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Knorr, Georg
25 Jahre im Dienste der Luftdruckbremse: 1884 - 1909 ; ein Rückblick — Berlin-Boxhagen, 1909

Page: 91
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H. Pressluft-Sandstreuer.

Es wäre zu verwundern gewesen, wenn mich nach jahre-
langer Bearbeitung der Bremsfrage das in betriebstechnischer
Beziehung verwandte Problem des Sandstreuers nicht gleichfalls
beschäftigt hätte. Der Anreiz war um so grösser, als ein drin-
gendes Bedürfnis nach einem brauchbaren, leistungsfähigen und
betriebssicheren Apparat zwar vorlag, aber bislang von keiner
Konstruktion recht befriedigt wurde. Die handbetätigten Sand-
streuer litten ohne Ausnahme an dem Uebelstand, dass sie den
Sand nicht an die Berührungsstelle von Rad und Schiene brachten
und dass ihre Rührvorrichtung unwirksam oder unsparsam
war. Der Dampfsandstreuer, auf den man grosse Hoffnungen ge-
setzt hatte, enttäuschte gleichfalls, denn die üblen Folgen der
Feuchtigkeit des kondensierenden Dampfes — Zusammenbacken
des Sandes und Einfrieren der Sandabfall rohre im Winter
waren nicht zu vermeiden.
So hatte der Pressluftsandstreuer bei seinem ersten Erschei-
nen der Konkurrenz gegenüber keinen allzu schweren Stand. Er
hatte schon in seiner einfachsten, noch unvollkommenen Gestalt
Vorzüge, die ihn wertvoller erscheinen liessen als den Hand-
und Dampfsandstreuer. Der erste Pressluftsandstreuer, der auf
der preussischen Staatsbahn Anwendung fand, war der von
Brüggemann, der die Druckluft bereits zum Absaugen und Auf-
wühlen des Sandes benutzte. Aber die Streudüse befand sich
noch unzugänglich im Sandkasteninnern, und die ständige Auf-
wühlvorrichtung war nicht wirksam genug. Mein Bestreben ging
dahin, den ganzen Düsenapparat leicht zugänglich ausserhalb des
Sandkastens anzubringen, und die Wirkung des Aufwühlstrahles
dadurch zu verstärken, dass ich ihn als Gegenstrom zum Saug-
strom ausbildete. Diese Anordnung (Fig. 142) wurde mir unter
Pat. No. 145752 geschützt. Durch r tritt die Druckluft in die
Düse ein und gabelt sich dort durch Bohrung b in den Saug-
strom und durch Bohrung c in den Gegenstrom, der den Sand an
der Entnahmestelle aufwühlt. Wenn bei dieser Ausführung der
Sandkasten nicht hoch genug mit Sand gefüllt ist, kann es Vorkom-
men, dass der Gegenstrom durch den Sand hindurchbläst und da-
durch eine Sandzufuhr zur Streudüse unmöglich macht. Um diesen
Nachteil sicher zu vermeiden, empfahl sich die Anordnung Fig. 143,
Pat. No. 167 220, bei der die Streudüse am Ende eines Sand-
zuführungsrohres angebracht ist, um den Gegenstrom gegen eine
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