Röhrig, Ernst; Heusinger von Waldegg, Edmund [Editor]
Uebernahme und Lieferung von Eisen-Materialien, besonders für Eisenbahn- und Militärzwecke begründet durch die den jetzigen Erfahrungen entsprechenden Fabrikationsmethoden und eine specielle Charakteristik der Eisensorten (Roheisen, Schmiedeeisen und Stahl) — Leipzig, 1877

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Einfluss fremder

Bestandteile auf das Eisen.

19

3. Stahl.

Heber den
Beschreibung der
ausführlicher die

variablen Kohlenstoffgehalt des Stahls ist später, namentlich bei
Stahlprocesse und der physikalischen Eigenschaften des Stahls,
Rede.

Capitel 1V.
Einfluss fremder Bestandtheile auf das Eisen.
Vorstehende Analysen weisen auch nach, dass das Eisen, ausser dem
Kohlenstoff, mehr oder weniger fremde Bestandtheile (V, P, As, Ca, Alg, Al,
Mn, Co, Vd, Cu, Mo, Ti etc.) enthält. Die variable Quantität dieser Bestand-
theile ist abhängig von der Beschaffenheit der Eisenerze und der Schmelz-
temperatur, bei welcher das Eisen erzeugt war.
Die electropositiven Substanzen, z. B. Mn, ersetzen theilweise das Eisen
und die electronegativen (V, P, Si, etc. können, wie einige Metallurgen annehmen,
den Kohlenstoff vertreten, indem sie, wie dieser, mit Eisen bestimmte chemische
Verbindungen eingehen.
Auch haben chemische Untersuchungen ergeben, dass Si und P eine ver-
schiedene Verbindungsweise mit dem Eisen eingehen und dass es auf die Eigen-
schaften des Eisens von grösstem Einfluss ist, ob z. B. Si bloss mit Eisen, oder
gleichzeitig mit C im Eisen, und der Schwefel nur mit dem Eisen oder gleich-
zeitig mit Silicium sich verbunden hat.
Solche Anschauungen und Untersuchungen sind ja nun allerdings in theo-
retischer Hinsicht recht interessant, sie genügen indess nicht zur Lösung vieler
praktischer Fragen.
So haben z. B. die drei Hauptabtheilungen der Roheisensorten — graues,
halbirtes und weisses — bestimmt ausgeprägte Charaktere, aber in jeder der-
selben treten wieder sehr viele individuell nuancirte, physische und chemische
Eigenthümlichkeiten auf, welche sich weder durch die wechselnden Verhältnisse
der Hauptbestandtheile, noch durch für fremdartig gehaltene Beimengungen
genügend erklären lassen.
Feststehend ist die Thatsache, dass jene fremden Bestandtheile entweder
für sich oder in Verbindung mit einander bald einen günstigen, bald einen un-
günstigen Einfluss auf die Qualität und Verwendbarkeit des Eisens ausüben.
Die Art des Einflusses soll in der folgenden Besprechung der einzelnen
wichtigeren jener Bestandtheile geschildert werden.

§ 1. Sauerstoff.
Glühendes Schmiedeeisen überzieht sich bei Luftzutritt mit einer aus Eisen-
oxyduloxyd (2 03 -\- 5 Fe O) bestehenden dunklen Oxydhaut, dem sogenannten
Glühspan oder Hammerschlag. Diese Oxydbildung ist die Ursache des Eisen-
verlustes beim Schweissen desselben, wie zugleich die Veranlassung der stets
mangelhaften Schweissung von Eisenpacketen, da der Glühspan aus den Packeten
niemals vollständig entfernt werden kann.

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