Röhrig, Ernst; Heusinger von Waldegg, Edmund [Editor]
Uebernahme und Lieferung von Eisen-Materialien, besonders für Eisenbahn- und Militärzwecke begründet durch die den jetzigen Erfahrungen entsprechenden Fabrikationsmethoden und eine specielle Charakteristik der Eisensorten (Roheisen, Schmiedeeisen und Stahl) — Leipzig, 1877

Page: 68
Citation link: 
http://tudigit.ulb.tu-darmstadt.de/show/48-A-446/0075
License: Creative Commons - No rights reserved (CC0)
0.5
1 cm
facsimile
68

Capitel VI.

Die einzelnen, wenigen Fälle, in denen die Darstellung von Schmiedeeisen
und Stahl direct ans den Erzen geschieht, sind gegenwärtig noch von sehr unter-

geordneter Bedeutung.

Capitel VI.
Darstellung des Roheisens.
Die hierzu erforderlichen Schmelzmaterialien bestehen in den Eisenerzen
den Zuschlägen und den Brennmaterialien.

§ t. Eisenerze.
Eisenerze oder Eisensteine nennt man diejenigen Fossilien, welche das
Eisen in solcher Menge und solcher Reinheit enthalten, dass es daraus mit öko-
nomischem Vortheil gewonnen werden kann.
Nacli der chemischen Zusammensetzung lassen sich die Eisenerze folgen-
dennassen classificiren.
1. Eisenoxyde.
a. Magneteisenstein.
Derselbe entspricht in seiner Zusammensetzung der Formel Fe O, Fe2 ():]
oder Fe3 04, und enthält im reinen Zustande 31 % Eisenoxydul und G9% Eisen-
oxyd, und 72,4% Eisen. Er kommt meist derb, in krystallinisch - körnigen oder
dichten Massen vor, hat muscheligen bis unebenen Bruch, Metallglanz, eisenschwarze
Farbe und einen schwarzen Strich. Er ist meist magnetisch und oft polariscli.
Häufig findet er sich auch in Gestalt von Sand und Mulm.
Sein geognostisches Vorkommen ist hauptsächlich in den älteren krystalli-
nischen Schiefern und den sogenannten Eruptivgesteinen, und nur selten findet
man den Magneteisenstein in den devonischen und selbst noch jüngeren For-
mationen.
Die bekannten Hauptablagerungen dieses Erzes finden sieb in Schweden,
Norwegen und Lappland, ferner am Ural, in Pennsylvanien und Canada. In be-
schränkterer Weise findet man das Erz in Piemont, England, Oesterreich und
Deutschland (Schlesien, Thüringen, Harz).
Die gewöhnlichen fremden Beimengungen des Erzes bestehen zum Tlieil
aus den Gemengtheilen der angrenzenden Gesteine oder in besonderen erdigen
und metallischen Mineralien, wie Granat, Chlorit, Quarz, Schörl, Kalkspath etc.,
oder Schwefel- und Kupferkies, Zinkblende, Bleiglanz etc.
Auch sind diese Erze mitunter sehr manganreicli, und solche liefern das
Material für das bekannte, sowohl für Stabeisen- als Stahlfabrikation ausgezeichnete,
schwedische Danemoraeisen.
Das berühmte schwedische Kanoneneisen wird ebenfalls aus Magneteisen-
stein erzeugt.
Die Verhüttung der Magneteisensteine ist im Allgemeinen eine schwierige,
und erfordert besonders eine sehr sorgfältige Röstung, bei niedriger Temperatur.
Dem Magneteisenstein ähnliche Erze sind der Titaneisenstein
(m Fe2 03 -j- n Ti % in verschiedenen Verhältnissen) und der in New Yersey
loading ...

DWork by UB Heidelberg
Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt   |    Imprint   |    Datenschutzerklärung   |    OAI   |    RSS   |    Twitter   |    seo-list