quecksilberkontakt hervorgebracht. Es geschieht
dies entweder dadurch, daß die Räder des
Zuges einen neben der Schiene angebrachten
Taster niederdrücken und dabei ein Queck-
silbergefäß zum Kippen bringen (Kippkontakt),
oder in der Weise, daß die Durchbiegung der
Schiene unter den darüber rollenden Rädern den
Quecksilberstand in einem Gefäß erhöht (Durch-
biegungskontakt).
Am weitesten verbreitet ist der S. der Bau-
art Siemens & Halske (Beschreibung und
Abbildung s. Blockeinrichtungen, Bd.II, S. 392).
S. werden verwendet zur Auslösung von Signal-
flügelkupplungen (s. Flügelkupplungen), Fahr-
straßenfestlegefeldern (s. Fahrstraßenfestlegung),
elektrischen Tastensperren (s. d.), Läutewerken
für unbewachte Wegübergänge (s. Überweg-
signale) und bei vielen anderen Sicherungs-
einrichtungen. Hoogen.
Schienenstuhl s. Oberbau.
Schienenüberhöhung (superelevation of
the outer rail; surhaussement du rail; sopra-
elevazione della rotciici), die Höherlegung des
äußeren gegen den inneren Schienenstrang.
Sie wird in schärferen Krümmungen angewendet,
um der Fliehkraft der Fahrzeuge entgegenzu-
| wirken, somit der Gefahr der Entgleisung und
I allzu großen Abnutzung der äußeren Schienen
j vorzubeugen und um außerdem die in den
I Bogenein- und -ausläufen auftretenden Seiten-
kräfte zu mildern. Die TV. über den Bau und
die Betriebseinrichtungen der Haupt-und Neben-
bahnen von 1909 (§7, 3) empfehlen unverbind-
lich, in Krümmungen den äußeren Schienen-
strang mit Berücksichtigung des Halbmessers
und der Fahrgeschwindigkeit so viel über den
inneren Strang zu erhöhen, daß die Abnutzung
beider Stränge tunlich gleich wird. Die deut-
sche BO. von 1904 (mit ergänzenden Bestim-
mungen von 1907 und 1913) beschränkt sich
auf die Forderung, daß die Überhöhung des
äußeren Stranges gekrümmter Gleise auf eine
möglichst große Länge, mindestens aber auf das
300fache ihres Betrags auslaufe (§ 10, 2), ohne
eine Vorschrift über die S. selbst zu geben,
weil auf diese hie und da beispielsweise in
Weichenkrümmungen und Aufstellgleisen ganz
verzichtet werden kann und muß (vgl. Erläute-
rungen zur BO.). Dagegen enthält die Vor-
schrift für die Herstellung, Erhaltung und
Erneuerung des Oberbaues der preußisch-hessi-
schen Staatsbahnen von 1915 unter Berück-
sichtigung der für die Krümmungen in Be-
tracht kommenden Halbmesser und Fahrge-
schwindigkeiten in der Anlage 3 genaue Be-
stimmungen über die Bemessung der S., betont
aber (in § 3, 2), daß diese im allgemeinen für
Durchschnittsverhältnisse gelten.
loading ...

DWork by UB Heidelberg
Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt   |    Imprint   |    Datenschutzerklärung   |    OAI   |    RSS   |    Twitter   |    seo-list