Brinckmann, Justus
Kunst und Handwerk in Japan (Erster Band) — Berlin, 1889

Page: 215
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Wachteln im reifen Hirsefeld. Aus dem Ehon shaho fukuro (Bilderschatz für Künstler) des Tachibana
Morikuni vom Jahre 1720.

Der Buchdruck und die vervielfältigenden Künste.
uch der Buchdruck der Japaner ist auf Anregungen aus China
zurückzuführen, wo schon im zweiten Jahrhundert unserer Zeit-
rechnung Papierabdrücke des Textes klassischer Bücher von
öffentlich aufgestellten Tafeln erwähnt werden und noch erhalten sein
sollen. Dieser Umstand und das häufige Vorkommen älterer chinesi-
scher Holztafeldrucke mit weifser Schrift auf schwarzem Grunde hat
Ernest Satow dazu geführt, in seiner in den „Transactions of the

Jap

die Incu-

nabeln der japanischen Druckerkunst die Vermuthung aufzustellen, die
Erfindung sei überhaupt davon ausgegangen, dafs man monumentale,
mit vertiefter Schrift bedeckte Steine, wie solche in China häufig Vor-
kommen, geschwärzt und auf Papier abgerieben habe, ohne dieses in
die Vertiefungen einzudrücken. Ein planmäfsiges, die Vervielfältigung
beabsichtigendes Abdrucken von, für diesen Zweck geschnittenen Holz-
tafeln scheint aber in China nicht früher als zu Ende des sechsten
Jahrhunderts geübt worden zu sein, wo der Gründer der S ui-Dynastie
die Ueberbleibsel der klassischen Bücher in Holz schneiden liefs.
Lange Zeit blieb auch dort das Gebiet des Buchdruckes ein sehr be-
schränktes; erst im io. Jahrhundert werden gedruckte Bücher mehrfach
erwähnt.
In Japan geschieht des Abdruckes von Schrifttafeln zuerst im
Jahre 764 Erwähnung, als die Kaiserin Shiyau-toku, in Erfüllung
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