Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Achter Band): Personentunnel - Schynige Platte-Bahn — Berlin, Wien, 1917

Page: 363
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Schmalspurbahnen.

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wagen nehmen daher in großem Ausmaß zu.
Gute Ausnützung der Schmalspurgüterwagen
fordert, daß deren Tragfähigkeit jener der
Vollspurwagen oder einem einfachen Bruchteil
derselben gleichkommt (z. B. 2 Schmalspur-
wagen auf einen Vollspurwagen); es verkehren
auf hauptbahnähnlichen S. bedeckte Güter-
wagen mit 15 t und offene Güterwagen mit
25 t Ladegewicht. Um bei den kleineren Spur-

weiten die erforderliche Standfestigkeit der
Wagen trotz der für große Ladefähigkeit not-
wendigen größeren Breite des Wagenkastens
zu erzielen, wird die Plattform entsprechend
niedrig gelegt (z. B. durch Lagerung der Achsen
innerhalb des Drehgestellrahmens in halber
Höhe des Drehgestellträgers). Neuere Bau-
weisen zeigt nachstehende Übersicht:

Spurweite.m
Länge des Wagens einschließlich Buffer mm
Lichte Länge des Wagenkastens . . „
„ Breite „ ,, . . »
ti Höhe „ ii . . n

Ladefläche.rn2
Entfernung der Endachsen .... mm
Ladegewicht.t
Bremse.

Eigengewicht

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15.370
12.570
2170
2135

26-88
11.700
15
Spindel-
bremse

15-240

1

12.820

26-80
10.100
15
Selbsttäti-
ge Luft-
sauge- u.
Spindel-
bremse
11-420

0-750
10.230

18
8000
10
Reibungs-
bremse

6-500

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0-760
9460

18-70
6910
20
Selbsttäti-
ge Luft-
sauge- u.
Spindel-
bremse
7-300

0-600
8480
5930
1900
1900

11-27
5740
10
Spindel-
bremse

4-500

0-600
12.800
12.000
1800
900
(Höheder
Bord-
wände)
21-60
10.800
20

7-680

f) Außergewöhnliche Fahrzeuge. Zur
Beförderung von Vollspurwagen auf Schmal-
spurgleisen dienen Rollböcke und Beför-
derungswagen (Förderplattform wagen).
Für die Verladung des Vollspurwagens auf
die Rollböcke oder den Beförderungswagen
ist eine besondere Gleisanlage erforderlich.
Bei Rollböcken reicht das schmalspurige Verlade-
gleis auf wenigstens 12 m Länge in das Vollspurgleis
hinein, das sich gegen sein Ende zu anfangs all-
mählich, dann mit einem stärkeren Knick so weit
neigt, daß die Räder des Vollspurwagens auf die
Rollböcke stoßlos auflaufen; es kann auch das Voll-
spurgleis wagrecht angelegt und das Schmalspurgleis
mit Gefälle geführt werden (beachtenswerte Anlage
beschrieben im Zentralbl. d. Bauverw. 1915). Bei Ver-
wendung von Beförderungswagen werden die voll-
spurigen Wagen,den schmalspurigen Fahrzeugen über
eine Laderampe zugeführt, die mit einem vollspuri-
gen Gleis in der Höhe und in der Verlängerung der
auf dem Beförderungswagen angeordneten Fahrschie-
nen für den Vollspurwagen versehen ist.
Bei der baulichen Anlage der S. muß hinsichtlich
des Lichtraumprofils dem Verkehr vollspuriger Wagen
Rechnung getragen werden. (Näheres s. Art. Roll-
böcke.)
8. Die Bauwürdigkeit schmalspuriger
Bahnen wird von verschiedenen Eigenheiten der

Schmalspur beeinflußt, die in Vergleich mit den
betreffenden Eigenheiten der Vollspur zu ziehen
sind. Dabei darf aber auch dieGrößeder schmalen
Spur selbst nicht außer acht gelassen werden.
a) Die Leistungsfähigkeit der Schmal-
spur ist in den letzten Jahren durch Vervoll-
kommnung der Fahrbetriebsmittel und Erhö-
hung der Fahrgeschwindigkeit bedeutend ge-
steigertworden. Es können alle Arten von Gütern
(auch Vieh, Langholz, militärische Güter, Kohlen,
Erze, zerbrechliche Massengüter) ohne Schwie-
rigkeit befördert werden. Die Bewältigung eines
großen Verkehrs ist erwiesenermaßen weit we-
niger von der Spurweite als von betriebstech-
nischen Einrichtungen abhängig.
Der größte kilometrische Jahresverkehr im Be-
triebsjahr 1912/13 betrug auf der S. Christiania-
Drammen 970.635 Personen und auf der norwe-
gischen Rörosbahn 146.718 t Güter.
An lebenden Tieren beförderte im Jahre 1913:
Rhätische Bahn (1 m Spurweite) 46.165 Stück, dar-
unter 20.516 Ochsen und Kühe und 2658 Pferde;
die sächsischen S. (75 cm Spurweite) 24.866 Stück
und die Mecklenburg-Pommersche S. (60 cm Spur-
weite) 6130 Stück, darunter 359 Ochsen, 983 Kühe
und 23 Pferde.
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