Matschoss, Conrad
Geschichte der Dampfmaschine: ihre kulturelle Bedeutung, technische Entwicklung und ihre grossen Männer — Berlin, 1901

Page: 315
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III. \ on der Einführung der Präcisionsdampfmaschine bis zur Jetztzeit. 315

Gewichts, nicht, wie es bei kleineren Hämmern üblich ist, zur
Unterstützung der Abwärtsbewegung. Die Dampfverteilung erfolgt
durch einen aus zwei Kolben bestehenden Hauptschieber a, der
seine Bewegung von einem direkt über ihm aufgcstellten kleinen
Dampfcylinder b mit Flachschiebersteuerung c erhält. Der Schieber c
der kleinen Hilfsmaschine b wird mittelst Stangen und Hebel vom
Maschinistenstand aus gesteuert. Das Gesamtgewicht des Bethlehem-
hammers beträgt 238G t.
Selbst mit diesen ungeheuerlichen Leistungen kommt die heutige
Technik bei weitem nicht mehr aus. ln der hydraulischen Schmiede-
presse, der das Druckwasser wieder die Dampfmaschine zu liefern
hat, ist ein Mittel gefunden, das gestattet, ohne so viel Lärm von
seiner Arbeit zu machen, wie es ein solch Riesenhammer thut, das
Eisen mit grösseren Kräften wirksamer zu gestalten, als es selbst
der grösste Hammer der Welt vermag.

KAPITEL 3.
I)ic Dampfmaschine im Dienste des Verkehrs.
V
1. Die Schiffsdampfmaschine.
Die Dampfschiffahrt, im ersten Jahrzehnt des 19, Jahrhunderts
entstanden, hatte sich von kleinen unscheinbaren Anfängen an zur
grössten wirtschaftlichen Bedeutung entwickelt. Schon vor den
Eisenbahnen war durch Dampfschiffe der Wunsch nach schnellerer
Beförderung vor allem auf den grossen Flussgebieten Amerikas in
umfangreicher Weise erfüllt worden. Auch die Meere hatte das
Dampfschiff bereits um die Mitte des Jahrhunderts vielfach durch-
kreuzt und damit die Ansicht von der Unmöglichkeit einer Ocean-
dampfschiffahrt wirkungsvoll widerlegt. Mancherlei Verbesserungen
waren allerdings notwendig, ehe das Dampfschiff auch zum Verkehr
auf dem Meere mit Vorteil benutzt werden konnte. Einer der
wesentlichsten bestand in dem Ersatz der Schaufelräder durch die
Schraube.
Die Dampfmaschine, die sich mit dem kleinsten Raum begnügen
und den grössten Anforderungen an Leistungsfähigkeit und Betriebs-
sicherheit gerecht werden musste, hatte vielfach ihre Gestalt ge-
ändert, ohne es jedoch bis dahin zu einer einheitlichen Form ge-
bracht zu haben.
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