Meyer, Georg
Grundzüge des Eisenbahn-Maschinenbaues: Die Lokomotiven — Berlin, 1883

Page: 9
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Leistung der Lokomotiven.

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Personenzugmaschinen, welche eine geringere Zugkraft, dagegen eine
gröfsere Geschwindigkeit entwickeln.
Da die Achsen der Eisenbahnfuhrwerke bezüglich des Druckes aut
die Schienen eine bestimmte Grenze nicht überschreiten dürfen (14 000 kg
pro Achse), so ist durch das für die Dampferzeugung nöthige Lokomotiv-
gcwicht auch gleichzeitig die Zahl der anzubringenden Achsen bedingt.

Kapitel 1.
Lokomotivkessel nebst Armatur.
§ 1. Allgemeines. Der Kessel der Lokomotiven hat den Zweck,
den für eine Lokomotive während der Fahrt erforderlichen Dampf in
hinreichender Menge und von genügender Spannung zu produziren.
Um eine möglichst grofse Dampferzeugung in der Zeiteinheit zu
erhalten, sind horizontal gelagerte Röhrenkessel angewendet.
Zur Aufnahme des Rostes dient ein Kasten von parallelepipedischer
Form, in dessen einer Seitenwand im oberen Theile Röhren zur Fort-
führung der heifsen Gase angebracht sind.
In dem unteren Theile dieses Kastens, welcher Feuerbüchse oder
innere Feuerkiste genannt wird, sind Träger zur Aufnahme des Rostes
in passender Weise angebracht.
Da im Inneren der Feuerbüchse die Verbrennung vor sich geht
und die Wände derselben theils durch Strahlung, theils durch Kontakt
mit den heifsen Gasen erwärmt werden, mufs die andere Seite der
Feuerbüchse mit Wasser bedeckt sein. Dieser Wasserraum wird durch
die äufsere Feuerkiste oder den Feuerbüchsmantel, der sich im AVesent-
lichen der Form der Feuerbüchse anschliefst, begrenzt.
Unterhalb des Rostes wird die Feuerbüchse mit dem Mantel durch
einen besonderen Dichtungsring vereinigt.
Zum Hineinbringen von Brennmaterial in die Feuerbüchse ist an
der hinteren Seite eine meist ovale Oeffnung angebracht, welche durch
eine ein- oder zweiflügelige Thür geschlossen werden kann.
An die vordere Seite der äufseren Feuerkiste schliefst sich der
Langkessel an, durch den die von der inneren Feuerkiste abgehenden
Röhren hindurch gehen.
Oben auf dem Langkessel befindet sich meistens ein domartiger
Aufsatz, welcher zum Ansammeln von trockenem Dampf und gleich-
zeitig zur Aufnahme des Regulators, d. i. der Vorrichtung zum Zu-
lassen und Absperren des Dampfes nach resp. von den Cylindern dient.
Das vordere Ende des Langkessels wird durch eine Wand, welche
die Heizrohren wieder aufnimmt, die vordere Rohrwand, geschlossen.
An diese letztere Rohrwand schliefst sich die Rauchkiste au,
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