Koch, G. v.; Mendelssohn, Arnold Ludwig
Die Minneburg: Oper in 5 Bildern — Lissa i. P., 1908

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V. Bild.
Wald wie im Vorspiel. — Georg in Jagdkleidung, an der Seite
das Schwert, in der Hand einen Jagdspieß.

1. Auftritt.
Georg: Die Burg der Väter trägt neue Zinnen,
Hell leuchtet wieder mein Wappenschild. —
Bei frohen Gelagen preist mich der Sänger,
Manch holdes Mägdlein wird rot vor mir. —
(setztsich sinnend) Doch keine vermag es, das Bild zu bannen,

Ihr Bild, das Ruhe und Rast mir raubt. —
Beim wilden Jagen such’ ich Vergessen,
Vergebens jauchzet im Wald der Troß. —
Ha, dieser Platz!
Sein Anblick reißt die Herzenswunde auf,
Hier fand ich sie,
Die schmählich in dem Zauberschlosse mich
verriet. —
Unda:
(außen).
Georg:
Den Liebsten zu suchen wandr’ ich umher,
Die Augen sind müde, das Herz so schwer.
Was hör’ ich?
Nur eine Stimme dringet so zu Herzen,
Sie kommt zu mir,
Verließ die Minneburg um meinetwillen.
2. Auftritt.
Unda:
(tritt auf, ohne G.
zu sehen; Klei-
Von Dornen zerrissen das seidene Kleid,
Zerrissen das Herze von Liebesleid.

düng zerrissen)
Georg: Mein Herz, halt still,
Erst prüf’ das Haupt, ob sie auch deiner
würdig! —
Wer stört mich hier?
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