Brinckmann, Justus
Kunst und Handwerk in Japan (Erster Band) — Berlin, 1889

Page: 217
Citation link: 
http://tudigit.ulb.tu-darmstadt.de/show/48-A-867-1/0224
License: Creative Commons - No rights reserved (CC0)
0.5
1 cm
facsimile
:■ • * ■






; ’t • r: i



Der Buchdruck. Alte Holztafeldrucke. Frühe Typendrucke.

217


das Schneiden dieser „Zehn Mittel“ hat sich der Kopist nicht um ein
Pünktchen von der Schrift vor ihm entfernt, sondern ist ganz genau
Handschrift seines Lehrmeisters gefolgt.“ Die Blätter dieses
Buches /bestehen aus besonders glänzendem Papier, sind beiderseits
bedruckt und waren ursprünglich nicht geheftet, sondern an ihren
Innenrändern zusammengeklebt.
Auch chinesische Bücher wurden nachgedruckt, zuerst i. J. 1364
das Buch „Lun Yu“, das erste der „vier Bücher der vier Philosophen“,
mit Aussprüchen des Konfucius. Eine Anzahl solcher, bis zum Ende
des 16. Jahrhunderts in Japan ausgegebener Nachdrucke chinesischer
Bücher zählt Satow ebenfalls auf, theils auf Grund eigenen Besitzes,
theils der Forschungen japanischer Gelehrten, welche diesem Gegen-
stand schon lange ihre Aufmerksamkeit zugewendet haben
Das erste in Wahrheit national-japanische Werk, ein Theil des
zu Anfang des 8. Jahrhunderts zusammengestellten Geschichtswerkes
,,Ni-hon-giu, ist erst in den letzten Jahren des 16. Jahrhunderts gedruckt
worden. Von da an beginnt eine erhöhte, alle literarischen Bedürfnifse
des Volkes umspannende Thätigkeit der Buchdrucker. Der Kriegszug
Hideyoshi’s nach Korea, von wo die Sieger zahlreiche dort gedruckte
Bücher heimbrachten, reizte dazu um so nachdrücklicher, als diese
Bücher einem Volke entstammten, auf welches die Japaner bisher als
auf ein tief unter ihnen stehendes hinabgeblickt hatten. Auch förderte
Jyeyasu die Druckerkunst, indem er in seinen letzten Lebensjahren
japanische Handschriften sammeln liefs und zu ihrer Vervielfältigung
nachdrücklich aufmunterte.
Eine sehr merkwürdige, von Satow nachgewiesene Thatsache
ist das in diese Zeit fallende Auftreten des Druckes mit beweglichen
Typen, welchen die Japaner in Korea kennen gelernt hatten und in den
nächsten dreifsig bis vierzig Jahren so bevorzugten, dafs Holztafeldrucke
aus dieser Zeit zu den Seltenheiten gehören.
In China sollen bewegliche Typen aus gebranntem Thon schon
um die Mitte des 11. Jahrhunderts angewandt worden sein. Satow
hat Belege für diese Angabe nicht zu finden vermocht. Er hat aber
Beweise für ein immerhin sehr frühes Vorkommen beweglicher Typen
aus einem Drucke der Zeit zwischen 1317 und 1324 geschöpft, ohne
jedoch über dessen koreanischen oder chinesischen Ursprung zu einem
abschliefsenden Urtheil gelangt zu sein. Einhundertsechsundzwanzig
Jahre vor den ersten in Europa mit beweglichen Typen gedruckten
Büchern erschienen, ist dieses Buch eines der merkwürdigsten Denk-
mäler für die Geschichte der Buchdruckerkunst. Daran, dafs beweg-
liche Typen zu seiner Herstellung gedient haben, ist kein Zweifel
möglich, wie Satow an den Einzelheiten des in seinem Besitze befind-

;


h
4.
• *
*
' 1 1

11 *p *
'• -»

c

3

V- *
l'
fl

n

'Z

: 1


I
A.**

f«-. - 1

i'



>]*j
■x ■
V *
r
Y-i


ffüS L
SSV

fl/-

BII t
- 1 .
all« VK
fjlfl
• v-:
m
Aif'
-
n 9 *.
1 fe
{ I::
> 1 • 'r*.
y - ’ • ■
Mm ,
J! E .

>

i'-»

»kr »I •
ftti;
j3Tp';' ,
•y! 31® j *
.w ?

m,'


.

II ly

. ;

pf
[lUi


IS 'Jiiv-:-
- 4
** rli • i k.
S 1411 «


- S ä
u

i



'.i
'4;


V.-

M
loading ...

DWork by UB Heidelberg
Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt   |    Imprint   |    Datenschutzerklärung   |    OAI   |    RSS   |    Twitter   |    seo-list