Brinckmann, Justus
Kunst und Handwerk in Japan (Erster Band) — Berlin, 1889

Seite: 117
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Hofdame in alter Tracht mit dem grofsen Akoya-Fächer. Aus dem Isai-gwa-shiki des Katsu-shika Isai
vom Jahre 1864. Die Verzierungen des Obergewandes zur Linken sind aus Schmetterlingen gebildet.
Rechts die „Shio“ genannte Schleppe.

Die Tracht.
Unter allen Wandelungen, welche die Tracht der Japaner unter den
wechselnden Einflüssen kriegerischer Zeiten, prunkliebender
reicher Fürstenhöfe und der auch dort, mehr als sonst im Morgen-
lande, mächtigen Mode im Laufe der Jahrhunderte erfahren hat, ist ihr
nationaler Grundzug bis in unsere Tage erhalten geblieben. Erst der
häfsliche Frack und die Uniform nach europäischem Zuschnitt haben in
Folge ihrer Erhebung zur amtlichen Tracht der Männer begonnen, den
von unvordenklichen Zeiten her von beiden Geschlechtern in allen
Ständen vom Kaiser bis zum letzten Handwerker getragenen, bequemen
und gefälligen, langen faltigen Aermelrock aus dem officiellen Leben zu
verdrängen und neben dem Herrn im Frack wird auch die japanische Dame
den Lockungen europäischer Modejournale schwerlich lange mehr Wider-
stand leisten. In der Kunst auch des Japans unserer Tage behauptet
jedoch die alte nationale Tracht zum Glücke noch ihre volle Herrschaft
und nur bei den wenig beliebten Darstellungen geschichtlicher Vor-
gänge neuester Zeit, dann in den häufigen Carrikaturen, in denen die
Anhänger des Alten ihren Spott über die Uebertreibungen ihrer, der
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