Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Achter Band): Personentunnel - Schynige Platte-Bahn — Berlin, Wien, 1917

Page: 372
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SchmiermateriaHen.

leistung eines 2achsigen Güterwagens von
rd. 16.000 Wagend//; einem jährlichen Bedarf
von 6-10^g für einen Wagen. Für Loko-
motiven samt Tender beträgt der Verbrauch
je nach der Größe, Bauart und Dienstleistung
etwa 10 —20g- für einen Lokomotiv£//z; davon
entfallen für die Lokomotiv- und Tenderachsen
je nach ihrer Zahl 3-8 g, für den Mechanismus
3-5 g und für die Zylinder 4-7 g. Bei einer
Jahresleistung von 40.000 Lokomotive kann
der jährliche Bedarf an S. für eine Lokomotive
samt Tender bzw. für eine Tenderlokomotive
mit 400 — 800 kg angenommen werden.
Untersuchung der S.
Für die Beurteilung der S. kommen ver-
schiedene physikalische und chemische Prüfungs-
arten in Anwendung, die vorerst ihre Eig-
nung für bestimmte Verwendungszwecke und
weiters die Reinheit bzw. Unveränderlichkeit
im Betrieb festzustellen haben. Die Unter-
suchung beschränkt sich im allgemeinen auf
die Bestimmung der Zähflüssigkeit, des Flamm-
punktes, der Dichte, und bei Ölen, die bei
niedrigeren Temperaturen Verwendung finden,
auch auf Kältebeständigkeit, ferner auf die
Ermittlung des Säuregehaltes, die Prüfung
auf etwa vorkommende mechanische Verun-
reinigungen sowie auf das Vorhandensein von
Asphalt, harzigen Bestandteilen und etwa bei-
gemengten fremden Fetten und Ölen.
In einzelnen Fällen — Wahl der S. für be-
sondere Zwecke, Nachweis von Verfälschungen
u. s. w. — können noch weitere physikalische
und chemische Untersuchungsmethoden zur
Entscheidung herangezogen werden. Die Er-
mittlung der Zähflüssigkeit hat, da diese haupt-
sächlich für die Eignung des S. im mechanischen
Sinne in Betracht zu ziehen ist, große Bedeu-
tung. Da die Bestimmung des absoluten bzw.
spezifischen Wertes der Zähigkeit, dessen An-
gabe in den in der Physik üblichen Maßsystemen
erfolgt, schwieriger durchzuführen ist, sind für
technische Zwecke eigene Vorrichtungen in Ver-
wendung, mit deren Flilfe die Zähflüssigkeit
der S. bei verschiedenen Temperaturen rasch
und einfach festgestellt werden kann.
Im Deutschen Reich, in Österreich-Ungarn
und in einigen anderen Ländern des euro-
päischen Festlandes ist der Zähflüssigkeitsmesser
nach Engler in Benutzung.
Diese Vorrichtung(Abb. 225) besteht aus einem
flach gebauten, mit Deckel versehenen Gefäß A,
welches von einem mit Wasser oder Öl gefüllten
Heizbad B umgeben ist. Durch den Boden
der beiden Behälter ist ein 20 mm langes,
durch einen Stift b verschließbares Ablauf-

röhrchen aus Platin geführt. Das zu unter-
suchende Öl wird in das Auslaufgefäß, das
zur genauen Einstellung auf das Volumen von
200 cm3 an der Seitenwand 3 Markenspitzen
enthält, eingefüllt und mit Hilfe eines verschieb-
baren Ringbrenners, eines Rührers ED und
zweier Thermometer, von denen das eine in
den Ölraum und das andere in das Heizbad
taucht, auf die Versuchstemperatur gebracht.
Das durch das Röhrchen ausfließende Öl wird
in einem mit Marken versehenen Kolben auf-
gefangen. Die Auslaufzeit von 200 cm3 Öl
bei der Versuchstemperatur - in Sekunden
gemessen — geteilt durch die Auslaufzeit von


Abb. 225.
200 cm:3 Wasser (bei 20°) gibt das Maß der
Zähflüssigkeit, in „Engler-Graden" ausgedrückt,
an. In anderen Ländern sind ähnliche Vorrich-
tungen in Gebrauch, so das Redwoodsche Vis-
kosimeter (England), das Lamansky-Nobelsche
— neben dem Englerschen — (Rußland), das
Barbeysche (Frankreich), das Sayboldsche
(Amerika).
Der Flammpunkt, d. i. die Temperatur, bei
welcher ein Öl brennbare Dämpfe zu entwickeln
beginnt, wird bei Eisenbahnölen meistens im
offenen Tiegel ermittelt. Zur Erzielung gleich-
mäßiger Ergebnisse sind seit neuerer Zeit
zweckmäßige Versuchsanordnungen nach Mar-
cusson in Verwendung. Bei einzelnen Bahn-
verwaltungen werden die Flammpunktbestim-
mungen mit dem geschlossenen Pensky-Martens-
schen Apparat ausgeführt.
Die mit diesem Prober erzielten Ergebnisse
fallen der großen Empfindlichkeit für leicht-
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