Koch, G. v.; Mendelssohn, Arnold Ludwig
Die Minneburg: Oper in 5 Bildern — Lissa i. P., 1908

Page: 19
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Er wird bald wieder sanft und gut,
Ganz lieb und folgsam sein.
Ihr Mägdlein, tretet zu ihm an,
Den ich als Ritter mir gewann!
Leg schnell das Schwert aus deiner Hand,
Zieh aus das Eisenkleid;
Von Purpur sei nun dein Gewand,
Wir halten’s dir bereit.
Dem Feigling hängt die Fetzen an,
Sie schänden mich, den freien Mann!
Geliebter, zieh nicht fort von mir!
Wir halten ihn gefangen hier!
Strecken die Speere gegen Georg. Dieser nimmt sein Schwert
(|n der Scheide) und schlägt im Kreise herum, so daß die Speere teils
bedien, teils den Damen aus der Hand fliegen.

Mädchen:
(suchen Georg
das Schwert ab-
zuhängen)
Georg:
(will abgehen)
Unda:
Damen :

Deorg:
Damen:
Ritter:

Und

a:

Ha ha, wie flieget Speer um Speer,
Lebt wohl, ihr haltet mich nicht mehr!
(Schreitet ruhig davon.)
Er ist entkommen, welche Schmach!
Er zieht davon, o welches Glück,
Kein Weg führt ihn hierher zurück.
Mein Liebster fort, ich muß ihm nach!
(Vorhang schließt sich.)

IV. Bild.
Burghof wie im I. Bild, zum Teil demoliert, unter der Tür ein
Raufen von Balken und Steinen. Im Vordergrund ein Tisch, an dem
die Köditzer essen und trinken. Einige angetrunken. Ritter v. Köditz,
aufs Schwert gestützt, schaut gegen die Turmtür.
Chor L Auftritt,
ä- Köditzer: Aus unsrer Feinde Keller fließt
Das beste Rebenblut.
Vom Korne, das wir nicht gesät,
Schmeckt’s Brot uns doppelt gut.
Holla ha, holla ha, holla ha ha ha! ... .

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