Meyer, Georg
Grundzüge des Eisenbahn-Maschinenbaues: Die Lokomotiven — Berlin, 1883

Page: 133
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Allgemeines über das Gestell der Lokomotive.

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der Bewegung der Lokomotive funktionirt und von welchen jeder einzelne
zum Speisen des Kessels ausreicht.
$ 116. Jede Lokomotive soll mit einer Vorrichtung versehen sein, um
den Kesseldampf durch die Saugröhren der Speiseapparate nach der Tender
cisterne leiten zu können.
§ 117. Jede Lokomotive mufs mit einer Dampfpfeife versehen sein.
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Deutschland s.
§ 9 Abs. 7. Jede Lokomotive mufs versehen sein:
1) mit mindestens zwei zuverlässigen Vorrichtungen zur Speisung des
Kessels, welche unabhängig von einander in Betrieb gesetzt werden
können und von denen jede für sich während der Fahrt im Stande
sein -mufs, das zur Speisung erforderliche Wasser zuzuführen. Eine
dieser Vorrichtungen mufs aufserdem geeignet sein, beim Stillstand
der Lokomotive den Wasserstand im Kessel auf der normalen Höhe
zu erhalten;
2) mit mindestens zwei von einander unabhängigen Vorrichtungen zur
zuverlässigen Erkennunng der Wasserstandshöhe im Inneren des
Kessels. Bei einer dieser Vorrichtungen mufs die Höhe des Wasser-
standes vom Stande des Führers ohne besondere Proben fortwährend
erkennbar und eine in die Augen fallende Marke des zulässig
niedrigsten Wasserstandes angebracht sein;
3) mit wenigstens zwei vorschriftsmäfsigen Sicherheitsventilen, von
welchen das eine so eingerichtet sein soll, dafs die Belastung des-
selben nicht über das bestimmte Maafs gesteigert werden kann.
Die Belastung dieser Sicherheitsventile ist derartig einzurichten,
dafs denselben eine vertikale Bewegung von 3 mm möglich ist;
4) mit einer Vorrichtung (Manometer), welche den Druck des Dampfes
zuverlässig und ohne Anstellung besonderer Proben fortwährend
erkennen läfst. Auf den Zifferblättern der Manometer mufs die
gröfste zulässige Dampfspannung durch eine in die Augen fallende
Marke bezeichnet sein;
5) mit einer Dampfpfeife.

§ 52. Allgemeines über das Gestell der Lokomotive. Das Ge-
stell ist derjenige Tlieil der Lokomotive, welcher dieselbe lauffähig auf
den Schienen macht. Es besteht aus zwei oder mehreren durch geeignete
Querverbindungen abgesteiften Platten von Eisenblech, Rahmen genannt,
und den zur Aufnahme des Lokomotivgewichts erforderlichen Achsen
mit Rädern, Achsbuchsen und Tragefedern.
Mit dem Rahmen sind die Dampfcylinder und ebenso der Kessel
fest verbunden.
Man hat aber auch Gestelle, welche mit dem Kessel insofern nicht
in fester \ erbindung stehen, als sie ihre Lage demselben gegenüber
ändern können, und zwar, indem sie sich um einen Punkt des festen
Rahmens drehen, oder auch wohl noch seitlich verschiebbar angeordnet


Das Gestell der Lokomotive.
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