Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Achter Band): Personentunnel - Schynige Platte-Bahn — Berlin, Wien, 1917

Page: 341
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Schienenüberhöhung. - Schiffbrücken.

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derartig kürzere Bauwerke den Krümmungen
der Bahnlinie anzupassen, andernfalls wird
durch die rasche Senkung und Wiederanstei-
gung der einen Seite der Fahrzeuge deren
Gang ungünstig beeinflußt, zumal wenn die
Länge der Geraden nicht zur vollen Entwick-
lung beider Überhöhungsrampen ausreicht. In
den TV. (§ 7, 6) wird deshalb empfohlen, die
S. auch in der Geraden durchzuführen, wenn
zwischen 2 in gleichem Sinn gekrümmten
Bogen zwischen den Überhöhungsrampen nicht
mindestens 30 m ohne S. verbleiben. Zweck-
mäßiger ist unbedingt die Einlegung eines
beide Kreise berührenden größeren Kreis-
bogenstücks und Benutzung desselben zur
sanften Überleitung aus einer S. in die andere.
Wo aber einmal solche kurze Zwischengeraden
bestehen und für die beiderseitigen Über-
höhungsrampen nicht ausreichen, da dürfte
auch der u. a. bei der Bahn Landquart-Davos
gebräuchliche Vorgang nachahmungswert sein,
die zusammentreffenden Neigungen (nach
Abb. 207) mit sanfter Abrundung ineinander
überzuleiten.


Abb. 207.
Der Halbmesser dieser Abrundling wird etwa
gleich oder über 2000 m zu nehmen sein. Bei der
Anlage neuer Linien wird man jedoch unter Be-
achtung dieses Umstandes solche kurze Geraden
zwischen Bogen gleichen Sinnes von vorneherein
vermeiden, die zwischen Gegenkrümmungen aber so
lang machen, daß sie für die Übergangsbogen bzw.
Uberhöhungsrampen den nötigen Platz bieten.
Zu erwähnen ist noch, daß bei gekrümmter Bahn-
hofseinfahrt sowie in gekrümmten Bahnhofsgleisen
überhaupt, zwischen dem Ende der Überhöhungs-
rampe und der nächstgelegenen Weichenspitze ein
gerades, rampenfreies Gleisstück mindestens von der
Länge des größten Radstandes unbedingt erforder-
lich ist, damit das führende äußere Vorderrad ohne
Entlastung in die Weiche (mit der ohnehin etwas
erniedrigten Zungenspitze) eintritt. Diese Vorgerade
soll nach den 1V. (§ 36,2 bzw. 39,4) mindestens
10 bzw. 6 in vor Einfahrtsweichen von Bahnhöfen,
bzw. vor in Bahnhöfen selbst liegenden Weichen
betragen. Die österreichischen Staatsbahnen be-
stimmen, daß vor Weichen, die gegen die Zungen-
spitze mit mehr als 60 knijStd. befahren werden, ein
gerades Gleisstück von tunlich 35, mindestens aber
20 m Länge liegen muß, in das auch eine Über-
höhungsrampe nicht hineinreichen darf.
Literatur: Hb. d. Ing. W., 5. Teil, Bd. II u. VII,
Leipzig 1906 u. 1910. - Eis. T. d. G. 1908, Bd. II,
2. Abschnitt. — Berichte des Internationalen Eisen-

bahn kongresses 1892(Question IX) u. 1910 (Frage II).
- Organ 1896, 1898 (Beilage XXI), 1899, 1905 u.
1912. — Zentralbl. d. Bauverw. 1899 u. 1907. Trnka.
Schienenwanderung s. Oberbau.
Schiffbrücken (boat bridges, floating-
bridges ; ponts de bateaux, potits flottants; ponti
di barche), Brücken, deren Zwischenstützen aus
Pontons gebildet werden, die schwimmend,
demnach meistens der Flöhe nach mit dem
Wasserstand veränderlich angeordnet sind. Sie
finden meist für den Straßenverkehr, seltener
für den Eisenbahnverkehr Anwendung.
S. bieten gegenüber festen Brücken den
Vorteil einer rascheren und billigeren Her-
stellung. Dagegen erfordern sie zahlreiche Er-
haltungsarbeiten, überdies entstehen bei der
Durchfahrt der Flußschiffe sowie bei Eisgängen
häufig längere Unterbrechungen in der Be-
nutzung.
Die S. bestehen aus der eigentlichen Brücke
und den beiden anschließenden Uferrampen.
Die S. wird aus Pontons (Brückenschiffen)
gebildet, die zu Jochen (Brückengliedern) ver-
einigt, gut verankert werden; über diese wird
der Überbau, die Fahrbahn gelegt.
Bei den älteren S. wurden die Schiffe aus
Holz erzeugt; in neuerer Zeit finden vielfach
eiserne Schiffe Verwendung, die fester, dauer-
hafter und feuersicher sind. Ihre Form soll
parallelepipedisch sein mit einer Zuspitzung an
beiden Enden; der Schiffsboden wird vorne
und rückwärts aufgebogen, damit durch die
Pontons ein möglichst geringer Stau des
Wassers gebildet wird. Die Seitenborde können
senkrecht oder nach außen geneigt sein.
Die Größe der Schiffe richtet sich nach
deren Belastung, die Länge wird ungefähr
gleich der 2 —2Y2 fachen Breite der Brücken-
bahn gemacht. Die Höhe der Schiffe kann
bei der Ausführung aus Eisen niedriger ge-
wählt werden als bei einer solchen aus Holz,
sie schwankt meist zwischen 1 *25 — 1*5 tu.
Die Zahl und Größe der Schiffe ist so zu
wählen, daß die Tauchung je nach der Be-
lastung 0*2 — 06 m beträgt. Gewöhnlich werden
je 2 oder 3 Schiffe zu einem Brückenjoch
durch Streckenbalken vereinigt, die Schiffe der
Durchlaßjoche werden außerdem noch mit-
tels gekreuzter Spannketten miteinander ver-
bunden.
Die Längsverbindungen der einzelnen Joche
sollen, um den Druck auf die Schiffe über-
tragen zu können, die nötige Festigkeit und
Steifheit besitzen und besonders bei Durch-
laßgliedern ein rasches Öffnen und Schließen
der Verbindungen gestatten.
Es finden Verwendung: Spannketten, Röd-
delbalken (Paßstücke von 3 m Länge mit
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