Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Achter Band): Personentunnel - Schynige Platte-Bahn — Berlin, Wien, 1917

Page: 431
Citation link: 
http://tudigit.ulb.tu-darmstadt.de/show/48-A-1089-08/0446
License: Creative Commons - No rights reserved (CC0)
0.5
1 cm
facsimile
Schwedische Eisenbahnen.

431

hat eine Länge von 216 6 km und gehört 5 verschie-
denen Privatunternehmern. Von anderengeographisch
nennenswerten Privatbahnen seien erwähnt: die Küsten-
bahnen der Provinz Blekinge von Karlskrona nach
Kristianstad, die zahlreichen Eisenbahnen in Schonen
sowie die Eisenbahnen auf den großen Ostseeinseln
Gotland und Öland.

Übersicht der Länge der Staatsbahnen und
der Privatbahnen 1856 — 1914.

Jahr
Bahnlänge in km der bei Jahresschluß dem
Verkehr übergebenen Eisenbahnen
Staats-
eisen-
bahnen
Privatbahnen
voll- i schmal-
spurig spurig
Summe
auf
100 km2
auf
10.000
Ein-
wohner
1856
32
34
66
0-02
0-18
1865
869
331
105
1.305
0-30
3-17
1S75
1513
1501
665
3.679
0-84
8-39
1885
2385
3123
1382
6.890
1-57
14-71
1895
3270
4475
2011
9.756
2-22
19-83
1905
4199
5556
2892
12.64?
2-88
23-89
1914
4784
6492
3414
14.690
3-35
25-87

Die Anlagekosten der Staatseisenbahnen be-
trugen Ende 1914 insgesamt 596 Milk K, d. h.
124.562 K f. d. Bahn km. Hiervon kommen
etwa 422*5 Milk K auf die Bahn selbst und
die Gebäude, 14 Milk K auf Inventar, 154 Milk K
auf rollendes Material und 5*5 Mill. K auf die
Dampffähren.
Bei den Privatbahnen beliefen sich die An-
lagekosten Ende 1913 auf 579 Milk K, wovon
455 Milk K auf vollspurige und 124 Milk K
auf schmalspurige Bahnen kommen. Auf das
Bahn km verteilten sich die Anlagekosten bei
sämtlichen Privatbahnen folgendermaßen:
59.714 K für vollspurige und 36.712 K für
schmalspurige Bahnen, d. h. insgesamt f. d.
Bahnte Privatbahn 71.965 K. Zum Bau von
Privatbahnen wurden bis Ablauf des Jahres 1913
etwa 4 Milk K Staatszuschüsse ohne Verpflich-
tung zur Rückzahlung bewilligt und an Staats-
anleihen 85,641.572 K ausgegeben.
Das schwedische Eisenbahnnetz erstreckt
sich nunmehr von der südlichsten Spitze des
Landes bei Trelleborg bis nach der Reichs-
grenzstation im Norden in 68'23° nördlicher
Breite (die am nördlichsten gelegene Bahn der
Welt) wie auch nach Westen und Osten in
der ganzen Ausdehnung des Landes. Mit
ausländischen Eisenbahnen stehen die S. in
direkter Verbindung: durch die Dampffähren
zwischen Trelleborg und Saßnitz mit Deutsch-
land, durch die Dampffähren zwischen Malmö-
Kopenhagen und Helsingborg-Helsingör mit
Dänemark, durch Eisenbahnanschluß an 4 Stellen
mit Norwegen. Außerdem ist die schwedische
Staatseisenbahn neuerdings bis zur russisch-
finnischen Grenze bei Haparanda geführt worden

und wird in Zukunft mit den finnischen
Eisenbahnen verbunden werden. Oft sind die
Eisenbahnen, besonders in Nordschweden, in
die Talsenkungen der größeren Flüsse gezogen.
So folgt die Strecke Övertornea - Karungi-
Haparanda dem Torneelf; die Eisenbahn von
Lulea nach der Reichsgrenze läuft z. I.
im Tal des Luleelf; die Linie Hernösand-
Solleftea geht am Ufer des Angermanelfs ent-
lang; die ’ Querbahn von Sundsvall nach
Storlien folgt teils dem Lauf des Ljungaflusses,
teils dem Strand des Indalelfs; die Stammbahn
Stockholm-Ange geht auf einer Strecke von
70 km am Ljusneelf entlang und die Eisenbahn
vom Siljansee bis Krylbo entlang dem Dalelf.
Daß die Eisenbahnen in den Talsenkungen
der Flüsse angelegt worden sind, kommt auch
des öfteren in Südschweden vor.
II. Technisches.
Die Staatseisenbahnen haben sämtlich eine
Spurweite von P435 m. Unter den Privatbahnen
kommen 6 verschiedene Spurweiten vor. Ende
1914 waren von 9906-4 km der Gesamt-
schienenlänge 6492-4 km der Privatbahnen
vollspurig, also 65 V2 % . Die wichtigsten schmal-
spurigen Eisenbahnen haben eine Spurweite
von 0"891 m.
Von schmalspurigen Eisenbahnen mit grö-
ßerer Spurweite als 0*891 m hat Schweden
früher mehrere gehabt, doch sind die meisten
davon umgebaut. Im Jahre 1874 wurden die
Bahnstrecken Karlshamn-Vislanda und Sölves-
borg-Kristianstad mit einer Spurweite von
1°067 m eröffnet und im Anschluß daran ist
ein zusammenhängendes gleichspuriges Netz
von 508*6 km gebildet worden, das die Küsten-
städte der Provinz Blekinge teils miteinander,
teils mit den Endpunkten Kristianstad, Halm-
stad und Växsjö verbindet.
Auf einigen kleineren schmalspurigen Bahnen
sind 3 Schienen gelegt, um den Übergangs-
verkehr nicht nur mit den schmalspurigen,
sondern auch mit den vollspurigen Bahnen zu
ermöglichen.
Ende 1914 hatte Schweden 199 km 2gleisige
Staatsbahnlinien.
Für die Schwellen wird in der Haupt-
sache Fichtenholz (in geringerem Umfang
Eiche) verwendet. Ende 1914 waren auf den
Staatsbahnen 9 Milk Schwellen vorhanden, da-
von 6 Milk nicht getränkte und 2 Milk mit
Kreosotöl sowie 1 Milk mit Kreosotkalzium
durchtränkt.
Bei den Staatsbahnen werden ausschließlich
Stahlschienen verwendet mit einem zwischen
27-7 und 40*5 kg schwankenden Metergewicht.
Bei den Privatbahnen sind 99’8 % der Schienen
loading ...

DWork by UB Heidelberg
Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt   |    Imprint   |    Datenschutzerklärung   |    OAI   |    RSS   |    Twitter   |    seo-list