Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Achter Band): Personentunnel - Schynige Platte-Bahn — Berlin, Wien, 1917

Page: 437
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Schwedische Eisenbahnen. -
Im Jahre 1912 stellten sich die Aufwen-
dungen für das Personal der Privatbahnen
wie folgt: Feste Gehälter und Löhne 28 Mill. K,
festgestellte Ausgaben an Naturalien 565.000 K,
für Krankenpflege, Pensionszahlungen u. s. w.
2 Mill. K, insgesamt also 31 Mill. K.
Der Gesamtkostenaufwand für die an den
Staats- und Privatbahnen angestellten Beamten
und Arbeiter stellte sich im Jahre 1912 wie
folgt:

Für die
Person
K
Für das
Bahn km
K
Für
100.000
Wagen-
achs km
K
An °fc
der Roh-
ein-
nahmen
Staatsbahnen . . .
1616
9463
4517
5F80
Privatbahnen:
normalspurig . .
1466
3762
3999
37-69
schmalspurig . .
1274
2213
3999
43-57
Sämtliche Eisen-
bahnen .
526
5254
4287
45-55

Schweizerische Bundesbahnen s.
Schweizerische Eisenbahnen.
Schweizerische Eisenbahnen (mit Karte).
Inhalt: I. Geschichte und Eisenbahnpolitik. 1. Die
Anfänge des Eisenbahnwesens bis zum Ges. vom
28. Juli 1852. 2. Die Entwicklung der Eisenbahnen
unter der Herrschaft des Ges. von 1852. Das erste
Auftauchen des Rückkaufsgedankens. Die Alpenbahn-
bestrebungen. Der Gotthardvertrag. 3. Die Herr-
schaft des Ges. vom 23. Dezember 1872. Der
Bau der Gotthardbahn und zahlreicher anderer
Bahnen. Krise. Neuerliche ergebnislose Rückkaufs-
bestrebungen. 4. Der Übergang zum Staatsbahnsystem.
Rückkaufgesetz. Erwerb der Hauptbahnen. Sonstige
Erweiterung des Netzes der Bundesbahnen. Vervoll-
kommnung ihrer Anlagen. Baukosten. Beschränkung
der Konzessionsfreiheit für Hauptbahnen. Zweiter
Simplontunnel. Lötschbergbahn. Zufahrten zur Gott-
hardbahn. Ostalpenbahn. 5. Technische Anlage
der schweizerischen Bahnen. Alpenbahnen. Zahn-
bahnen. Elektrischer Betrieb. Rollmaterial. — II. Geo-
graphisches. — III. Statistik. — IV. Gesetzgebung
und Verwaltung.
I. Geschichte und Eisenbahnpolitik.
1. Die Anfänge des Eisenbahnwesens
bis zum Ges. vom 28. Juli 1852. Die erste
Eisenbahn auf Schweizer Gebiet, das P8 km
lange Teilstück St. Ludwig-Basel (St. Johann)
der Eisenbahn Basel - Straßburg, wurde am
15. Juni 1844 für den Personenverkehr und am
15. Dezember 1845 für den Güterverkehr eröff-
net, also zu einer Zeit, da in Europa schon
8235 km, in Amerika 7683 km Eisenbahnen be-
standen. Am 9. August 1847 folgte die 23*5 km
lange, unter der technischen Oberleitung Negrel-
lis (s. d.) erbaute schweizerische Nordbahn von
Zürich nach Baden als Anfang einer Verbin-
dung von Zürich nach Aarau sowie durch das
Aaretal und den Rhein entlang nach Basel.

Schweizerische Eisenbahnen. 43/
Im übrigen war nach der damaligen politi-
schen Verfassung der Eidgenossenschaft eine
selbständige Eisenbahnpolitik der Bundes-
regierung ausgeschlossen. Erst mit der Ände-
rung der Verfassung im Jahre 1848 nahm der
Bund zur Eisenbahnfrage Stellung. Mit Be-
schluß vom 18. Dezember 1849 wurde der
Bundesrat beauftragt:
1. den Plan zu einem allgemeinen schwei-
zerischen Eisenbahnnetz unter Zuziehung un-
beteiligter Experten,
2. den Entwurf zu einem Bundesgesetz,
betreffend Enteignung für Eisenbahnbauten und
3. Gutachten und Anträge über die Beteili-
gung des Bundes bei der Ausführung des
schweizerischen Eisenbahnnetzes und die Kon-
zessionsbedingungen für den Fall des Privat-
baues vorzulegen.
Die erste Frucht dieses Beschlusses war
das heute noch in Kraft stehende Bundes-
gesetz, betreffend die Verbindlichkeit zur Ab-
tretung von Privatrechten, wenn entweder
öffentliche Werke von Bundes wegen errichtet
werden oder die Anwendung des Gesetzes
auf andere öffentliche Werke von der Bundes-
versammlung beschlossen wird. Im weiteren
wurde unter der Leitung des Ingenieurs Koller
aus Winterthur ein Eisenbahnbureau einge-
richtet, dessen Arbeiten den als Experten bei-
gezogenen Robert Stephenson und Henry
Swinburne zur Aufstellung eines Programms für
ein allgemeines schweizerisches Eisenbahnnetz,
des sog. Stephenson sehen Eisenbahn-
netzes dienten. Dieses Netz umfaßte eine
Länge von 6505 km und war mit einspu-
riger Anlage auf 102,123.000 Fr., mit 2spu-
rigem Unterbau auf 114,243.000 Fr. ver-
anschlagt, Bauzinsen nicht inbegriffen. Die
wirtschaftlichen Experten des Bundesrats, Geigy,
Dr. Schmidlin von Basel und Ingenieur Ziegler
von Winterthur, gelangten zu dem Schluß,
daß ohne Mitwirkung des Staates, bloß durch
den freien Wettbewerb von Privatgesellschaften,
während einer Reihe von Jahren keine Eisen-
bahnen entstehen könnten, daß der Staat so-
mit eine Zinsbürgschaft oder die Anlage
der Bahnen in Verbindung mit den Kan-
tonen selbst übernehmen müsse. Auf diesen
Standpunkt stellte sich auch der Bundes-
rat in seiner Botschaft vom 7. April 1851 an
die eidgenössischen Räte. Der Vorschlag eilte
indessen den damaligen Verhältnissen voraus.
Der Partikularismus in der Schweiz war noch
zu groß, um die Zentralisierung des Eisen-
bahnwesens in den Händen des Bundes zu
gestatten. Der Vorschlag litt überdies an dem
Umstand, daß kein einheitliches schweizerisches
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