Röhrig, Ernst; Heusinger von Waldegg, Edmund [Editor]
Uebernahme und Lieferung von Eisen-Materialien, besonders für Eisenbahn- und Militärzwecke begründet durch die den jetzigen Erfahrungen entsprechenden Fabrikationsmethoden und eine specielle Charakteristik der Eisensorten (Roheisen, Schmiedeeisen und Stahl) — Leipzig, 1877

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Mark verzögert und wegen solcher geringen Differenz der lOOOfache Betrag bis
zur endgültigen Schlichtung einbehalten. Der hierdurch dem Lieferanten verur-
sachte Zinsverlust übersteigt die Differenz viele Male.
2) Dass vielfach hei allen festgesetzten Theilzahhinten noch ein gewisser

Procentsatz, oft bis zu 20%, als Sicherheit einbehalten wird, während doch
die gestellte Caution als ausreichend erachtet werden könnte, zumal ausser der
letzteren der Lieferant noch mit seinem gesammten Vermögen für richtige Erfüllung
des Vertrages haften muss.
Jede Thcilzahlung könnte um so mehr glatt abgerechnet werden, da, bevor
diese Zahlung wirklich erfolgt, schon wieder weiter geliefert und dadurch neue
Deckung gegeben ist.

ad § 13. Neben-Beflingungen der Lieferungs-Verträge.
Von den Neben-Bedingungcn der betreffenden Lieferungs-Verträge mögen
hier noch die folgenden Erwähnung finden.
I Der Lieferant ist meistens 4 Wochen an seine Offerte gebunden, und
erleidet in dem Falle, dass seine Offerte nicht angenommen wird, stets einen mehr
oder weniger grossen Verlust, weil ihm durch die lange Zeit des Gebundenseins
viele Gelegenheit verloren geht, andere Bestellungen zu erwerben.
Es wäre deshalb jwohl wünschenswerth. spätestens 14 Tage nach dem
Submissions-Termin die Entscheidung zu treffen, wie das bei genügend vorbereiteter
Submission möglich ist.
2) Die Stempelung der Verträge ist eine ausserordentlich schwankende und
dürfte der Regelung bedürfen.
3) Schliesslich erwähnen wir noch eine für den Lieferanten recht harte,
die Fracht betreffende Bestimmung der meisten Lieferungs-Verträge.
Wenn Frachtermässigungen während der Vertragsdauer eintreten, so sollen
dieselben der die Schienen empfangenden Eisenbahn-Verwaltung zu Gute kommen,
wie das recht und billig ist. Treten nun aber Frachterhöhungen ein, oftmals
sogar auf der Bahn der erwähnten Verwaltung, so ist Lieferant zur Zahlung der
höheren Fracht verpflichtet.
Also auch hier wieder ist die Bestimmung einseitig gefasst, und zwar zu
Gunsten der Bahnverwaltung.
Fassen wir demnach die vorstehenden Bestimmungen zusammen, so be-
gründen dieselben eigentlich nicht einen Lieferungs-Vertrag, sondern eine
Lieferungs-Vorschrift!

Capitel X.
Lieferungs-Verträge verschiedener Eisenbahn-Verwaltungen.
§ 1. Material für die Schienen.
(a. Bruchansehen und Härtung.)
Oesterreicliische Eisenbahn -Verwaltung.
Bessemer- und Martin-Sfahlschienen dürfen nur aus weichem und zähem,
von schädlichen Bestandteilen freiem Materiale erzeugt sein.
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