Brinckmann, Justus
Kunst und Handwerk in Japan (Erster Band) — Berlin, 1889

Page: 8
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Kunst und Handwerk in Japan.




mannichfache Schling- und
o
Kletterpflanzen und auf Bäu-
men lebende Farren Bilder
des tropischen Urwaldes
wachrufen. Ebenfalls nach
wärmeren Himmelsstrichen
weist die Verbreitung meh-
rerer Arten von Kürbispflan-
zen, welche die mächtige
Schneedecke des Winters in
den nördlichen Gegenden
vor dem Erfrieren schützt.
Im Gegensatz zu so
vielen fremdartigen Formen
begegnen uns andere, welche
den japanischen Inseln mit

dem

ganzen

nördlichen

Lotos im Winde. (Aus einem alten Kräuterbuch.)

Waldgebiete des alten Fest-
landes gemeinsam sind. Der
Königsfarren, das Leber-
blümchen, der Sauerklee,
das Milzkraut, der Sieben-
stern, das Maiglöckchen, süfs duftend wie bei uns, bringen uns Grüfse aus
dem heimathlichen Walde; das Studentenröschen, das gemeine Fettkraut,
die Moosbeere, die Preifselbeere und der Sumpfporst aus dem deutschen
Moore; der gemeine Löwenzahn, die bocks-
bärtige Spiräa, die Bachbunge und das gemeine

Braunheil von den heimischen Wiesen

und

das schwimmende Laichkraut und

Wasser

Stern bedecken dort wie bei uns die stehenden
Gewässer.
Ein inniger Zusammenhang der Vege-
tationen besteht zwischen Japan und China und,
aller Wahrscheinlichkeit nach, auch mit dem für die Wissenschaft erst
jetzt erschlossenen Korea. Erklärt sich dies aus der Ueberbrückung

Löwenzahn.

des Meeres

Winde

hat man für die auffällig nahe Pflanzenverwandt-
schaft Japans mit dem nord - amerikanischen
Waldgebiet östlich des Missisippi nicht eine
Einwanderung von Gewächsen des letzteren als
Grund angenommen, sondern den Umstand, dafs
in beiden Gebieten verwandte günstige Verhält-

Cycas.
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