Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Achter Band): Personentunnel - Schynige Platte-Bahn — Berlin, Wien, 1917

Page: 359
Citation link: 
http://tudigit.ulb.tu-darmstadt.de/show/48-A-1089-08/0373
License: Creative Commons - No rights reserved (CC0)
0.5
1 cm
facsimile
Schmalspurbahnen.

für s = 1 "00 m, Schwellenlänge l=\80cm, P = 3600kg
„ s — 0'75 d n / = 150 w P=3000 „
„ s = 0-60 „ „ /= 130 „ P = 2560,,

Abmessungen der Holzquerschwellen bei S.

Bahn
Spur-
weite
Länge
Breite
Höhe
m
Flensburg-Kappeln .
Belgische Vizinal-
1
F70
045
042
bahn.
Doberan-Heiligen-
1
L80
0-24
042
dämm.
0-90
F50

042
Sächsische S.
0-75
1-70
0-20
046
Württembergische S.
Neuere Österreichs
0-75
1-50
018
043
sehe S.
076
F60
014
0-20
043
Steiermärkische S. .
Schwarzbacher Gra-
076
1-50
044
048
013
phitwerke.
0-60
1-30
0-20
045

Für die Entfernung der Schwellen gelten
dieselben Grundsätze wie bei den Vollspur-
bahnen.
Die Art der Befestigung der Schienen
auf den Schwellen ist von der Spurweite unab-
hängig.
Wie bei den vollspurigen, so ist auch bei den
schmalspurigen Bahnen eine gute Beschaffenheit
des Bettungsstoffes sowie eine entsprechend
zweckmäßige und kräftige Gestaltung des Bet-
tungskörpers von großer Wichtigkeit für die
Sicherung der Lage des Gestänges und für eine
gute, dabei aber billige Unterhaltung des Ober-
baues. Häufig kommen Packlagen mit Stein-
schlag zur Anwendung, aber auch Kies,
Schlackenasche, Sand finden sich vereinzelt vor.
Die Bettungshöhen liegen zwischen 12 und
36 cm; die obere Bettungsbreite wird so be-
messen, daß sie die Querschwellen beiderseits
in der Geraden 10 — 25 cm überragt; im Bogen
werden diese Maße an der Außenseite wesent-
lich größer, bis zu 53 cm (sächsische S.)
gewählt. Die Zwischenräume zwischen den
Schwellen werden bei manchen Bahnen aus
Ersparungsrücksichten nicht vollständig aus-
gefüllt.
Die Anordnung des Schienenstoßes
folgt dem Vorbild der vollspurigen Bahnen.
e) Die Gleisverbindungen zeigen in ihrer
allgemeinen Anordnung gegenüber jenen bei
vollspurigen Bahnen keine Abweichung. Ein
Unterschied ergibt sich hauptsächlich durch die
Zulässigkeit kleinerer Halbmesser im Weichen-
bogen und größerer Kreuzungswinkel bei den
Herzstücken. Der HalbmesserdesWeichenbogens
soll nach den Grz. in der Regel bei 1 /ft-Spur
nicht kleiner als 50 m, bei 0'75 m-Spur nicht

359
kleiner als 40 m und bei 0’60 /^-Spur nicht
kleiner als 25 m sein; nur bei entsprechender
Bauart der Betriebsmittel können schärfere Bögen
Vorkommen; bei einer Fahrgeschwindigkeit von
höchstens 20 km sind auch Schleppweichen
zulässig. Die Herzstückneigung beträgt zumeist
1:7 (8° 7' 48") und 1 : 8 (7° 7' 30"), bei 60 cm
Spurweite auch 1 : 5*16 (11°). Die Zungenvor-
richtungen werden der Einfachheit halber sym-
metrisch gestaltet; Zungenlänge zwischen 2*2 bis
3-2///, selten kleiner; Spurrinne 33 — 35 mm.
Gleiskreuzungen bei gleichen Spurweiten
werden nach den Grundsätzen vollspuriger
Bahnen angeordnet. Für Kreuzungen schmal-
und vollspuriger Gleise in Schienenhöhe kommen
jetzt nur noch Schienen der Vollspurbahn zur
Anwendung, wodurch die Anlage verbessert und
vereinfacht wird. Soll der Schienenstrang des
Vollspurgleises keine Unterbrechung erfahren,
so wird das Schmalspurgleis entsprechend hoch
gehoben; einfacher ist die Anordnung mit Ein-
kerbung der Vollspurschienen.
f) Zweispurige Gleise für den Verkehr
schmal- und vollspuriger Fahrzeuge bestehen ent-
weder aus 3 oder 4 Schienensträngen. Schwierig-
keiten bietet die Abzweigung des Schmalspur-
gleises aus dem Vollspurgleis; hier können
die Weichenformen sehr verwickelt werden
(vgl. Weichenanlagen der sächsischen Schmal-
spurbahnen, Der Zivilingenieur, 1885, S. 569
u. Die 4schienige Gleisanlage in Kapfenberg,
Mitt. ü. Lok.- u. Strbw. 1894, S. 137). Bei
4schienigem Gleis von 1 /ft-Spur und Vollspur
kann eine Vereinfachung der Weichenanlage
durch Näherrücken des äußeren schmalspurigen
Schienenstrangs an den Vollspurstrang erzielt
werden (vgl. Noyelles-St. Valery, Rev. gen.
d. ehern. 1888, I u. 1891, I).
6. Bahnhofanlagen. Bei rein schmalspuri-
gen Bahnhöfen beeinflußt die Spurweite nur die
Abstände der Gleisachsen, die Weichenanord-
nungen, die Umgrenzung des lichten Raumes,
die Größe der Lokomotiv- und Wagenschuppen.
Nach den Grz. soll die Entfernung der Gleis-
achsen mindestens gleich der um 600 mm ver-
mehrten größten Fahrzeug- oder Ladebreite,
wenn diese größer als die Fahrzeugbreite ist, sein.
Bei s — \ m und 0’75 m beträgt die Gleisent-
fernung je nach örtlichen Verhältnissen 3‘20 bis
3*60 ///, bei Rollbockverkehr 4—4*25 //z; bei
0*60 /// finden sich Entfernungen von 2 m bis
2*50///. Für die Umgrenzung des lichten Raumes
ist das „Verladeprofil" (Abb. 218 u. 219) maß-
gebend. Die Ausmaße der Schuppen richten
sich nach der Anzahl und Größe der einzu-
stellenden Eahrbetriebsmittel.
Bei gemischtspurigen Bahnhöfen (z. B. An-
schluß der S. an Vollspurbahn) kommen haupt-
loading ...

DWork by UB Heidelberg
Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt   |    Imprint   |    Datenschutzerklärung   |    OAI   |    RSS   |    Twitter   |    seo-list