Brinckmann, Justus
Kunst und Handwerk in Japan (Erster Band) — Berlin, 1889

Page: 93
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Der japanische Hausrath.

as Innere der japanischen Wohnung alten Stiles, wie wir es oben
geschildert haben, macht mit den Naturtönen des überall sicht-
baren Holzwerkes, den lichten, schwarzgeränderten Rechtecken
der Strohmatten, dem anspruchslos verzierten Papier der Fusttma, und
den neutralen Tönen der abgeputzten Tokonoma-Wand einen ruhigen
Eindruck, gleichviel ob unter der gleichmäfsig gedämpften Beleuchtung
bei geschlossenen Shojt oder unter voll hereinfluthendem Tageslicht
bei geöffneten.
Während wir gewöhnt sind, unsere Wohnungen mit einem
Uebermafse nicht regelmäfsig oder niemals gebrauchter Möbel, Geräthe
und Gefäfse zu überladen und unsere Zimmer gleich Kuriositäten-Läden

vollstopfen,

j

Wohnräume durch keine über-

flüssigen Dinge; ja auch vieler Möbel, die wir als unentbehrliche anzu-
sehen uns gewöhnt haben, bedarf er nicht. Weder Schränke, Kre-
denzen, Kommoden, noch Tische, Bänke und Stühle, noch Bettgestelle
füllen und beengen die Wohnräume. Je nach den Bedürfnissen des

Vorbereitung des Festes, auf welchem Nobu Naga den Mitsuhide, seinen nachherigen Mörder, tödtlich
beleidigte. Diener hängen Rollvorhänge an Stelle der zurückgeschobenen Shoji und schleppen eine Klapp-
wand herbei. Schwerttragende Männer tragen einen Tisch mit Speise-Tischchen und Geräthen und einer
Koralle in einer Ziervase; Andere bringen Ziertischchen mit Sinnbildern langen Lebens.
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