Brinckmann, Justus
Kunst und Handwerk in Japan (Erster Band) — Berlin, 1889

Page: 7
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Blühende Kirschbaumzweige. — Schablone für Zeugfärberei.

Die Pflanzenwelt.
ohe Sommerwärme, über das ganze Jahr vertheilte, in der wärm-
sten Jahreszeit besonders ausgiebige Niederschläge und ein
fruchtbarer Boden haben mit den Meeresströmungen und vor-
herrschenden Windrichtungen zusammengewirkt zur Vereinigung einer
überaus mannichfaltigen, gattungs- und artenreichen Flora, in welcher
neben den Japan ausschliefslich eigenen Formen solche des tropischen
Indiens, des chinesisch-mandschurischen und des sibirisch-europäischen
Festlandes gedeihen. Dank den tropischen Regenmengen erreicht das im
Landschaftsbilde, im Haushalt und in der Kunst Japans so bedeutsame
Bambusrohr im mittleren Japan noch eine Höhe bis zu 20 Meter während
einer einzigen Vegetationszeit, obwohl der Umstand, dafs die gröfsten
Arten hier nie zur Blüthe kommen, bekundet, dafs hier nicht ihre eigent-
liche Heimath ist. Eine Fächerpalme, Bananen und eine Cycas-Art ge-
deihen freilich nur mehr in Folge der Cultur bis zur Bucht von Yedo
und nur ausnahmsweise höher im Norden, und ebenso verdankt die
herrliche Lotospflanze ihre weite Verbreitung nur der Cultur im Gefolge
des Buddhismus.
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An die heifse Zone erinnert auch der verhältnifsmäfsig grofse
Artenreichthum der Holzgewächse. Der japanische Laubwald ist
nicht wie derjenige des gemälsigten Europas aus wenigen geselligen
%
Arten zusammengesetzt, sondern aus einem bunten Gemisch verschie-
denartiger Bäume und Sträucher auf allen Altersstufen, zwischen denen
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